Aussicht auf ein besseres Leben

Ein erfolgreiches Jahr für Indien-Initiative Leonidis

Rund 450 Mädchen und Jungen werden aus den Spendenmitteln der Indien-Initiative Leonidis unterstützt.

Schönau – Zahlen sagen zunächst einmal wenig. Beispiel Grabsteine und Grabeinfassungen auf deutschen Friedhöfen: Zwei von drei stammen aus Indien. So berichten Zeitungen, Radio- und Fernsehsender regelmäßig.

„Doch was als nüchternes Faktum daherkommt, bedeutet in der Realität oftmals unmenschliche Arbeitsbedingungen, in aller Regel eine schlechte Bezahlung und nicht selten auch Mangelernährung“, weiß Irmgard Grebe-Quast, Sprecherin der Schönauer Indien-Initiative Leonidis. 

Und sie ergänzt: „Ganz häufig werden diese Steine von Kindern bearbeitet. Und das heißt dann in jedem einzelnen Fall: Diese Kinder und Jugendlichen können nicht zur Schule gehen.“ Eine Aussicht auf ein besseres Leben gebe es deshalb nicht. „Und aus der Erfahrung wissen wir zugleich: Für die nächste Generation sieht es dann nicht besser aus“, so Grebe-Quast. 

Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen

Für die kleine Hilfsorganisation aus dem Wendschen sei es zwar erfreulich, dass sich immer mehr Bundesländer entschließen, strengere Regeln für den Import von Grabsteinen und Grabeinfassungen zu erlassen. „Damit wird ein Markt zerstört, der auf Ausbeutung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen setzt“, ist Grebe-Quast zufrieden. Doch sie schüttet auch gleich Wasser in den Wein. 

Denn: „Das ist nur die eine Seite dessen, was notwendig ist. Erforderlich sind nicht nur Veränderungen der Bedingungen am Markt – sondern auch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort.“ Genau darum bemüht sich Leonidis seit fast zehn Jahren und hat in dieser Zeit fast 500.000 Euro für Bildungs-, Ernährungs- und Gesundheitsprojekte gesammelt. 

Der Weg zur Schule 

Wie Grebe-Quast jetzt mit Blick auf das zurückliegende Jahr deutlich machte, konnten mit den Spenden allein im zurückliegenden Jahr gemeinsam mit dem vor Ort tätigen Schwestern des katholischen Ordens der Armen Dienstmägden Jesu Christi rund 450 Mädchen und Jungen zur Schule geschickt werden. „Wir sind dankbar, dass Leonidis für diese – meist aus armen Verhältnissen stammenden – Kinder das Schulgeld übernehmen konnte“, berichtet Grebe-Quast. 

„Denn der Schulbesuch ist nach wie vor der erste und wichtigste Schritt, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen.“ Weil dieser mit einem langen und gefährlichen Schulweg verbunden ist, bei dem immer wieder Mädchen vergewaltig und ermordet werden, hat Leonidis im vergangenen Jahr erneut in den Ausbau eines Internats in Khunti investiert. Auch das Thema „Mangelernährung“ stand wieder ganz oben auf der Agenda von Leonidis.

 „Wir stellen mittlerweile bei 131 Mädchen und Jungen, die unter dramatischer Mangelernährung leiden, sicher, dass sie wenigstens einmal am Tag eine protein- und nährstoffhaltigen Mahlzeit erhalten“, sagt Grebe-Quast. 

Zukunft schenken 

Sie weist darauf hin, dass sich die Initiative an die bewährte Devise gehalten habe, keine Werbung zu machen und kein Marketing zu betreiben, um das Spendenaufkommen zu erhöhen. „Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – sind wir Jahr für Jahr überrascht, dass immer mehr Menschen unsere Arbeit unterstützen“, zeigt sich die Leonidis-Sprecherin zufrieden.

 „Im vergangenen Jahr haben unsere Spender uns mit 75.000 Euro ein Rekordergebnis beschert. Wir wissen selbstverständlich, dass wir damit die Welt in Indien nicht aus den Angeln heben können. Aber wir wissen schon, dass wir Dank der anhaltenden Unterstützung und Hilfe sehr vielen Menschen eine Zukunft gegeben und etliche Frauen und Männer vor dem sicheren Tod bewahrt haben“, bilanziert Grebe-Quast.

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