Vielfältiges Engagement für das kulturelle Leben

Ulrike Wesely erhält den Kulturpreis des Kreis Olpe

Kulturpreis Verleihung Wesely Landrat Auszeichnung
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Verleihung des Kulturpreises Olpe (v.l.): Landrat Theo Melcher, Preisträgerin Ulrike Wesely, Laudatorin Susanne Falk und Michael Hecken, Vorsitzender Ausschuss für Sport und Kultur.

Für ihr außergewöhnliches Engagement für das kulturelle Leben ist Ulrike Wesely mit dem Kulturpreis der Stadt Olpe ausgezeichnet worden.

Olpe/Silberg - „Ich bin mir sicher, dass wir noch viel von ihr hören werden“, ist sich Landrat Theo Melcher in seiner Ansprache für die Gewinnerin des Kulturpreises Ulrike Wesely sicher. Und auch der Jury fiel die Wahl nicht schwer. „Ulrike Wesely steht nicht nur für Musik und Theater, sondern für ein breites, kulturelles Angebot, auch wenn sie aus einem Dorf am Ende der Welt kommt.“ In Silberg habe sie das gefunden, was sie mit Menschen verbindet und ganz viel Einsatz für Kultur gezeigt. Dies zeige sich, laut Theo Melcher, auch besonders mit ihrem Projekt MuT-Sauerland. „Sie hat Theater und Musik in den ländlichen Raum gebracht, was niemals jemand vorher gedacht hätte.“ Und die Heimat ihrer vielfältigen Ideen ist der Schrabben Hof.

Corona hat nicht nur das alltägliche Leben auf den Kopf gestellt, sondern auch die Kultur herausgefordert, da diese „nicht systemrelevant“ sei, berichtet Michael Hecken, Vorsitzender Ausschuss für Sport und Kultur. „Dabei ist es ein wichtiges Gut unseres Lebens und wird sicherlich von einigen schmerzlich in diesen Zeiten des social distancing vermisst.“ Doch trotz dieser schwierigen Situation war Ulrike Wesely nicht untätig. Ganz im Gegenteil. Sie schaffte ein digitales Angebot nicht nur für Kulturliebhaber.

Sie setzt sich jedoch nicht nur für Kultur ein, sondern auch für Jugendliche mit verschiedenen Projekten. Theo Melcher lobte die Silbergerin für ihre theaterpädagogische Arbeit, das drei Konzepte für verschiedene Altersstufen beinhaltet. „Sie schafft ein innovatives und vielfältiges Angebot auf dem Schrabben Hof, das von Jugendlichen mitgestaltet wird.“

Ulrike Wesely „baff“ über Würdigung

„Der Kulturpreis ist nichts Abgehobenes oder Menschenverachtendes. Ganz im Gegenteil. Kultur ist alles, was mit Menschen zu tun hat und das zeigt uns Ulrike Wesely in ganz besonderem Maß“, berichtet Laudatorin Susanne Falk. „Sie trifft Menschen auf Augenhöhe und hilft ihnen über sich hinauszuwachsen.“ Susanne Falk betont auch den starken Willen von Ulrike Wesely, die sogar den Glauben hatte, in Silberg kulturelles Leben ermöglichen zu können. „Dafür braucht man starke Visionen und die sie hatte. Doch der Anfang war mühselig.“

Dank der Silbergerin, die trotz manchen Rückschlägen nicht aufgegeben hat, an ihren Traum zu glauben, ist ein „wunderbarer Begegnungsort“ entstanden. „Für mich ist Ulrike Wesely eine schillernde Person. Sie ist von Farben umhüllt, beweglich und etwas verrückt“, schmunzelt Susanne Falk. „Sie bringt Menschen in ihrem Umfeld zum Strahlen.“

Und trotz ihrer Erfolge ist Ulrike Wesely bescheiden geblieben und weiß auch die Stärken ihres Teams zu schätzen. Sie sei eine „Kulturmacherin und -managerin“, da sie unermüdlich an der Vernetzung der Kultur in alle Bereiche arbeite. Was jedoch nicht sichtbar sei, ist die große Arbeit hinter den Kulissen. Susanne Falk zeigt humorvoll mit einem kleinen, besonderen ABC die Arbeit von Ulrike Wesely auf und öffnet vielen vielleicht auch ein wenig die Augen. Denn es ist mehr, als es scheint. „S wie Schnitzeljagd mit Horst Lichter. In diesem Moment hat wohl auch der Letzte gemerkt, dass auf dem Schrabben Hof etwas passiert“, erzählt Susanne Falk.

Sichtlich gerührt und in ihrer humorvollen und charmanten Art bedankte sich die Preisträgerin nicht nur bei den Rednern, sondern auch bei ihrer Familie, Freunden und Unterstützern, die ihr Beistand auch in schweren Zeiten geleistet hätten. „Der Preis ist eine Würdigung und ich bin selbst baff über die ganzen Projekte in den vergangenen 13 Jahren.“ Sie hofft, dass sich mit dem Preis auch noch andere Türen einen Spalt breit öffnen und er ihr Gehör für weitere, anstehende Projekte schafft.

„Für mich ist Kultur auch ein Bildungsauftrag. Die Kultur schafft einen ‘Wir-Menschen‘ und keinen ‘Ich-Menschen‘.“ Sie betont auch, dass Kulturschaffende einen langen Atem bräuchten und auch Offenheit auf politischer Ebene, um Unterstützung für Projekte zu erhalten. „Ich kann einfach nicht anders“, gesteht Ulrike Wesely am Ende und macht noch ein wenig Werbung für den Schrabben Hof und gibt einen kleinen Einblick auf ein geplantes Projekt für Menschen mit Behinderung.

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