„Es ist ein Haus voller Leben“

Die „vielseitigen Gesichter" des DRK-Mehrgenerationenhauses Olpe

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Die verschiedenen Ansprechpartner im DRK-Mehrgenerationenhaus Olpe: (hinten v.l.) Karin Blumentrath, Petra Weinbrenner-Dorff, Aydan Abali und Yasemin Aydin sowie (vorne v.l.) Birgit Eberhard, Silvia Gipperich und Lisa Wagener.

Olpe. „Wir sind nicht nur Flüchtlingsberatung und Anlaufstelle für Selbsthilfegruppen“, betonte Birgit Eberhard vom DRK-Kreisverband Olpe am Dienstagvormittag. Die Mitarbeiter hatten zu einem Pressegespräch in den Löherweg 9 eingeladen, um die „vielseitigen Gesichter“ – also die verschiedenen Fachbereiche – des DRK-Mehrgenerationenhauses (MGH) in der Kreisstadt vorzustellen.

Das frühere „Haus der Begegnung“ ist bereits seit 1986 ein Treffpunkt für Kommunikation der verschiedenen Generationen, erklärte Birgit Eberhard, Leitung Soziale Dienste. Vor zehn Jahren entstand das Mehrgenerationenhaus in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes Olpe. 


Neben einem fest etablierten Programm im Haus finden dort aber auch in unregelmäßigen Abständen verschiedene Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit lokalen und politischen Akteuren statt – aktuell steht unter anderem die Informationsreihe „Reise in den Ruhestand“ auf dem Programm. Insgesamt mehr als 70 Ehrenamtliche aus mehreren Kulturen engagieren sich rund um das Olper DRK-Mehrgenerationenhaus. 

  • Café Olper Melange: Natürlich wird auch die Geselligkeit gepflegt. Täglich gibt es hier Kaffee und Kuchen. Geburtstage oder Taufen können hier ebenfalls gefeiert werden. Gesucht werden Männer und Frauen, die das Café mit Leben füllen, sowie helfende Hände für besondere Nachmittage. Das Café Olper Melange ist weiterhin ein Treffpunkt für Senioren, sei es zum Kartenspielen oder Kaffeetrinken. Jeden ersten Freitag im Monat findet hier außerdem das Repair-Café statt, wo sich Jung und Alt treffen. 
  • DRK-Flüchtlingsberatung: Hier sind Karin Blumentrath, Silvia Gipperich und Lisa Wagener die richtigen Ansprechpartnerinnen. Das breite Spektrum umfasst neben der Kommunikation mit den Behörden auch Fragen zu den Themen Asylverfahren, Aufenthaltsgenehmigungen sowie Schule, Ausbildung und Beruf. „Wir sind da sehr offen“, betont das Trio. Die DRK-Flüchtlingsberatung wird kreisweit angeboten (montags in Altenhundem; donnerstags in Kirchhundem). Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit bzw. Vernetzung mit anderen Verbänden und Akteuren. „Wir sind eine Anlaufstelle, die die Menschen dann an die richtigen Orte vermittelt.“ Dabei werden die verschiedenen Sprachen abgedeckt, denn die Ansprechpartner können auch einen Dolmetscher organisieren. 
  • DRK-Suchdienst: Der DRK-Suchdienst hilft unter anderem bei der Suche nach vermissten Angehörigen. Lisa Wagener ist auch hier die passenden Kontaktperson. Sie nimmt Suchanträge auf, die an das internationale Rotkreuznetzwerk weitergeleitet werden, um Familien wieder zusammenzuführen. Als Teamleitung ist Silvia Gipperich zusätzlich für die Abläufe im Mehrgenerationenhaus zuständig. Um die Verwaltungsaufgaben kümmert sich Yasemin Aydin, die „gute Seele des Hauses“. 

Eingliederung - Selbsthilfe - Sport

  • DRK-Integrationsagentur: Für zugewanderte Bürger bietet die DRK-Integrationsagentur unter der Leitung von Aydan Abali verschiedene Projekte zur Eingliederung an – zum Beispiel neue Selbsthilfegruppen in der jeweiligen Muttersprache. Dabei orientiert sich das Team immer an den Bedürfnissen der Menschen. Im vergangenen Jahr wurde eine türkische Selbsthilfegruppe gegründet, woraus weitere Projekte und Workshops wie „Wege aus der Depression“ entstanden sind.
    Die internationale Kreativgruppe trifft sich jeden Freitag von 14 bis 16 Uhr im Café Melange des MGH Olpe. Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, das Gelernte aus den Deutschkursen in lockerer Atmosphäre anzuwenden. Neben dem Austausch wird auch gemeinsam gehäkelt oder gestrickt zugunsten der Aktion „Weihnachtspäckchen für Kinder in Not“ der Stiftung Kinderzukunft – „Von einer guten Sache zur nächsten“, so Aydan Abali. Damit die zugewanderten Bürger mehr Erfahrung durch Praxis bekommen, werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die sich mit ihnen auf deutsch unterhalten möchten. Demnächst ist außerdem ein Bewerbungstraining für Personen mit Fluchtgeschichte geplant. Ein weiterer Schwerpunkt sei laut Abali die „interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens“ mit der Inforeihe „Älter werden in Deutschland“. 
  • DRK-Selbsthilfekontaktstelle: Petra Weinbrenner-Dorff und Ulrike Bell kümmern sich um die Selbsthilfegruppen im gesamten Kreisgebiet. Das Angebot reicht von „Zöliakie“ über „Trauernde nach Suizid“ bis „Freizeittreff Fifty-Plus“. Rund 80 Selbsthilfegruppen im Kreis Olpe finden sich unter dem Dach der DRK-Selbsthilfekontaktstelle und der Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Kreis Olpe. „Es sind viele soziale Gruppen dazu gekommen“, erklärt Petra Weinbrenner-Dorff. 
  • Sportangebot: Rund 14 verschiedene Kurse von Pilates und Yoga über Rehasport bis Zumba finden im Mehrgenerationenhaus statt. 
  • Hausaufgabenhilfe: Grundschulkinder können bei Bedarf montags bis donnerstags von 16 bis 16.45 Uhr die Hausaufgabenhilfe im MGH in Anspruch nehmen. Auch hier werden noch Ehrenamtliche gesucht. 

„Es ist ein Haus voller Leben“, so Karin Blumentrath. Wichtig seien dabei die kurzen Wege und die gegenseitige Unterstützung im DRK-Mehrgenerationenhaus. Die Mitarbeiter sind sich einig: „Das Mehrgenerationenhaus hat ganz viele Gesichter. Jeder kann einfach reinkommen und fragen oder seine eigenen Ideen einbringen. Wir haben immer ein offenes Ohr und eine offene Tür.“ 

DRK-Mehrgenerationenhaus Olpe, Löherweg 9, 02761/2643. Männer und Frauen, die sich in einem der Bereiche ehrenamtlich engagieren möchten, können sich melden.

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