„Sensibler Punkt“ beim Großprojekt

Marode Zufahrt zum Josefsheim: Caritasverband erwartet Kostenbeteiligung der Gemeinde Wenden

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Beim Um- und Neubau des Josefsheims geht es für den Caritasverband nun um einen „sensiblen Punkt.“

Wenden. Es geht um 1300 Quadratmeter. Und es geht um Geld. Um mehr Geld, als der Caritasverband zahlen kann. Und um mehr Geld, als die Gemeinde Wenden bezahlen will. Streitfall ist der Weg zum Josefsheim in Wenden. Der steht in der kommenden Woche auf der Tagesordnung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Gemeinderat in Wenden. Und dürfte für einige Diskussionen sorgen.

Der Caritasverband des Kreises Olpe will bekanntlich das Josefsheim am bisherigen Standort teilweise umbauen und teilweise neu bauen – Gesamtkosten: rund 20 Millionen Euro. Der Verband möchte nun auch die Straße vom Altenhofer Weg zum Josefsheim kaufen – erwartet allerdings die finanzielle Unterstützung der Gemeinde, was den Ausbau der mittlerweile maroden Straße angeht. Das geht aus einem Antrag des Caritasverbandes an den Wendener Gemeinderat hervor. Die Verwaltung habe „eine Übernahme oder auch nur Beteiligung“ an den Kosten für die Instandsetzung der Straße „jedoch bisher leider angelehnt.“

Der Verband geht von zusätzlichen Kosten von rund 370.000 Euro für die Instandsetzung der Straße aus, was beim „aus Eigenmitteln abzudeckenden, nicht refinanzierten“ Anteil an den Gesamtkosten des Projekts von zwei Millionen Euro das Budget „in unzumutbarer Form“ überschreite. Daher erwarte man „eine Kostenübernahme der Sanierung uns Aktualisierung in Höhe der genannten ca. 370.000 Euro.“ Der Verband argumentiert unter anderem damit, dass der Betrieb des Altenheims auch im öffentlichen Interesse liege.

Verwaltung will nur 15 Prozent zahlen

Doch die Verwaltung will sich laut Beschlussvorschlag für die kommenden Sitzungen der politischen Gremien „analog zu den Bestimmungen bei Erschließungsbeiträgen“ nur mit 15 Prozent an diesen Kosten beteiligen. Das wären 53.000 Euro für Planung und Umbau der Straße. Die Gemeinde sei sich „durchaus ihrer Verantwortung bewusst, ihren Beitrag für die Erschließung dieses wichtigen Projektes zu leisten“. Daher übernimmt sie die Kosten für den Gehweg vom neuen Parkplatz am Altenhofer Weg bis zur Zufahrt zum Altenheim und legt einen Zebrastreifen Richtung Stemmicker Weg an – alles inklusive Straßenbeleuchtung. Die Kosten veranschlagt die Gemeinde mit rund 50.000 Euro.

Die Zufahrt selbst kann der Caritasverband laut Beschlussvorschlag für 5 Euro pro Quadratmeter kaufen. Dieser Preis war bereits im Vorfeld für Flächen vereinbart worden, die die Caritas nicht baulich nutzen könne. Dieser Preis soll nun auch für die Straße gelten „unter Berücksichtigung dessen, dass der Straßenzustand abgängig ist“. Die bislang nichtöffentliche Straße würde dann als Privatstraße in den Besitz des Caritasverbands übergehen.

„Unter Berücksichtigung des Erlöses für den Verkauf der Verkehrsflächen würde sich die Gemeinde insgesamt mit 97.000 Euro beteiligen“, so die Verwaltung. Den Betrag sieht die Gemeinde als „angemessen und vertretbar“ an, schließlich handele es sich „um eine bedeutende soziale Einrichtung“ , die in hohem Maße „auch im Interesse der Gemeinde“ betrieben werde.

Über den Beschlussvorschlag muss nun die Wendener Politik in der kommenden Woche entscheiden. Und der Caritasverband wird sicher genau hinschauen, was im Rathaus beschlossen wird. Denn am Ende geht es für ihn laut Antrag um „einen sensiblen Punkt“ bei der Realisierung des Großprojekts.

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