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Das Grauen in 3D

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Die Ausstellung „Front 14/18“ im Museum Wendener Hütte zeigt den Alltag des Ersten Weltkriegs, hier die Jagd von Ratten und die Zerstörung.  Fotos: Laura Gipperich
Die Ausstellung „Front 14/18“ im Museum Wendener Hütte zeigt den Alltag des Ersten Weltkriegs, hier die Jagd von Ratten und die Zerstörung. Fotos: Laura Gipperich

„Tag und Nacht knattert das Gewehrfeuer und darüber fort die Granaten. Aber es lässt alles so kalt als müsste das sein und wäre man es nie anders gewöhnt. Der Mensch ist ein seltsames Geschöpf. Tier und Gott.

Alles in einem. Die Dörfer sind hier alle zerschossen und werden von uns wohnlich geflickt bis die nächste Granate kommt. Ich habe sogar ein Bett!“

So steht es im Brief eines Soldaten an seine Ehefrau aus dem Jahr 1915. Nichts mehr ist da von der anfänglichen Kriegsbegeisterung oder wenigstens Motivation. An ihre Stelle ist Ernüchterung und Desillusionierung getreten. Andere Soldaten empfinden kaum anders: „Schauderhaft, höchst schauderhaft. Wenn man sich doch betrinken, sinnlos betrinken könnte!“

Diese Zitate aus echten Briefen von der Front begleiten die Bilder der Ausstellung „Front 14/18 – Der Erste Weltkrieg in 3D“, die zur Zeit im Museum Wendener Hütte zu sehen ist.

Im Museum in Wendenerhütte erhalten die Besucher in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Niederländisch – einen Einblick in den Alltag und die Eindrücke der deutschen Soldaten in den Schützengräben der Westfront.

Das Besondere an diesen Fotografien ist, dass sie in stereoskopischem 3D gehalten sind. Das bedeutet, dass Besucher mithilfe einer 3D-Brille die Bilder dreidimensional betrachten können, was das Gefühl zur Folge hat, man sei mitten im Geschehen.

Mit dieser Brille sieht man alle Aspekte des Alltags vom Anfang des Krieges bis zu seiner vollen Entfaltung. Von dem Soldaten, der kleine Kätzchen füttert, über die Pose mit einer Granate, fast so groß wie ein erwachsener Mann, bis zu zerstörten Dörfern sieht man sowohl das Grauen des Kampfes als auch die heute skurril anmutenden Seiten dieser „Menschenschlachterei“, die die Soldaten so gut wie möglich zu bewältigen suchten. Die Aufnahmen stammen von den Soldaten Karl Bußhoff, der bei Verdun gekämpft hat, und Otto Mötje, der die „Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ überlebte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Mai – dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr – geöffnet. (Von Laura Gipperich)

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