„Dort beten, wo wir feiern“

Initiative wide@heart bereitet Andacht im Festzelt vor

Einige Mitglieder des wide@heart-Teams präsentieren gemeinsam mit der Heider Künstlerin Illona Weber (2.v.r.) ein Bild zu den sieben Werken der Barmherzigkeit, das die Heiderin für die Andacht gemalt hat.

Schönau/Altenwenden. Jeder hat eine Vorstellung davon, wie das Leben im Alter sein soll. Oder was Kinder brauchen, um wirklich glücklich zu sein. Doch die Realität sieht oft anders aus. Da scheint nicht selten ein recht einfacher Grundsatz zu gelten – nämlich: „Satt, sauber, trocken“. „Wir haben uns gedacht: Machen wir das doch mal zum Thema eines Gottesdienstes“, sagt Karina Schneider. Denn: „Als Christen müssen wir uns schließlich zu Recht die Frage gefallen lassen, ob das denn reicht.“

Die 24-jährige Rechtspflegerin ist Mitglied der Schönauer Initiative wide@heart – eine Gruppe von Frauen und Männern unterschiedlichen Alters, die sich vor etwa zwei Jahren zusammengefunden hat. Ihr Ziel: Glauben nicht über den Verstand, sondern über das Herz zu vermitteln und zwar mit allen Mitteln, die moderne Medien ermöglichen.

Derzeit bereitet das Team deshalb eine Andacht vor, die am 13. November in Schönau im Festzelt des Karnevalsvereins stattfinden soll. „Wir wollen damit auf doppelte Weise deutlich machen, dass Glaube einen Platz im Leben hat: Wir können und dürfen dort beten, wo wir feiern. Und wir können an einem Ort, der für Freude und Frohsinn steht, auch ein ernstes Thema anpacken. Weil beides zu unserem Leben gehört“, erläutert der 39-jährige André Arenz, der bei wide@heart die Technik koordiniert. Für Team-Mitglied Sarah Koch ist aber auch klar: „Wir wollen mit dem Thema selbstverständlich keine Politik machen. Und noch viel weniger wird es darum gehen, ein schlechtes Gewissen zu vermitteln. Das Schöne am christlichen Glauben ist ja, dass der richtig verstanden nicht als erhobener Zeigefinger daherkommt. Sondern als eine ausgestreckte, helfende Hand.“

So provokant also das Thema der Andacht auch scheinen mag: „Wir haben uns da schon einiges einfallen lassen, das aufbauend und ermutigend ist“, so die 26-jährige Verwaltungsangestellte. Und offenbar gilt das nicht nur für die Inhalte. Sondern auch für die unterschiedlichen Gruppen und Personen, die in die Andacht eingebunden werden. So werden Vertreter unterschiedlicher Vereine des Ortes Teile eines Kreuzes mitbringen, welches dann vor Beginn des Gottesdienstes zusammengebaut wird.

„Damit wollen wir deutlich machen, dass Gemeinde immer aus ganz unterschiedlichen Gruppen mit ganz unterschiedlichen Begabungen und Talenten besteht“, sagt Selina Hees, eine der jüngsten im Team. Vor diesem Hintergrund freuen sich alle auch darüber, dass die Heider Künstlerin Ilona Weber ihre Unterstützung zugesagt hat. Sie hat das Thema der Andacht in Bilder umgesetzt und ist sich sicher: „Damit werden noch einmal visuell ganz neue Zugänge ermöglicht.“

Der Gottesdienst wird übrigens im Rahmen der baseLINE-Andachten stattfinden – ein Format, das die Schönauer und Altenwendener Vereine entwickelt haben, nachdem die Messen im Ort zusammengekürzt worden waren. Ihre Idee: Wenn wir die Kirche im Ort halten wollen, dann muss der Ort in der Kirche bleiben – im Zweifel auch ohne Priester. Deshalb bereiten die Vereine nun ein bis zwei Mal monatlich innovative Andachten vor, bei denen auch moderne Medien eingesetzt werden.

Im November nun wird das Team von wide@heart an der Reihe sein. „Uns war es wichtig, nach dem vorläufigen und nicht freiwilligen „Aus“ unseres Projektes für die Messfeiern deutlich zu machen, dass uns die Freude am Beten nicht vergangen ist. Deshalb bringen wir uns hier bei den Andachten ein. Erfreulich ist aber: Wir werden in Absprache mit Pfarrer Vornholz wohl bald auch wieder eine wide@heart-Messe feiern können. Wir planen da jedenfalls für das Frühjahr 2017“, berichtet Studentin Caro Tump. Die von wide@heart vorbereitete baseLINE-Andacht (ca. 45 Minuten) findet am 13. November im Festzelt in Schönau statt. Beginn ist um 18 Uhr.

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