"Weglaufen ist nicht"

Auf dem Jakobsweg.

Als 19-Jähriger wird der gebürtige Hüttentaler Felix Bernhard jäh ausgebremst. Ein schwerer Motorradunfall kurz nach seinem Abitur verändert das Leben des ehemaligen Leistungssportlers drastisch. Seitdem sitzt er im Rollstuhl und feiert seinen Geburtstag gleich zweimal.

Doch statt zu verzweifeln oder in Depressionen zu versinken, nahm Felix Bernhard sein Schicksal in die Hände und seine Querschnittslähmung wurde für ihn zum Neuanfang. Mit dem festen Willen, seinem Leben wieder eine gewisse Normalität zu geben und dank großer Ausdauer eroberte er sich die Möglichkeiten zurück, die einem gesunden Menschen selbstverständlich sind. Felix Bernhard: "Ich wollte, dass der Rollstuhl mich nicht stoppt. Ich will, dass das Leben weitergeht!"

Felix Bernhard lebt nach vorne gewandt. Seine Willenskraft und seine Version von einem anderen Leben halfen ihm, im Alleingang 3000 Kilometer des Jakobsweges bis Santiago de Compostela zu bewältigen. Weglaufen, verdrängen oder sich stellen? Vor dieser Frage steht fast jeder in seinem Leben. Felix Bernhard fand für sich eine Antwort, die zum Titel seines aktuellen Buches wurde: "Weglaufen ist nicht!" Darin schildert der heute in Frankfurt lebende Betriebswirt seine Vision von einem bewussteren Leben und kommt zu einem bemerkenswerten Fazit: "Jeder hat einen Rollstuhl im Kopf. Das kann eine Depression sein, ein Jobverlust, die Pflege eines Angehörigen oder der Verlust eines geliebten Menschen."

Am Freitag, 27. Mai, ist Felix Bernhard ab 19.30 Uhr zu Gast in der Georg-Heimann-Halle in Netphen . Hier nimmt der Autor die Zuhörer mit auf den Weg seines Lebens, schildert seinen Alltag, seine Träume und seine Pläne. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird angeboten von der Senioren-Service-Stelle der Stadt Netphen in Kooperation mit der KÖB und dem Kulturforum Netphen. Weitere Infos: Tel.: 02738/603145.

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