Spagat zwischen Museum, Rathaus, Denkmal und Kulturzentrum

Wettbewerb: 25 Architekten für ein neues Bürgerhaus in Olpe

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Über den Architektenwettbewerb informierten (v.l.) Thomas Geppert, Maria Chudzian, Judith Feldner und Bürgermeister Peter Weber.

25 Architekten und ein Rathaus: So soll der Architektenwettbewerb für den Neubau des Olper Bürgerhauses ablaufen. Bis zum 10. August haben Bewerber Zeit, ihre Idee zu modellieren und auszupfeilen, bevor am 30.September das Preisgericht die endgültige Entscheidung trifft.

Olpe – „Der Wettbewerb kombiniert einen Realisierungs- und einen Ideenwettbewerb. Zum einen besteht der zu realisierende Teil ganz klar aus Neubau von einem Rathaus mit einem Museum von 500 Quadratmetern Fläche. Zum anderen jedoch können Teilnehmende sich ganz frei Gedanken darüber machen, wie das alte Bahnhofsgelände mit der Bigge und der Innenstadt vernetzt werden kann. Natürlich muss beides in einen von uns angegebenen Umgebungsbereich passen“, beschrieb Judith Feldner, Technische Beigeordnete, die geplanten Voraussetzungen für das Meilensteinprojekt in der Stadtentwicklung. 

Betreut wird das Wettbewerbsverfahren von der Bielefelder Drees & Huesmann Stadtplaner PartGmbB und den Wettbewerbsberatern Thomas Geppert (Innenarchitekt) sowie Maria Chudzian (Stadt- und Raumplanung). 

Wer seine Vorstellungen in einem Holzmodell für den Wettbewerb verwirklichen möchte, meldet sich bis zum 14. Mai auf einem Online-Portal der Firma an. Einzige Voraussetzung ist, dass Interessierte beruflich qualifizierte Zugehörige der Architektenkammern sind. Zusätzlich zum Modell müssen Planunterlagen, die etwa die Baumaterialien berücksichtigen, eingereicht werden. 

Das Verfahren

Das Bewertungsverfahren verläuft durch Kennziffern komplett anonym und gliedert sich in zwei Teile: Zunächst in die verallgemeinerte Wettbewerbsphase Teil A. Hier sollen der Rahmen für die Aufgabenstellung und ein Partizipationsanreiz geschaffen werden. „Endgültig verabschiedet wird der Auslobungstext Mitte Februar bei der Stadtverordnetenversammlung“, informierte Feldner. 

Des Weiteren hob sie hervor, dass es keine leichte Aufgabe sei, den Spagat zwischen Museum, Rathaus, bestehendem Denkmal und Kulturzentrum zu schaffen. Darauf folge die Wettbewerbsphase Teil B, deren Auslobungstext in einer weiteren Veranstaltung öffentlich gemacht werde. „Teil B ist spezialisierter. Es werden Lösungen zu Fragen der Innenarchitektur gesucht. Etwa, wie nonterritoriale Büros in der Verwaltung aussehen können. Das Verwaltungssystem entspricht nicht mehr der Zeit. Wir werden flexibler arbeiten, mehr in Teams arbeiten. Ein Arbeiter wird sich tagtäglich den Büroplatz aussuchen, der für seine Aufgaben heute am besten zugeschnitten sind.“ 

Das Preisgericht 

Am Ende entscheiden ein 24-köpfiges Preisgericht und die zwei Vorprüfer Thomas Geppert und Maria Chudzian über die Preisverteilung.

Verliehen wird eine Wettbewerbsprämie von insgesamt 195.000 Euro, die unter den drei Preisträgern und den Anerkennungspreisträgern aufgeteilt wird. Momentan ist eine Dotierung von 58.000 Euro für den ersten Platz vorgesehen. Die Jury behält es sich jedoch vor, die Höhe der Preisgelder bis zum Schluss ändern zu können. Bürgermeister Peter Weber unterstrich: „Bei unserem Bauprojekt arbeiten wir intrafraktionell.“ So sind in der Jury neben ihm und Judith Feldner Fraktionsmitglieder aller Parteien, Architekten mit unterschiedlichen Spezialisierungen und sachverständige Berater vertreten. 

„Wenn man sich fragt: ‘Lohnen sich Wettbewerbe überhaupt?’ muss man bedenken, dass bei 25 Ideen auch 25 unterschiedliche Gedanken zu den Aspekten Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Funktionalität entstehen. Da haben wir die freie Auswahl und ein großes Zeitersparnis, um den standortgerechtesten Bauplan für das neue Olper Rathaus zu finden“, resümierte Thomas Geppert. „Nach über 206 solcher Wettbewerbe, die wir bis jetzt ausgerichtet haben, kann ich nur aus Erfahrung sprechen, dass so ein unvergleichbarer Spielraum für Kreativität entsteht.“

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