IHK präsentiert Ergebnisse

„Zentrumsmonitor“ der IHK: In Olpe fehlen Parkplätze, in Wenden und Drolshagen Busse

+
Referentin Hanna Schramm-Klein (vorne 2.v.l.) mit den Vertretern der IHK, der Kommunen, der Volksbank und Sparkasse.

Olpe. Sicherheit, Sauberkeit und Lebendigkeit sind nur drei der allgemeinen Kriterien, die die Attraktivität eines Zentrums ausmachen können. Gemeinsam mit der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden und der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen präsentierte die IHK Siegen am Dienstagabend die Ergebnisse der Strukturuntersuchung für Olpe, Drolshagen und Wenden.

Der „Zentrumsmonitor 2018 für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe“ stellt eine einmalige Studie dar, in der nicht nur ein einzelnes Zentrum, sondern alle relevanten Zentren einer zusammenhängenden Region betrachtet werden. In allen Städten und Gemeinden des IHK-Bezirks wurden insgesamt 4602 Personen – 2289 Passanten und 2313 Anwohner – nach ihrer subjektiven Meinung befragt.

„Wir wollen einen Steinbruch an Daten zur Verfügung stellen, um neue Akzente zu setzen“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener bei der Begrüßung im Kolpinghaus Olpe. „Wir wollen keine Noten für die Kommunen verteilen, denn jede Kommune ist anders.“ Die Studie könne jedoch helfen, von anderen zu lernen.

Prof. Dr. Hanna Schramm-Klein präsentierte den Einzelhändlern und Funktionsträgern aus Olpe, Drolshagen und Wenden die Ergebnisse der Untersuchung. Im Rahmen des Zentrumsmonitors wurden die Zentren näher analysiert. Dabei spielen Einzelhandelsangebot, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebot sowie das Einkaufsverhalten der Verbraucher und deren Zufriedenheit eine wesentliche Rolle. Für jedes Zentrum ergibt sich ein Profil, das Stärken und Schwächen aufzeigt. Für die einzelnen Kommunen heißt das unter anderem:

Drolshagen:

  • Die Mehrheit der Anwohner kommt zum Einkaufen (53,9 Prozent) oder Arbeiten/Schule/Ausbildung (54,9 Prozent) in die Innenstadt. 
  • Drolshagen erreicht bei den Besuchsgründen der Innenstadt zur Erledigung von „Arztbesuchen“ und „Bank/Versicherungsgeschäften“ jeweils den drittbesten Durchschnittswert. 
  • Auch im Hinblick auf die Aufenthaltsdauer kann Drolshagen punkten. So erreicht Drolshagen bei dem Anteil der Befragten, die üblicherweise eine Aufenthaltsdauer in der Innenstadt von mehr als 240 Minuten verbringen, den drittbesten Wert. 
  • Die Einzelhandelszentralität ist die drittniedrigste der Stichprobe. 
  • Im Hinblick auf das Mobilitätsverhalten zeigt sich, dass der Bus als Verkehrsmittel zum Aufsuchen der Innenstadt den niedrigsten Durchschnittswert aufweist.

Olpe:

  • Rund 70 Prozent der Anwohner und 45 Prozent der Passanten kommen zum Einkaufen in die Innenstadt. 
  • Olpe hat die dritthöchste Einzelhandelszentralität (130,9) – der „Einkaufsstadt“ fließt also mehr Kaufkraft zu als ab. Das heißt, Kunden aus dem Umland werden zum Einkaufen in die Kreisstadt gelenkt.
  • Olpe ist die „alternative Stadt“ Nummer 3, die die Teilnehmer der Stichprobe aufsuchen, wenn sie „auswärts“ einkaufen wollen. 
  • „Essen gehen/Ausgehen“; „Sport/Freizeit“ und „Bummeln/Freunde treffen“ erreichen die zweithöchsten Werte. 
  • Olpes Innenstadt wird durchschnittlich am häufigsten zu Fuß aufgesucht.
  • Olpe erreicht zudem hohe Werte mit Blick auf die Einstellung und die Loyalität: „Ich würde den Besuch meinen Freunden und Bekannten empfehlen.“ (Platz 1) „Die Innenstadt ist mir insgesamt sympathisch.“ (Platz 2) und „Ich fühle mich dieser Stadt sehr verbunden.“ (Platz 2).
  • Bei der Beurteilung der allgemeinen Attraktivität schneidet Olpe bei folgenden Aspekten weit unterdurchschnittlich ab: „günstige Parkmöglichkeiten“; „genug Parkmöglichkeiten“ und „ÖPNV-Erreichbarkeit“.

Wenden: 

  • Hier spielt das Einkaufen (58 Prozent) die größte Rolle, ebenfalls gefolgt von Arbeiten/Schule/Ausbildung und Sport/Freizeit. 
  • Sicherheit, Sauberkeit und Erreichbarkeit mit Pkw werden überdurchschnittlich gut bewertet. 
  • Im Angebotsbereich von „Kultur/Freizeit/Sport“ erreicht Wenden bei dem Angebot „Fitnessstudio“ einen überdurchschnittlichen Wert. 
  • Insgesamt weist Wenden bei der allgemeinen Attraktivität und auch bei den generellen Angebotsfaktoren vielfach Werte auf, die sich in etwa auf dem Niveau des Gesamtdurchschnitts bewegen. 
  • Auch bei vielen anderen Betrachtungsaspekten bewegt sich Wenden oft im durchschnittlichen Bereich. Dies bedeutet, dass die Innenstadt in keinem Feld besonders hervorstechend positiv wahrgenommen wird. Aus diesem Grund könnte das Erarbeiten eines klaren Profils sinnvoll sein, um eine strategische Möglichkeit für die Innenstadt zu erarbeiten.
  • Zwei Faktoren fallen mit einer unterdurchschnittlichen Bewertung auf. Dieses sind die Lebendigkeit der Innenstadt und die ÖPNV-Erreichbarkeit der Innenstadt. 

Die Referentin präsentierte abschließend auch noch einige Thesen zur Entwicklung des Einzelhandels. So werde sich das Kaufverhalten zukünftig stark verändern. Internetkäufe finden nicht nur statt, weil Städte unattraktiv seien, sondern auf Grund der hohen Zentralität des Internets. Weiterhin unterscheide sich das Kaufverhalten zwischen Stadt und Land nicht und es ist meist nicht die Nachbargemeinde, in die Kaufkraft abfließe, sondern die nächste größere Stadt.

Wichtig sei laut Klaus Gräbener, dass sich die Kommunen jetzt den eigenen Stärken bewusst werden und somit Folgeprojekte anschieben können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare