„Zusammen ist´s einfacher“

„JuHi, woll!?“ – Selbsthilfegruppen für Jugendliche im Aufbau

+
Das „Dreigestirn“ – Carsten Meyer, Franziska Quarz und Maik Boek (v.l.) – der neuen Jugend-Selbsthilfegruppen wird zum Start noch von der Vorsitzenden des AG Selbsthilfe Petra Weinbrenner-Dorff (2.v.l.) unterstützt.

Olpe. Sich mit vielen „grauen Köpfen“ in den Stühlchenkreis zu setzen und über Probleme zu quatschen? Nicht ganz das, was man sich in jungen Jahren von einer Selbsthilfegruppe wünscht. Doch genau hier ist der Bedarf groß – um im geschützten Raum über Probleme reden zu können. Das weiß die Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Kreis Olpe natürlich – und startet daher in Kürze ein neues Angebot von jungen Leuten für junge Leute.

„Wir haben wirklich viele Anfragen von Jugendlichen und jüngeren Betroffenen – die sich aber in den bestehenden Selbsthilfegruppen einfach nicht wohl fühlen“, sagt Petra Weinbrenner-Dorff, Vorsitzende der AG Selbsthilfe beim Gespräch mit dem SauerlandKurier im DRK-Mehrgenerationenhaus. „Die Schwellenangst ist oft noch höher als bei Erwachsenen. Und sich dann an die Stadt oder an eine der Hilfsorganisationen und -institutionen zu wenden ist meist undenkbar.“ Daher war sie schon länger auf der Suche nach einem jungen Team, dass sich genau dieser Problematik annimmt.

Fündig wurde sie in der 28-jährigen Franziska Quarz – seit letztem Jahr Kassenwartin im Vorstand der AG Selbsthilfe. „Kurzerhand wurde ich zur Jugendbeauftragten gemacht“, schmunzelt die Altenhundemerin. Unterstützt wird sie von Maik Boek aus Frenkhausen als Webdesigner und dem Olper Carsten Meyer, der kreative Kopf für Facebook und Co. sowie verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Alle drei haben persönliche Erfahrung in den Selbsthilfegruppen im Kreis Olpe und haben sich zusätzlich zu Gruppenleitern fortgebildet.

Schnell war auch der passende Name gefunden: „JuHi, woll!?“ „Nur ,JuHi‘ für Jugendhilfe war schon vergeben. Wir dachten, das typisch Sauerländer ,woll‘ ist der passende Zusatz“, erzählt Franziska Quarz. Die neue Homepage www.juhiwoll.de – hier sollen alle Infos zur Selbsthilfe gebündelt werden – geht jetzt Online. Auch die Facebook-Seite steht.

Die ersten Selbsthilfegruppen im „jugendgerechten Rahmen“, so Petra Weinbrenner-Dorff. starten im zweiten Quartal dieses Jahres. „Erste Prämisse ist natürlich: Es herrscht Schweigepflicht. Alles was in den Gruppen besprochen wird, bleibt dort,“ so Carsten Meyer. Die ersten Gruppen sollen sich mit den Themen Depression, Sucht und Mobbing befassen. „Willkommen sind nicht nur Betroffene, sondern auch zum Beispiel Kinder von depressiven oder süchtigen Eltern, die hier im geschützten Raum Hilfe suchen.“

Ein besonders großes Thema sei insbesondere Mobbing – „die sozialen Medien machen´s leider möglich“, schließt Maik Boek an.

Passende Räume gesucht

Und ein weiterer Punkt ist den Dreien besonders wichtig: „Eltern haben hier nichts zu suchen. Es geht allein um die Jugendlichen. Wir verstehen uns als Plattform zum Austausch mit anderen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen habe. Hilfe von Betroffenen für Betroffene. Zusammen geht es einfach besser.“ Wie auch in den anderen SHGs geht´s um das Wissen, das man mit seinen Problemen nicht allein ist – „die Therapie und alles weitere überlassen wir natürlich den Profis“, betont Franziska Quarz.

Selbstverständlich können die drei Gruppenleiter stets auf das bestehende Netzwerk der AG Selbsthilfe zurück greifen – wenn es konkrete Fragen gibt oder schnell Hilfe her muss. „Wir haben bereits alle Institutionen, Ärzte und so weiter über unser Vorhaben informiert – und sind stets auf Zuspruch und Begeisterung gestoßen“, ergänzt Petra Weinbrenner-Dorff.

Der Aufbau von „JuHi, woll!?“ wird bereits vom Lionsclub Olpe-Kurköln mit der alljährlichen Adventskalender-Aktion unterstützt. „Dafür ganz herzlich: Danke“, sagen die drei Gruppenleiter.

Gerade steht die Suche nach passenden Räumen im Vordergrund. „Schließlich soll´s ein entspannter Rahmen werden, ein Ort zum Wohlfühlen und ohne das Gefühl, beobachtet zu werden“, so Carsten Meyer.

Weitere Ideen, Unterstützung und Gruppenleiter sind natürlich ebenfalls mehr als willkommen.

Info: www.juhiwoll.de www.facebook.com/juhiwoll Franziska Quarz:  F.Quarz@selbsthilfe-olpe.de www.selbsthilfe-olpe.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare