„Dimensionen haben uns überrascht“

Wegen erneuter PCB-Funde: Realschul-Abriss wird deutlich teurer

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Das frühere Realschulgebäude in Olpe soll abgerissen werden. Allerdings steigen die Kosten wegen erneuter Schadstoff-Funde immens.

Olpe - Geplant waren rund 800.000 Euro, jetzt werden es über 2 Millionen Euro: Der Abriss des früheren Realschulgebäudes in Olpe wird deutlich teurer, als ursprünglich angenommen. Das liegt jedoch nicht am Abriss selbst.

Die Gestaltung des Areals zwischen Bigge und „In der Wüste/Franziskanerstraße“ ist einer der zentralen Punkte des Olper Innenstadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Jetzt muss die Stadt Olpe in diesem Bereich zum ersten Mal tiefer in die Tasche greifen als gedacht. Denn die Kosten für den Abriss des ehemaligen Realschulgebäudes steigen von rund 800.000 auf mehr als 2 Millionen Euro.

Paradox, aber wahr: Vor dem Abriss muss das Gebäude zunächst saniert werden – Grund sind PCB-Funde in der Bausubstanz. Eine Fachfirma hatte das Gebäude untersucht und die giftigen, krebserregenden Stoffe vorgefunden. Diese würden beim Abriss freigesetzt, müssen also vorher entfernt werden. Bereits in den Jahren 2002 und 2003 war die Realschule dahingehend saniert worden.

In der Sitzung der Olper Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Donnerstagabend äußerte Grünen-Fraktionschef Hans Nenne seine Besorgnis: „Bis vor Kurzem hat dort Schulbetrieb stattgefunden. Gibt es Erkenntnisse über mögliche gesundheitliche Schäden?“ Zudem wollte er wissen, ob man „weiteren wirtschaftlichen Sprengstoff erwarten“ müsse. Bürgermeister Peter Weber erwiderte, dass es seit der früheren Sanierung regelmäßige Messungen gegeben habe: „Die waren alle unbedenklich.“ Er räumte jedoch ein: „Die Schadstoff-Belastungen im Schulgebäude waren bekannt. Dennoch haben uns die Dimensionen jetzt überrascht.“ Die Verwaltung hat bereits die nötigen finanziellen Mittel von zwei Millionen Euro in den Haushalt für das kommende Jahr eingestellt.

Wie sehr das Gebäude belastet ist, werde man erfahren, „wenn die Analytik fertig ist.“ Bislang hat die Fachfirma nur untersucht, welche Gefahrstoffe es im Gebäude gibt, nicht aber die Menge. Die komplette Analyse soll im Mai fertig sein, danach gebe es eine genauere Kostenschätzung – die laut Peter Weber nicht gravierend von der bisherigen abweichen werde.

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