„Bunte Geschichten rund um Quelle, Bach und Biggesee“

Die Heimat im Fokus: Neues LEADER-Projekt „BiggeBuch“ vorgestellt

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Die großen und kleinen Verantwortlichen präsentierten das neue Buch für die ganze Familie.

Heid. Ob der Fischreiher Helmut, der feige Fuchs Barbarossa oder Walther von der Vogelinsel: Das Geschichtenbuch „Biggi von Wildenburg und Biggi von Waldenburg“ des Kunstclubs „Oberes Biggetal“ wurde mit den Füllern, Pinseln und der Kreativität großer und kleiner Köpfe ins Leben gerufen. Eine gebührende Veröffentlichungsfeier bei Kaffee und Kuchen fand am Sonntagnachmittag in der Dorfgemeinschaftshalle in Heid statt. Unterstützt von EU-Fördergeldern konnte das LEADER-Projekt „BiggeBuch“ bereits als Büchereibestand in Rhode und in der Sonnenschule Attendorn Einzug finden – ganz unter dem Motto „Heimat bindet und bildet“.

„Vor dem, was alle Mitwirkenden, von der Ideengeberin Ilona Weber bis zu den Kindern als Illustratoren, geleistet haben, lässt sich nur der Hut abnehmen“, betonte Bürgermeister Bernd Clemens nach einem musikalischen Auftakt des Kinder- und Jugendchores „Colour Kids Iseringhausen“. Wer den Stapel an Hunderten von Büchern an der Seite der kleinen Halle gesehen hat, wird dem nur zustimmen. Freundlich sitzen die zwei Wasserratten Biggi von Wildenburg und Biggi von Waldenburg auf dem Buchcover vor dem Biggeufer. In pinkem und blauem Bikini bereit, um ins kühle Nass zu springen. „Bunte Geschichten rund um Quelle, Bach und Biggesee“, heißt es im Untertitel des 96-Seiten langen Heimatbuches. 

Ebenso bunt sind auch die Zeichnungen an der Pinnwand neben dem Bücherstapel: Jedes Kind, das sich im Projekt mit der Frage: „Was ist Heimat eigentlich?“ beschäftigt hat, hat auch ein Bild gemalt. Regenbogenfarbene Fische und brütende Gänse sind dort zu sehen. 

„Der Begriff ,Heimat' ist so wichtig. Wenn man den Begriff ,Bigge’ hört, denkt man in erster Linie ans Schwimmen, an Boote oder gar an Bigge-Energie. Aber nicht an den 45 Kilometer langen Fluss, der uns von Römershagen bis nach Finnentrop verbindet. Gerade wo junge Menschen Starbucks in Amsterdam und Köln auswendig kennen, das Dorf nebenan jedoch nicht, gerade in Zeiten, in denen Menschen ihre Heimat verlassen müssen, ist es unabdingbar, etwas Bildendes und Verbindendes zu schaffen“, fasst Sandra Ohm als Mitunterstützerin die Intention des Ehrenamtprojekts lächelnd zusammen. Schließlich gab es von ihr noch eine Plüschratte für Ilona Weber, Vorsitzende des Kunstclubs „Oberes Biggetal“, in halber Körpergröße. 

Verschiedene Blickwinkel

Zum Abschluss dankte Ilona Weber persönlich den Mitwirkenden bis zur Herausgabe des Buches, vor allem jedoch den Kindern: „Wenn man Erwachsenen was erzählt, verstehen sie manchmal nur Bahnhof. Deswegen danke ich euch, liebe Kinder, dass ihr den Weg mit dem Kunstclub gegangen seid, von der Biggeseefahrt bis zum Kochen mit Syrern in der alten Scheune in Heid. Denn, warum berichtet man in der Schule anderen Schülern in Frankreich darüber, wie die eigene Heimat aussieht, aber ein Schüler aus Römershagen sagt zu den Olpern nicht, kommt, wir zeigen euch die Wendenerhütte?“ 

Weiteres Lob gab es für Paul Sieler und Dieter Kohlmeier von der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden, die einen Anteil der Projekt-Eigenkosten übernommen haben. Keine Mühe beim Korrekturlesen scheuten dagegen Theresa Schneider, Bettina Schlüter und Alexandra Kost. Was jedoch auch die fleißigen Schreiber, ob Frank Beckehoff, Mariele Quast, Gretel Kemper, Alfons Fischer oder viele Weitere in der Reise entlang der Bigge klargemacht haben, ist: Man versteht die Heimat erst, wenn man sie aus den verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. So heißt es im „BiggeBuch“: „Es gibt immer ein Ende und einen Anfang. Dazwischen liegen Kilometer und eine Fremde voller kleiner Dinge, von denen man vorher nichts wusste.“ 

Ab April liegt das „BiggeBuch“ kostenlos im Wendener Rathaus sowie allen Filialen der Sparkasse Olpe- Drolshagen-Wenden und bei Olpe Aktiv aus.

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