1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Wenden

„Man bekommt viel zurück“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der Ehrenamtspreis des SPD-Kreisverbandes ging an die Kirmesaktion „Lago da Pedra“, den Bürgerbus Wenden und Werner Sasse.  Foto: Saskia Schneider
Der Ehrenamtspreis des SPD-Kreisverbandes ging an die Kirmesaktion „Lago da Pedra“, den Bürgerbus Wenden und Werner Sasse. Foto: Saskia Schneider

Die Tradition des SPD-Kreisverbands, einen Preis für besonderes ehrenamtliches Engagement zu verleihen, wurde am vergangenen Freitag mit einem festlichen Abend im Restaurant Zeppenfeld in Wenden fortgeführt.

Erste Vorsitzende der Ortsfraktion und Bürgermeisterkandidatin der Sozialdemokraten in Wenden, Jutta Hecken-Defeld, eröffnete die Veranstaltung und rückte sofort die Ehrenamtlichen in den Mittelpunkt. „Ohne das Ehrenamt kommen wir einfach nicht aus“, fasste sie zusammen. Durch den vielfältigen und breit gefächerten Einsatz würde so auch auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam gemacht. Die Arbeit mit den Menschen sei es, was inspiriere, denn „man bekommt so viel zurück“.

Auch Bürgermeister Peter Brüser dankte den Anwesenden stellvertretend für alle Helfer für ihre Arbeit. „Nachhaltig helfen Sie unserer Gesellschaft – ohne Sie würde unsere Gemeinschaft nicht funktionieren“, so Brüser und listete einige beeindruckenden Zahlen auf. So gibt es nur in der Gemeinde Wenden 7500 Mitglieder in Sportvereinen, 3600 in kulturellen Vereinen, 26 Chöre, acht Musikvereine sowie zwei Spielmannszüge. Die hervorragende Jugendarbeit sichere die Zukunft, so Brüser, denn bei Kindern und Jugendlichen seien diese Vereine hoch im Trend.

Einer der drei gleichwertigen Preise ging dabei an „Lago da Pedra“, die Kirmes-Aktion, die seit 43 Jahren Menschen in Not hilft. Durch den Verkauf von Reibekuchen, Getränken und Kaffee sowie Kuchen wird an den drei Kirmestagen viel Geld eingenommen, welches Kindern in Not gespendet wird. Initiiert durch Pfarrer Kaiser, ist 1972 erstmals ein kleiner Stand an der Bergstraße eröffnet worden, in dem Reibekuchen gebacken wurden.

„Lago da Pedra“, im Nordosten Brasiliens, wird auch das Armenhaus Brasiliens genannt, doch durch die Hilfe der engagierten Wendener hat sich die Situation dort sichtlich verbessert. Sibille Niklas bedankte sich bei dem 20-köpfigen Team, das die Einteilung der bis zu 600 Helfer organisiert und sich ganzjährig erfolgreich um die Aktion kümmert. „,Lago da Pedra' ist ein fester Bestand der Kirmes geworden – vielen Dank dafür“, so Niklas. Thomas Schrage, Mitorganisator der Kirmesaktion, dankte den 600 Helfern, die Reibekuchen backen, Getränke verkaufen oder samstags oder montags morgens in den Ortschaften Kartoffeln schälen.

Bürgerbus auf drei Strecken unterwegs

Auch der Bürgerbusverein Wenden bekam eine Ehrung. Stephan Niederschlag, Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins Wenden, dankte in seiner Laudatio den Fahrern und Organisatoren, die ihre Freizeit für den Bürgerbus opfern. 2005 ist der Bürgerbus zum Leben erweckt worden und erfreut sich seither, besonders bei dem älteren Publikum, großer Beliebtheit. Erst gab es nur einen Bus, doch seit 2013 rollt auch ein zweiter Kleinbus für die gute Sache durch die Gemeinde.

Auf drei verschiedenen Strecken können Menschen zu günstigen Preisen durch die Orte fahre, was mit dem normalen Busbetrieb kaum möglich ist: „Viele Orte werden durch die VWS nur zweimal am Tag angefahren, da hilft der Bürgerbus enorm.“ Mit 22 Fahrern sind in den vergangenen Jahren 17.000 Bürger transportiert worden. Dabei sei der Bürgerbus auch ein Kommunikationsmittel, denn „ein nettes Gespräch mit den Fahrgästen ist an der Tagesordnung“, so Niederschlag. Seit Kurzem übernimmt der Verein auch den Transport der Asylbewerber aus Hillmicke zum Deutschkurs nach Wenden. Niederschlag wünschte dem Verein und dem Vorsitzenden Gerhald Pelz noch viele weitere erfolgreiche Jahre.

Als Einzelperson wurde Werner Sasse geehrt, der seit 43 Jahren politisch aktiv ist. Nachdem er 1975 in den Kreistag gewählt worden ist, war er Mitglied in vielen Sonderausschüssen, bevor er 2001 der erste Ombudsmann des Kreises Olpe wurde. Ein Ombudsmann ist ein Schiedsmann, der sich für die Belange einer Gruppe einsetzt. Im Fall von Werner Sasse waren dies die Menschen mit Behinderung, für die er sich bis 2014 einsetzte. Besonders das Thema der Barrierefreiheit lag ihm dabei am Herzen.

Mit seiner deutlichen Meinung sei er nicht immer auf Gegenliebe gestoßen, so Peter Musler, der die Laudatio hielt. Doch genau das sei es, was die Politik brauche: „Ja-Sager haben wir genug.“ Ein Mensch mit Überzeugung für die gute Sache sei Sasse sein ganzes Leben lang gewesen, wofür er diese Würdigung mehr als verdient habe.

Auch die Landtagsabgeordnete Petra Crone war der Einladung gefolgt und dankte für das Engagement. „Das Leben wäre so arm ohne das Ehrenamt“, stellte sie treffend fest. Crone hatte für die Geehrten dann noch eine Überraschung und lud je zehn aus jeder Gruppe für eine viertägige Reise nach Berlin ein. Danach klang der Abend noch feierlich aus. (Von Saskia Schneider)

Auch interessant

Kommentare