66- bis 86-jährige Senioren nehmen an Tanzprüfung teil

Tanzen hält den Körper fit

Unter Anleitung von Michaela Holderberg-Koch (rechts) wird eine letzte Generalprobe vor der großen Prüfungsabnahme angesetzt. Foto: Ina Zeppenfeld

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, heißt es in einem von Udo Jürgens Liedern. Diese Aussage trifft auf die Teilnehmer von Michaela Holderberg-Kochs Senioren-Tanzgruppe definitiv zu.

Für zwölf von ihnen wurde es am vergangenen Samstag ernst: Die finale Tanzprüfung stand den 66- bis 86-jährigen Teilnehmern unmittelbar bevor.

Unter den strengen Augen eines Prüfers des Tanzssportverbandes NRW absolvierten die Teilnehmer ihr Abzeichen. Zuvor übten die Teilnehmer des „älteren Semesters“ über einen Zeitraum von einigen Wochen die verschiedenen Choreographien ein. Für das Bronze Abzeichen werden drei, für das Silber Abzeichen vier und für das Gold Abzeichen fünf aufeinanderfolgende Tänzer vorgeführt.

Choreographie, Haltung und Ausführung spielen dabei eine tragende Rolle. Besonders am Herzen liegt Michaela Holderberg-Koch, Leiterin der Tanzschule „Tanzklasse“, die Tatsache, dass die Prüfungen in der Gruppe abgelegt werden und niemals „solo“.

„Die Erfolgserlebnisse sind in der Gruppe größer, niemand schämt sich oder wird bloßgestellt, alle müssen das Gleiche können und sind auf dem gleichen Level“, so die Leiterin.

Sechs Prüflinge weit über 80 Jahre

Bei den Senioren handelt es sich um wahrlich Junggebliebene, sechs der zwölf Prüflinge sind mittlerweile weit über 80 Jahre alt. Durch die Schrittkombinationen, die geforderte Koordination und die zahlreichen Choreographien werden Körper und Geist fit gehalten und wirken präventiv gegen die, meist typische, Vergesslichkeit im Alter.

Das Tanzen ist eine der gesundheitsfördernsten Sportarten, insbesondere für Senioren. „Das Alter ist kein Grund, nicht aktiv zu sein“, betont Michaela Holderberg-Koch. Doch nicht nur Gedächtnis und Körper bleiben auf Trapp, auch das Beisammensein, der Austausch und das Knüpfen neuer, sozialer Kontakte stehen im Mittelpunkt.

„Nach jeder Tanzstunde verbringt die Gruppe mindestens zwei Stunden im hauseigenen Café“, berichtet Michaela Holderberg-Koch – für viele Teilnehmer eine große Bereicherung, gerade bei Verlust des geliebten Ehepartners.

Zuwachs ist immer gern gesehen und erwünscht. Jeden Mittwoch, ab 10 Uhr, wird das Training aufgenommen und mit anschließendem Verweilen und Beisammensein abgeschlossen.Geübt wird stets in der großen Gruppe. Ein Tanzpartner, oder Tanzerfahrungen sind keineswegs Voraussetzung. Jeder ab 50+ ist herzlichst eingeladen. Dem Alter sind nach oben keinerlei Grenzen gesetzt.

www.tanzklasse.de (Von Ina Zeppenfeld)

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