„Das haben wir so nicht erwartet“

Volksbank Olpe-Wenden-Droshagen stellt Bilanz des Jahres 2016 vor

Lambert Stoll (l.) und Markus Stottmeyer zeigten sich zufrieden mit dem Jahr 2016.
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Lambert Stoll (l.) und Markus Stottmeyer zeigten sich zufrieden mit dem Jahr 2016.

Olpe. Schwierigen Rahmenbedingungen zum Trotz: Die Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen sieht sich gut aufgestellt und blickt optimistisch in die Zukunft. Das erklärten die Bankvorstände Markus Stottmeyer und Lambert Stoll bei der Vorstellung der Bilanz 2016.

Das Geschäft im Jahr 2016 sei „alles in Allem voll zufriedenstellend“ gewesen, schließlich habe sich die Genossenschaftsbank „in allen wesentlichen Positionen“ positiv entwickelt, sagte Lambert Stoll. So ist die Mitgliederzahl um etwa 230 auf insgesamt rund 22.000 Mitglieder angestiegen. Die Kundeneinlagen sind um 4 Prozent auf 460 Millionen Euro gestiegen, das ist laut Stoll „erstaunlich, da der größte Teil der Einlagen nahezu zinslos ist. Das haben wir so nicht erwartet.“ Das Problem sei jedoch, dass „lange Laufzeiten“ im Anlagegeschäft bei den momentan niedrigen Zinsen „schwer vermittelbar“ seien. „Der Anleger sieht sein Geld nicht wachsen“, sagte Stoll. Beim Sparen auf Wertpapiere und Fonds zu setzen sei daher „nahezu alternativlos“, aber: „Die Anleger sollten das Geld auf mehrere Möglichkeiten verteilen und nicht alles auf eine Karte setzen.“

Die positive Seite der niedrigen Zinsen: Das Kreditgeschäft zieht an. Dadurch hat die Volksbank im vergangenen Jahr Kredite mit einem Volumen von rund 60 Millionen Euro für die Industrie und den heimischen Wohnungsbau neu vergeben. Die Kundenkredite sind somit um etwa 22 Millionen Euro (+5 Prozent) gestiegen. Das Gesamtkundenvolumen erreichte damit ein Wachstum von 3,6 Prozent und betrug zum Jahresende etwa 1,2 Millionen Euro.

Bereich Immobilien zieht an

Wichtiges Geschäftsfeld für die Volksbank – auch in der Zukunft – sind sie Immobilien. „Bürger fragen diesen Bereich vermehrt als Anlagemöglichkeit nach. Wir wollen erster Ansprechpartner in Sachen Immobilien werden“, sagte Stoll. Negativer Nebeneffekt der hohen Nachfrage: „Die Immobilienpreise haben exorbitant angezogen. Wir müssen uns die Frage stellen, wo bei den Preisen eine Obergrenze ist, ab wann das Ganze nicht mehr funktioniert“, so der Bankvorstand weiter.

Trotz der positiven Zahlen steht die Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen vor einem Problem, das die ganze Branche betrifft: „Die Ertragssituation ist wegen des Niedrigzinsniveaus und der kostenintensiven regulatorischen Maßnahmen schwierig“, erklärte Lambert Stoll. Man werde daher Kosten und Betriebsabläufe analysieren und verbessern. Es werde „die eine oder andere Veränderung bei den Preisen und Gebühren geben.“ Und Stoll weiter: „Den kostenlosen Service wie wir ihn von Früher kennen, wird es in unserer Branche irgendwann nicht mehr geben.“ Konkrete Pläne zur Schließung von Filialen gebe es aber derzeit nicht. In der Olper Hauptgeschäftsstelle werden derzeit sogar mehr Kapazitäten bei den Schließfächern geschaffen.

Eine Möglichkeit, Kosten zu senken, ist laut Markus Stottmeyer die Digitalisierung: „Dadurch können wir Betriebsabläufe optimieren.“ Er stellte aber auch klar: „Die Maschinen werden in unserer Branche niemals die Menschen ersetzen können. Unsere Aufgabe ist schließlich, gemeinsam mit den Menschen Lösungen zu finden.“

Beratung vor Ort weniger gefragt

Allerdings zeige sich, dass Häufigkeit der Beratung vor Ort abgenommen habe. „Daher steht bei uns die weitere Erschließung der digitalen Welt im Fokus. Wir wollen dort sein, wo der Kunde ist – vor Ort in der Filiale, zu Hause auf dem Sofa, im Urlaub oder unterwegs“, sagte Stottmeyer. Es gelte, „die Präsenz in der Fläche aufrechtzuerhalten und trotzdem den aktuellen Tendenzen gerecht zu werden.“

Für die Zukunft zeichnen die beiden Bankvorstände ein optimistisches Bild: „Auch bei leicht rückläufiger Ertragslage erwarten wir eine stabile Geschäftsentwicklung in den kommenden Jahren.“

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