„Ein emotionales Thema“

Experten stellen Varianten zur Zukunft des Wendener Hallenbades vor

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Das Hallenbad ist in die Jahre gekommen. Wie es damit weitergeht, muss der Rat entscheiden.

Wenden – Es ist ein Thema, das über „nackte Zahlen“ hinausgeht: die Zukunft des Wendener Hallenbades. Um dennoch eine Entscheidungsgrundlage zu haben, hat die Gemeindeverwaltung das Beratungsbüro Partnerschaft Deutschland GmbH damit beauftragt, verschiedene Varianten – von kleinteiliger Sanierung bis zum kompletten Neubau – zu prüfen. Die Ergebnisse stellte André Weidemann von Partnerschaft Deutschland am Mittwochabend gemeinsam mit Tanja Klötzer vom Ingenieurbüro Pfaller dem Wendener Gemeinderat vor.

„Wir haben eine rein wirtschaftliche Bewertung vorgenommen“, sagte Weidemann und ergänzte: „Ein Schwimmbad ist in den meisten Fällen ein Zuschussgeschäft für die Verwaltung.“

Fünf Varianten stehen im Raum: 

  • A: Eine kleinteilige Sanierung mit zwingend notwendigen Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen; geschätzte Gesamtkosten: 16,2 Millionen Euro.
  • B: Eine Generalsanierung unter Beibehaltung der vorhandenen Funktionen; 13,4 Millionen Euro. 
  • C: Die Erweiterung um ein Lehrschwimmbecken (12,5 mal 8 Meter); 20,2 Millionen Euro. 
  • D: Die Erweiterung im um ein Schwimmbecken (25 mal 10 Meter); 33,3 Millionen Euro.
  • E: Ein Neubau mit einem Schwimmerbecken und einem Lehrschwimmbecken; geschätzte Kosten: 29 Millionen Euro. 

„Bei Variante A und B bleibt das vorhandene Gebäude grundsätzlich bestehen. Es werden nur vorhandene Mängel beseitigt, auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit“, sagte Tanja Klötzer. Bei C und D würde quasi ein neuer Gebäudeteil angebaut. 

„Parkplatzsituation jetzt schon katastrophal“

Jede Variante birgt Risiken und Probleme. So werden beim Anbau eines neuen Lehrschwimmbeckens rund 2000 Badegäste mehr pro Jahr, bei einem 25-Meter-Becken sogar 4000 Gäste mehr prognostiziert. „Die Verkehrsanbindung und die Parkplatzsituation sind jetzt schon katastrophal“, gab UWG-Fraktionschef Thorsten Scheen zu bedenken. Bei der reinen Sanierung – wie auch bei der Erweiterung – wäre eine energetische Sanierung des bestehenden Beckens laut Tanja Klötzer „nur bedingt möglich“. 

Und bei Variante E, dem Neubau? „Sie müssen sich die Grundsatzfrage stellen, ob Sie einen Neubau überhaupt brauchen“, sagte André Weidemann. Und natürlich stellt sich dann auch die Frage, wo der Neubau dann stehen sollte. Beim Abriss und Neubau an gleicher Stelle müsste die Wendener Bevölkerung einige Jahre auf ein Schwimmbad im Zentralort verzichten. Beim Neubau an anderer Stelle stellt sich wiederum die Frage nach einem passenden Grundstück. 

Zur Ratssitzung am Mittwoch, 27. November, will die Verwaltung den Politikern einen Beschlussvorschlag vorstellen. „Das Schwimmbad ist 50 Jahre alt. Es gibt einen Sanierungsstau. Wir müssen etwas machen. Das Gutachten ist eine gute Grundlage für die Entscheidung bei diesem emotionalen Thema“, erklärte Bürgermeister Bernd Clemens. Und auch Tanja Klötzer bemerkte: „Das Bad hat die statistische Nutzungsdauer deutlich überschritten. Sie können froh sein, dass es noch so läuft.“

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