Erste Schüler stehen in den Startlöchern

Kreativ, aktiv, sozial: SGO ist erste internationale Schule in Südwestfalen

Die ersten Schüler, die den internationale Abschluss anstreben, stehen in den Startlöchern, sehr zur Freude von ( hinten, v.l.) Marco Butz, Bürgermeister Peter Weber, Christian Hermann, Schulleiter Holger Köster, Gabriele Lück-Gegic und Stephan Seidel.
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Die ersten Schüler, die den internationalen Abschluss anstreben, stehen in den Startlöchern, sehr zur Freude von (hinten, v.l.) Marco Butz, Bürgermeister Peter Weber, Christian Hermann, Schulleiter Holger Köster, Gabriele Lück-Gegic und Stephan Seidel.

„Ich möchte Meeresbiologin werden“, sagt eine Schülerin des Städtischen Gymnasiums. „Deswegen hab ich mich entschieden, den internationalen Abschluss anzustreben, weil ich dieses Fach im Ausland deutlich besser studieren kann.“ Zwei Jahre hat der Zertifizierungsprozess gedauert – mit dem Schreiben vom 9. Juni herrscht endlich Gewissheit: Das Städtische Gymnasium Olpe ist zur IB World School der International Baccalaureate Organization ernannt worden. Und ist damit die erste internationale Schule in ganz Südwestfalen.

Olpe - „Wir tilgen damit einen weißen Fleck auf der Landkarte“, freut sich Schulleiter Holger Köster beim Pressegespräch in der Aula der Schule sichtlich. Weltweit gibt es ca. 5000 internationale Schulen, die meisten davon in privater Trägerschaft, in Deutschland sind es 85. „Anders als das Städtische Gymnasium: Hier ist die Stadt der Träger und macht so den internationalen Abschluss für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich.“ Die Zertifizierung sei außerdem ein Meilenstein auf dem Weg zu einem besonderen Bildungsangebot in Olpe: In Kooperation mit der Universität Siegen und dem Kreis Olpe soll in den kommenden Jahren das „House of Learning“ entstehen.

Die Idee einer internationalen Schule kam aus der Wirtschaft und fand Unterstützung in Holger Burckhart, Rektor der Uni Siegen, und der IHK. Im Oktober 2018 gründete sich in Olpe dann der Förderverein „Verein zur Unterstützung der Internationalen Schule Südwestfalen am SGO“, heute bestehend aus 24 Unternehmen aus der Region.

Start des Zertifizierungsprozesses im Januar 2019

Im Januar 2019 begann der Zertifizierungsprozess zur „IB World School“: „Besonders das Engagement und der Enthusiasmus unseres Lehrerkollegiums und die starke Unterstützung aus dem Förderverein haben zum Erfolg beigetragen – und das unter erschwerten Pandemie-Bedingungen. Das kann ich gar nicht genug hervorheben“, sagt Köster weiter. Das Programm richtet sich nicht nur an junge Menschen, die aus dem Ausland herkommen – zum Beispiel mit ihren Eltern, die als Fachkräfte in einem Unternehmen hier arbeiten – sondern explizit auch an Schüler aus Südwestfalen, die einen internationalen Anschluss erwerben möchten. „So starten wir nach den Sommerferien mit zehn Schülerinnen und Schülern in die Q1, die Qualifizierungsphase des Abiturs, mit dem Internationalen Zweig“, so Köster.

Olpes Bürgermeister Peter Weber zeigt sich ebenfalls begeistert: „Das ist ein ganz besonderer und wichtiger Tag für Olpe und für unsere Region. Internationale Schulen gibt es bisher ausnahmslos in Metropol-Regionen wie Köln, Frankfurt oder im Ruhrgebiet“, so Weber. Besonders freue ihn, dass die internationale Schule einerseits an wichtiges Kriterium zur Fachkräfte-Gewinnung sei, andererseits aber auch ein tolles Angebot für unsere heimischen Schüler schaffe: „Es fügt sich gut zusammen.“

„Wichtiges Attraktivitätsmerkmal“

Auch Christian Hermann, zweiter Vorsitzender des Fördervereins und Geschäftsführer des Drolshagener Unternehmens „KRAH“, ist beeindruckt von der Leistung des Städtischen Gymnasiums: „In Südwestfalen sind 150 Weltmarktführer Zuhause, gerade hier in ländlichen Region ist es schwer Fachkräfte zu gewinnen. Eine Internationale Schule ist da ein wichtiges Attraktivitätsmerkmal für Familien, die überlegen, herzuziehen. Jetzt passt das Bildungsangebot.“

Wer das IB DP (International Baccalaureate Diploma Programme) absolviert, verfügt nach Abschluss über ein breit angelegtes Curriculum – es gibt sechs Pflichtbereiche, drei davon müssen im Standard Level, und drei im Higher Level belegt werden. „Außerdem gibt es spannende Ergänzungen zum Abitur: Theory of Knowledge, Creativity, Action & Service und der Extended Essay“, so Holger Köster weiter. Hier gilt es sich kritisch mit vielfältigen Fachbereichen auseinanderzusetzen, zu reflektieren, die Schüler werden zu einer kreativen, aktiven und sozialen Lebensweise angeleitet – weg vom ständigen Bewerten des Schulsystems.

„Das Programm ermutigt Lernende auf der ganzen Welt aktive, mitfühlende und lebenslang Lernende zu werden, die verstehen, dass anderen Menschen mit ihren unterschiedlichen Biografien ebenfalls im Recht sein können – und das passt gut zu unserer Schule“, so Holger Köster abschließend.

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