„Irgendwann ist mal Schluss“

Christian „Pille“ Pilz hört am Saisonende nach 30 Jahren beim SV Rothemühle auf

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Christian Pilz, Andreas Grub und Ahmet Cinar (v.l.) stellten am Donnerstagabend die weiteren Planungen des SVR vor.

Rothemühle. Als Stürmer gefürchtet, als Trainer respektiert: Nach 30 Jahren im SV Rothemühle – davon insgesamt 19 Jahre als Trainer – verabschiedet sich Christian „Pille“ Pilz zum Saisonende.

SVR-Vorsitzender Andreas Grub erklärt den Stellenwert des scheidenden Trainers der „Zweiten“ im gesamten Verein: „Der SV Rothemühle hat mit ,Pille‘ Geschichte geschrieben und umgekehrt.“ 

1987 war Pilz vom VfL Klafeld/Geisweid als Spieler an den Rothenborn gewechselt. Und er hat seitdem einiges erlebt. Ganz oben auf der Liste steht für Pilz der Klassenerhalt in der Saison 1993/94. Beim Stand von 1:0 für die für den Gegner aus Birkelbach köpfte Pilz das 1:1, was schließlich für den Verbleib in der Bezirksliga reichte. Aber auch an den Bezirksliga-Aufstieg 1989 im Entscheidungsspiel gegen die SG Finnentrop/Bamenohl oder den „Doppelaufstieg“ von Rothemühles erster und zweiter Mannschaft im Jahr 2006 erinnert er sich gern. Gibt’s da überhaupt etwas Negatives in seiner Karriere? „Ich hatte eigentlich keine schlechten Erlebnisse“, antwortet Pilz. 

16 Jahre lang war „Pille“ Trainer der „Zweiten“, drei Jahre A-Jugend-Trainer – ein halbes Jahr lang sogar zeitgleich. Und immer noch hilft der 50-jährige auf dem Rasen aus wenn Not am Mann ist, so zuletzt beim Auswärtsspiel beim FC Finnentrop am 27. November. Seinen Abschied begründet Pilz recht einfach: „Ich hatte eine schöne Zeit als Trainer. Aber irgendwann ist mal Schluss.“ 

Mehr Zeit für krebskranke Kinder

Langweilig wird ihm vermutlich nicht, schließlich ist Christian Pilz ja auch noch Vorsitzender der Elterninitiative für krebskranke Kinder Siegen: „Für die habe ich dann mehr Zeit.“ Zudem bleibt er den „Alten Herren“ des SVR als Spieler treu. Andreas Grub betont, dass der Abschied eine besondere Situation ist: „Wer ,Pille‘ kennt, weiß, dass er sich darüber viele Gedanken gemacht hat. Daher können wir als Verein seine Entscheidung nur respektvoll akzeptieren, auch wenn es uns schwer fällt.“ 

Pilz‘ Nachfolger steht auch schon in den Startlöchern: Zur neuen Saison übernimmt Ahmet Cinar, seit drei Jahren A-Jugend-Trainer der SG Ottfingen/Rothemühle, die Reserve gemeinsam mit seinem Co-Trainer Dennis Schollemann. „Ahmet ist genau der Richtige. Der Verein könnte keinen Besseren finden“, sagt Pilz über seinen Nachfolger. Und Cinar (41) erwidert: „Ich bin glücklich, dass mich der Verein als Nachfolger auserkoren hat. Es ist eine große Ehre, ,Pille‘ abzulösen, ich freue mich auf die Aufgabe.“ 

Das „Mysterium“ des Spitznamens

Bleibt zu Schluss noch ein „Mysterium“ aufzudecken, nämlich die Herkunft von Pilz‘ Spitznamen „Pille“. Das ist nämlich weder eine Koseform seines Nachnamens, noch hat das etwas mit dem umgangssprachlichen Begriff für das „runde Leder“ zu tun. „Eigentlich nennt man mich seit der E-Jugend ,Pille‘. Als ,Christian‘ kennen mich nur wenige.“ Der Grund dafür ist passend für den Vollblut-Stürmer: „Ich war damals schon ein genialer Fußballer. Ich habe in einer Saison 100 unserer 120 Tore geschossen. Aber ,Pelé‘ konnte man mich ja nicht nennen, also wurde ,Pille‘ daraus“, lacht der 50-Jährige.

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