Bergbauwanderung rund um Olper Rhonard

Welt der „bunten Steine“

Mario Watzek und Dietmar Gurres (v.l.) vermittelten kenntnis- und detailreich viel Wissenswertes über die Olper Bergbaugeschichte. Foto: Harpo

Was ist eine Mutung? Wo liegt der Unterschied zwischen Schacht und Stollen? Was hat Bergbau mit „erben“ zu tun?

Diese und viele weitere Fragen klärten am vergangenen Sonntag Dietmar Gurres und Mario Watzek mit großer Kenntnis bei der zweiten SauerlandKurier-Bergbauwanderung rund um die Olper Rhonard und der damit verbundenen Vorstellung der Themenwanderwege „Wanderwege auf den Spuren des Rhonarder Bergbaus“ und der Homepage www.wandern-auf-bergmannsspuren.de.

Rund 35 Personen aus dem Kreis Olpe wollten sich dieses „Wandern auf Bergmannsspuren“ nicht entgehen lassen; die Reaktionen bewiesen: Sie haben es nicht bereut, sich vier Stunden lang vom Parkplatz an der Hakemicke-Hauptschule aus bis zum Zielpunkt an der SGV-Hütte „Grube Rhonard“ detailliert und mit großem Fachwissen von den zwei Kennern des regionalen Bergbaus mit in die Geschichte der Rhonard führen zu lassen.

Mit Franz-Josef Neuhaus nahm ein ausgewiesener Mineralienkenner an der Wanderung teil, der einen Einblick in die Welt der „bunten Steine“ gab, wenn es auch bei Pyrith und Schwefelkies blieb…

Gefördert wurde rund um die Rhonard – 1562 wurde die Grube Rhonard erstmals schriftlich erwähnt – in erster Linie Kupfer und andere Buntmetalle, aber auch Eisen und Blei wurden abgebaut. Und, dass Olpe einmal mit das wichtigste Abbauzentrum Deutschlands für Zinnober, sprich Quecksilber, wissen sicher nur Olper Eingeweihte. Immerhin bis 1922 wurde das bekannte Zinnoberrot gewonnen.

Geschichte der harten Arbeit

Teil des Bergbaus ist auch die Aufbereitung der gewonnenen Gesteine. Von der „Scheidung“ über die Verhüttung, u.a. in der Stachelauer Hütte, über die dafür benötigte Holzkohle bis zur Weiterverarbeitung – das Duo wusste vieles aus der Geschichte der harten Arbeit um den Abbau der lukrativen Erze zu berichten.

Und Bergbau, so erfuhren die Wanderer, das ist nicht erst heutzutage „Hitec“, allein die sogenannte „Wetterführung“, also die Be- und Entlüftung der Stollen und Schächte, und noch mehr, der immer währende Kampf mit dem Wasser der Rhonard, führten zu erstaunlichen Lösungen. So vermuten Gurres und Watzek, das unter Tage noch ein circa 14 Meter im Durchmesser großes Wasserrad vorhanden sein könnte: „Verwendet wurde Eiche, wenn die vollständig im Wasser gelagert ist, könnte das Rad noch weitgehend intakt sein“, so Gurres. Und bei dem Thema Wasserhaltung löst sich auch das Rätsel des „Erbens“.

Der „Erbstollen“ ist nicht etwa ein Erbstück, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, sondern der tiefste Stollen, der das Wasser der darüber liegenden Grubenbaue „erbt“ und ins Freie abführt. Und die Mutung ist natürlich die Prospektion, die Suche nach einem vermuteten Erzgang.

Vier Stunden reichen letztlich nicht aus, um ein umfassendes Bild des Jahrhunderte währenden Olper Bergbaus zu vermitteln: „Diese Wanderung verlangt geradezu nach einer Wiederholung oder Weiterführung“, bedankten sich im Nachgang einige Teilnehmer via E-Mail.

Und aller Voraussicht nach wird dieser Wunsch auch nach den Sommerferien erfüllt werden. Wer sich so lange nicht gedulden will, unter wandern-auf-bergmannsspuren.de lassen sich die vier Wanderungen und ihre Stationen nachvollziehen und anhand des eingestellten Kartenmaterials auch bequem nachwandern.

Nur – auf Historie und Histörchen rund um den Olper Bergbau müssen die Wanderer dabei verzichten. was aber ebenfalls alles auf der Homepage nachgelesen werden kann.

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