„Es entsteht ein ganzes Viertel“

Zwischenstand zum Städtebaulichen Entwicklungskonzept in Olpe

Weitere Ideen äußerten die Bürger.

Olpe – „Es ist kein 100 Meter-Lauf, sondern eher ein Marathon. Die erste Etappe haben wir hinter uns gebracht“, erklärte Bürgermeister Peter Weber. „Es“ ist in diesem Fall das Städtebauliche Entwicklungskonzept Innenstadt Olpe – ein Projekt, das die Weiterentwicklung der Olper Innenstadt für die nächsten Jahrzehnte prägen wird.

Gemeinsam mit Rainer Kalscheuer von der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft Bonn informierte das Stadtoberhaupt am Donnerstag die mehr als 80 Bürger bei einem Informationsabend im Forum des Städtischen Gymnasiums Olpe über den Zwischenstand des Erarbeitungsprozesses. 

Das Wichtigste vorweg: „Wir haben noch keine genauen Pläne mitgebracht“, sagte Kalscheuer bereits zu Beginn seiner Präsentation. Die Anwesenden sollten einen Überblick über die bisherige Beteiligung der Öffentlichkeit und die Beratungen in der durch die städtischen Gremien eingesetzten Lenkungsgruppe erhalten.

 „Wir sind noch in der Wünsch-dir-was-Phase“, so Bürgermeister Weber. Bereits seit Frühjahr 2018 haben Veranstaltungen zur Bestandsaufnahme und Analyse stattgefunden. „Wir haben es dabei mit vielen Zielgruppen und Akteuren zu tun, mit denen wir in unterschiedlichen Formaten im Gespräch bleiben. Das Gesamte lebt davon, dass es von allen akzeptiert wird“, betonte Kalscheuer. 

In Gesprächen, Workshops und Streifzügen wurden viele Ideen gesammelt. Neben „kuriosen Wünschen“ gibt es laut Weber auch „schöne Ideen, die aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar sind.“ Eine Kita in der leerstehenden Realschule, eine Veranstaltungshalle für mehr als 300 Personen und ein Supermarkt auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände sind solche Ideen, die aus Sicht der Verwaltung und DSK nicht weiter verfolgt werden sollten. Weiterhin gibt es auch Vorschläge – wie eine Eventlocation in den Hallen der ehemaligen Kupferwerke oder ein Open-Air-Theater an der Kreuzkapelle – die nicht von der Stadt entschieden werden können. 

Anregungen für weitere Planungen

Bürgermeister Weber informierte über die neuen Impulse. So soll das neue Rathaus ein Bürgerhaus mit einem großen öffentlichen Bereich werden, Inspirationen holte sich die Verwaltung in Venlo. „Es soll nicht nur ein reines Verwaltungsgebäude werden“, so Weber. „Ein Architektenwettbewerb soll Anfang 2020 an den Start gehen.“ Das alte Rathaus kann dann voraussichtlich im Jahr 2026 abgerissen werden. Außerdem soll das neue Stadtmuseum in den öffentlichen Bereich integriert werden. 

Der Abriss der Realschule ist bereits ab Ende des Jahres angedacht. „Es wird nicht möglich sein, alles mit dem ersten Schritt abzureißen“, so Kalscheuer. Einige Mauern bleiben als Hangsicherung stehen. Aber: Viele Ideen zur Nutzung des Realschulgrundstücks wie eine Multifunktionsfläche, Sitzstufen oder Grünflächen seien möglich. Sobald die Abrissplanung steht, könne man dies konkretisieren. 

Natürlich blieb auch Zeit für Fragen und Anregungen. Eine Bürgerin wollte die Aufmerksamkeit nochmal auf die ehemaligen Kupferwerke als wichtige Industriekultur lenken: „Es ist mehr als nur ein neues Rathaus, das entsteht. Es entsteht ein ganzes Viertel.“ – „Es gibt einen rechtskräftigen Bebauungsplan, Das Baurecht müsste man ändern. Das Thema geht nicht verloren“, so Kalscheuer. Ein weiterer Vorschlag: Das ehemalige Bahnhofsgebäude soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, sodass sich die Bürger ein eigenes Bild von der Situation machen können. 

Alle Anregungen werden mit in die weiteren Planungen aufgenommen. „Es ist ein sehr dynamischer Prozess. Wir wollen das Handlungskonzept auf die nächsten zehn bis 15 Jahre auslegen“, so Rainer Kalscheuer.

Weitere Informationen und Bürgerbeteiligung gibt es auf der Homepage.  

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