Gespräch gesucht- oder nicht?

Konfrontation vor dem Kino: Windkraftgegner treffen auf Klimaschutzaktivisten

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Olpe – Es ist ein Konflikt, der die Gesellschaft spaltet: auf der einen Seite die Windkraftgegner, auf der anderen Seite Klimaschutzaktivisten. Zwei Positionen, die unvereinbar scheinen und deren Anhänger auch immer wieder aneinander geraten. So auch am vergangenen Sonntag in Olpe. Was war passiert?

Im Olper Kino war der Film „End of Landschaft“ zu sehen. Die Windkraftgegener vom Verein „Gegenwind Olpe-Drolshagen-Wenden“ hatten zur Matinée-Vorstellung mit anschließender Diskussion eingeladen. Nach Mitteilung des für die Pressemitteilung des Vereins zuständigen PR-Büros aus Siegen waren rund 200 Besucher der Einladung gefolgt. Der Film von Jörg Rehmann sei „eine schonungslose Analyse der Energiewende“. 

Natürlich gab es auch kritische Stimmen gegen den Film. Laut Mitteilung habe „Fridays vor Future“ (FFF) im Vorfeld der Veranstaltung zu einer Gegenveranstaltung vor dem Kino aufgerufen und „Gegenwind Olpe-Drolshagen-Wenden“ als eine Gruppe, die „den Kohlestrom befürwortet“ bezeichnet: „Dem widerspricht der eingetragene Verein entschieden.“ 

Rund 15 Aktivisten hätten sich vor dem Eingang des Kino postiert: „Mitglieder von Gegenwind Olpe-Drolshagen-Wenden suchten das Gespräch und luden die Aktivisten ein, den Film gemeinsam zu schauen und abschließend eine Diskussion zu führen. Das lehnten die Windkraftbefürworter ab.“ 

Zum Gespräch anregen 

Zwei „Windkraftbefürworter“ haben jetzt in der Kurier-Geschäftsstelle in Olpe ihre Sicht der Dinge geschildert. Die ist natürlich eine andere. „Wir sind nicht als Fridays-for-Future-Aktivisten da hin gegangen“, so die Jugendlichen. Sie hätten keine FFF-Anstecker oder Plakate getragen – obwohl sie sich in der Bewegung engagieren – und lediglich „zum Gespräch über den Film anregen“ wollen: „Wir wollten erfahren, was die Menschen dazu bewegt, sich diesen Film anzuschauen. Und, welche Alternativen zur Windkraft sie vorschlagen.“ 

Den Ton der Windkraftgegner bezeichnen die beiden Jugendlichen als „direkt, sehr schroff und laut“: „Es war gar keine ruhige Diskussion möglich.“ Ihr Problem: „Wir möchten als junge Generation ernstgenommen werden. Wir beschäftigen uns auch intensiv mit dem Thema.“ Allerdings seien sie beschimpft worden, sie seien „zu dumm zum Diskutieren“: „Ein Mann meinte, er sei 15 Jahre im Schuldienst und habe daher ohnehin mehr Ahnung vom Thema.“ 

Die Diskussion habe sich dann weiter hochgeschaukelt: „Wenn unsere Wortwahl nicht immer korrekt war, dann tut uns das Leid.“ 

Nächste Veranstaltung 

Eine Einsicht, die die jungen Aktivisten bereits am Dienstag, 19. November, um 19.30 Uhr im Olper Kolpinghaus zeigen können. Dann lädt „Gegenwind Olpe-Drolshagen-Wenden“ zum nächsten „Wind-Gespräch“ ein – und zwar laut Mitteilung ausdrücklich „Befürworter und Gegner von Windenergieanlagen zum konstruktiven Austausch und Gespräch“. 

Konfrontation nicht ausgeschlossen.

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