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Verdienstkreuz für Knut F. Platz

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Landrat Frank Beckehoff überreichte Knut F. Platz im Kreishaus das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: harpo
Landrat Frank Beckehoff überreichte Knut F. Platz im Kreishaus das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: harpo

Bundespräsident Horst Köhler hat Knut Friedrich Platz aus Olpe das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In einer Feierstunde im Kreishaus Olpe händigte Landrat Frank Beckehoff die Auszeichnung aus.

Dabei würdigte Beckehoff die Verdienste des 71-jährigen früheren Olper Kreisdirektors (1978 bis 1994), der sich durch sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement vor allem im Bereich der politischen Bildung auszeichnungswürdige Verdienste erworben habe.

Caritas hat Knut Platz viel zu verdanken

Über seine dienstlichen Pflichten hinaus half Knut Platz dem Caritas-Verband für den Kreis Olpe 1970 als Rechtsrat des Kreises, die Jugend- und Altenhilfe aufzubauen. In kürzester Zeit gelang es der Caritas — obschon noch nicht ins Vereinsregister eingetragen — Altentages- und Begegnungsstätten, eine Erziehungsberatungs- und eine Suchtberatungsstelle einzurichten und verstärkt Ferienerholungsmaßnahmen anzubieten.

Vor allem trat Knut Platz dafür ein, dass der Kreis schon vor anderen Kreisen in den 1970er Jahren die Sozialpädagogische Familienhilfe an die Erziehungsberatungsstelle der Kreis-Caritas angliederte. 1976 wurde er als ehrenamtlicher juristischer Beistand in den Vorstand berufen. Als 1977 die Weiterarbeit des Verbandes wegen des Fehlens einer gültigen Satzung gefährdet war, übernahm er für die folgenden zwei Jahre, die bis zur Beschlussfassung der neuen Satzung und der Eintragung als rechtsfähiger Verein vergingen, die Aufgabe des Notvorstands. Seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand 1979 steht er der Caritas immer wieder mit Rat und Tat zur Seite.

Seit 1975 arbeitet Knut Platz ehrenamtlich im Vorstand des Vereins "Seminar für Staatsbürgerkunde Olpe" mit, des Trägers der Akademie Biggesee. Er trug in mehr als 30 Jahren entscheidend dazu bei, dass die von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Kommunen unabhängige Erwachsenenbildungseinrichtung zu einer landes- wie bundesweit anerkannten politischen Weiterbildungsstätte in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 7.500 Seminaren und Tagungen für mehr als 180.000 Menschen wurde.

Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit unterstützte er den Verein mit juristischem Rat dabei, die praktische Arbeit in der Geschäftsstelle und die Planung der Seminare an das 1974 in Kraft getretene "Erste Gesetz zur Ordnung und Förderung der Weiterbildung in NRW" anzupassen.

In der Phase der Etablierung fasste er Verträge ab, sorgte für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit, beteiligte sich an Personalentscheidungen, Eingruppierungs- und Vergütungsfragen. Ebenso setzte er sich ab 1976 im Vorstand des Vereins für die Planung und den Bau eines modernen und funktionellen Bildungshauses ein, das 1981 seiner Bestimmung übergeben wurde. Er nahm an Baubesprechungen teil und pflegte den Kontakt zum Architekten, beriet in Rechtsfragen und stellte Verbindungen zu öffentlichen Einrichtungen her.

Jahre lange Arbeit für "Akademie Biggesee"

Trotz einer schweren Erkrankung und einer starken körperlichen Behinderung, die ihn 1995 in den vorzeitigen Ruhestand zwangen, blieb Knut Platz dem Verein Seminar für Staatsbürgerkunde verbunden und setzte sein ehrenamtliches Engagement im Vorstand und im Kuratorium fort. Vor allem sorgte er als Ideenlieferant dafür, dass sich die heutige Akademie Biggesee kontinuierlich weiter entwickelte und an aktuelle Herausforderungen anpasste. Immer wieder griff er gesellschaftlich relevante Fragen auf und brachte sie in die Diskussion mit den pädagogischen Mitarbeitern ein.

Er nahm selbst an mehreren Seminaren teil, schlug Referenten vor und referierte selbst in Seminaren und Tagungen. Nachdrücklich trat er für Seminare mit Zivildienstleistenden ein und regte die offene Bildungsarbeit für Familien und für Mütter mit Kindern als so genannte "Bildungsfreizeiten" an.

Seit 1969 Mitglied des Heimatbundes

Trotz unterschiedlicher Bedenken befürwortete er in den 1980er Jahren die deutschlandpolitische Bildungsarbeit mit Studienfahrten in die damalige DDR und setzte nach dem Fall der Mauer mit deutsch-deutschen Begegnungen wichtige Akzente für die Zukunft der Akademie. Seine juristischen Sach-kenntnisse und seine Fähigkeit, Theoriekonzepte in das alltagspraktische Handeln zu übertragen, waren erneut sehr gefragt, als das "Gesetz zur Modernisierung der Weiterbildung in NRW" im Jahr 2000 in Kraft trat. Anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Seminar für Staatsbürgerkunde und 20 Jahre Politische Akademie Biggesee" im Jahr 2001 betreute Knut Platz als Projektleiter die Erstellung der Chronik.

Er half entscheidend mit, Autoren zu gewinnen, führte Konzeptionsgespräche und sorgte für die finanzielle Förderung. Außerdem war er Mitschöpfer des Namens "Politische Akademie Biggesee", die im Jahr 2005 in "Akademie Biggesee" umbenannt wurde.

Knut Platz ist seit 1969 Mitglied des Sauerländer Heimatbundes und arbeitete von 1976 bis zu seinem Ausscheiden aus vereinsinternen Gründen im Jahr 2002 im Vorstand des Vereins mit. Ab 1978 gehörte er dem Redaktionsstab der Verbandszeitschrift "Sauerland" an, den er von 1980 an (mit krankheitsbedingter dreijähriger Unterbrechung) bis 2002 leitete. Die Inhalte der alle Vierteljahre erscheinenden und fast 50 Seiten umfassenden Hefte stellte er regelmäßig mit dem technischen Redakteur und oft unter erheblichem Zeitaufwand zusammen.

Knut Platz war einer der Initiatoren des 1992 gegründeten Vereins Mutter-Kind-Hilfe Kreis Olpe. Nach seinem erzwungenen vorzeitigen Ruhestand wurde er im Januar 1999 in den Vorstand des Vereins gewählt und war im Jahre 2001 Mitgründer der Mutter und Kind-Stiftung.

Für das Buch "Zwangsarbeit im Kreis Olpe 1940-1945" von Gerhard Hausen, das 2007 in der Schriftenreihe des Kreises Olpe erschien, übernahm er 2004 die redaktionelle Betreuung. Im Kreisheimatbund Olpe, den er 1980 zu gründen mitgeholfen hatte, ist er als Berater und als gelegentlicher Mitarbeiter an dessen Zeitschrift "Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe" bis heute egagiert.

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