„Nein“ zu günstigem Versandhandel

Unterschriften-Aktion in den Apotheken endet am 1. März

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Apotheker Ulf Ullenboom erinnert an die bundesweite Unterschriften-Aktion.

Kreis Olpe. Apotheker sammeln derzeit Unterschriften für den „Erhalt der flächendeckenden Versorgung durch Präsenzapotheken“. Die bundesweite Aktion für eine Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel läuft noch bis zum 1. März und auch die Apotheken im Kreis Olpe beteiligen sich daran.

Die Apotheker sehen ihr Gesundheitssystem in Gefahr und rufen ihre Patienten auf, sich für die Apotheken vor Ort einzusetzen. Hintergrund ist aktuellste Entscheidung des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom Oktober 2016, wonach die in Deutschland geltende Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht für Versandapotheken gilt, die aus dem europäischen Ausland ihre Kunden in Deutschland beliefern. Der EuGH hat mit dieser Entscheidung seine langjährige Rechtsprechung zum Wertungsspielraum der Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Gesundheitswesen geändert. 

In Deutschland gilt die Arzneimittel-Preisverordnung, die die Patienten davor schützt, dass ihre Notlage durch überhöhte Preise ausgenutzt wird. Der EuGH hat diese Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente nun gekippt und die Apotheker rufen bereits seit Mitte Dezember 2016 zu der bundesweiten Unterschriften-Aktion auf. „Der Gesetzgeber gibt die Möglichkeit, durch ein Verbot des Versandes diese ,Misere´ aufzuheben“, erklärte Ulf Ullenboom, Vorsitzender der Bezirksgruppe Kreis Olpe des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe gestern im Gespräch mit dem Sauerlandkurier. 

Die entsprechende Gesetzesvorlage sei da und müsse nur nachgebessert werden. Dieses Gesetz soll den Versandhandel auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente begrenzen. „Wir sehen die Notwendigkeit, dem Ganzen Nachdruck zu geben und viele Menschen zu beteiligen“, so Apotheker Ullenboom weiter. Er weiß: Die Unterschriften sind wichtig, um das Verbot schnell durchzusetzen. „Wir wollen, dass sich die Politiker sputen und vor der Sommerpause das Gesetz durchbringen“, erklärte er, „Es läuft ganz gut.“ 

Neben den acht Apotheken aus der Kreisstadt nehmen auch die Apotheken aus dem gesamten Kreisgebiet an der Aktion teil. Patienten haben noch bis zum 1. März die Möglichkeit, die deutschen und vor allem heimischen Apotheker mit einer Unterschrift zu unterstützen und sich somit gegen die Entscheidung auszusprechen, ausländische Arzneimittel-Versandhändler im Wettbewerb zu bevorzugen.

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