„Wir sind nicht gegen erneuerbare Energien“

Windräder und Höchstspannungsleitung: Diskussionen bei Bürgerversammlung in Oberveischede

+
Zahlreiche Bürger kamen zur Versammlung in Oberveischede.

Oberveischede. Neben zahlreichen weiteren Themen rund um das Dorf wurden am Donnerstagabend bei der Bürgerversammlung im Landhotel Sangermann in Oberveischede vor allem die Schwerpunkte Windräder und die Höchstspannungsleitung hitzig diskutiert.

„Wir sind nicht gegen erneuerbare Energien. Wir haben aber massive Bedenken, was die Menge der Windräder angeht, die möglicherweise um das Dorf herum demnächst irgendwann stehen werden“, eröffnete Ortsvorsteher Lothar Epe das Gespräch. „Windfabriken in Waldgebieten aufzustellen ist ebenfalls ein sehr umstrittenes Thema.“ Anstoß zur Diskussion gaben die zwei Windkraftanlagen, die im vergangenen Jahr oberhalb von Apollmicke errichtet wurden. 

So stellte Lothar Sabisch zunächst die Ziele des Arbeitskreises „Windkraft“ vor: „Wir halten die Landschaften und die Siedlungsstrukturen nicht dafür geeignet. Wir möchten das alles auf ein vermeidbares Minimum zurück geführt sehen.“ 

Neben den regelmäßigen Sitzungen des Arbeitskreises wird vor allem darauf geachtet, das Gespräch nach außen suchen. So gab es im vergangenen Jahr bereits Gespräche mit dem Landtagsabgeordneten Jochen Ritter, mit dem Leiter des Forstamtes Olpe Jürgen Messerschmidt sowie mit Landrat Frank Beckehoff, um einen sachlichen Austausch zu pflegen. 

Antrag auf die Einsicht in das Artenschutzgutachten

Außerdem werde gerade daran gearbeitet, Einsicht in das Artenschutzgutachten oberhalb Apollmicke zu erlangen. Auch gebe es erstmals eine Studie durch das RWI-Leibnitz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, die bestätigt, dass die Immobilien durch Windkraftanlagen an Wert verlieren. 

Kreisdirektor Theo Melcher erklärte des weiteren, warum die Abstandsregelung der Windräder sich in Bayern zugunsten der Anwohner so stark von NRW unterscheidet. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz schreibe vor, dass bis zum Jahr 2050 80 Prozent des Brutto-Stromverbrauches aus erneuerbaren Energien stammen muss. 

„Um dieses Ziel zu erreichen hat das Umweltbundesamt ausgerechnet, welche Fläche für Windenergie dafür zur Verfügung gestellt werden muss.“ Würde man die Abstandsregelung in allen Bundesländern wie in Bayern durchsetzen, könne man das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht einhalten. Insofern rät auch Theo Melcher dazu, erneut einen Antrag auf die Einsicht in das Artenschutzgutachten zu erlangen. 

„Menschenschutz vor Flora und Fauna“ 

Auch einige Bürger taten ihren Unmut lautstark kund: „Gehen Sie bitte einmal im Apollmicketal spazieren und gucken Sie sich diese Katastrophe an. Da können Sie sich vorstellen, was bei einer Umzingelung von Oberveischede auf uns zukommt.“ Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war an diesem Abend außerdem der Ausbau der Höchstspannungsleitung durch das Apollmicketal, zu dem sich Vorsitzender der CDU Ortsunion, Tim Mynar, äußerte: „Derzeit ist es so, dass neben der aktuellen Trassenführung zwei weitere Trassenführungen diskutiert werden.“ 

So wurde beantragt, dass die Möglichkeiten zu Umgehungen um das Apollmicketal geprüft werden, doch die Antwort von Amprion lautete zunächst: „Wir haben die Alternativen geprüft, die kommen nicht in Frage.“ Dies würde dazu führen, dass die neuen Trassen weniger als 30 Meter an den Wohnhäusern vorbei führen. Die Problematik einer Umgehung läge darin, dass in beide Richtungen Naturschutzgebiete vorhanden sind. 

„Wir finden, dass das ausreichend geprüft werden muss, denn mir geht das Thema Menschenschutz an der Stelle deutlich vor den Schutz von Flora und Fauna“, äußerte sich Bürgermeister Peter Weber dazu. „Wie das ganze ausgehen wird, wissen wir noch nicht. Wir werden jedoch versuchen diese Umgehung hinzubekommen.“ 

Auch das Thema der Kreisabfalldeponie wurde in einem Kurzbericht angesprochen. „Wenn ich von Erweiterung der Deponie spreche, meine ich nicht etwas, was außerhalb des Zaunes ist, sondern innerhalb des im Plan festgestellten Bereiches. Wir haben damals nicht den gesamten Deponiekörper hergerichtet, sondern abschnittsweise gebaut und das ist also der letzte Abschnitt den wir bauen wollen“, erklärte Lothar Sabisch die Sachlage. „Ich hoffe, dass wir dann die nächsten 40, 50 Jahre für die Unternehmen noch Entsorgungssicherheit haben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare