Für mehr Lebensqualität

Jürgen Spieker vom DRK Wenden: Hilfseinsatz in Tansania

Jürgen Spieker verabschiedete sich beim Krankenhausteam und den Dorfvertretern.

Wenden/Qaru. Im September und Oktober wird Jürgen Spieker, ehrenamtlicher Rettungssanitäter des DRK Wenden, zum achten Mal einige Wochen im Nordosten Tansanias verbringen, um das Krankenhaus-Projekt voranzubringen. Neben der Tagesklinik und dem Mutter-Kind-Haus stehen den Menschen jetzt eine Frauen- sowie eine Männerstation und zusätzlich ein Isolierbereich für ansteckende Infektionen zur Verfügung. Jürgen Spieker berichtet:

„Im März wurden in der Kreisstadt Karatu die 17 bestellten Krankenhausbetten fertiggestellt und nach Qaru gebracht. Ab April wurden von Spiekers tansanischen Mitarbeiter Emmanuel Msamba Arbeiter damit beauftragt, aus Steinbrüchen am Rand von Flussläufen Natursteine für stabile Fundamentbauten für den Bau eines Verbrennungsofens zu brechen und nach Qaru zu transportieren.

Da der April mitten in der großen Regenzeit liegt, musste immer sehr spontan entschieden werden, ob diese Arbeit überhaupt stattfinden konnte. Die „Trockenflussläufe“, wie sie außerhalb der Regenzeit genannt werden, waren eben nicht trocken, und daher musste man Tage herausfinden, an denen die Flussläufe halbwegs zu befahren waren. Ebenso schwierig war es, auf der Rückfahrt nach Qaru den tonnenschweren LKW auf den schlammigen, rutschigen Straßen zu halten und an den entgegenkommenden schlingernden Fahrzeugen vorbeizusteuern. Wenn es im Schlamm gar kein Weiterkommen gab, suchten die Männer am Straßenrand im dürren Gestrüpp nach Ästen, um die Räder wieder gangbar zu machen. In der Dunkelheit – Nachtbeginn am Äquator schlagartig um 19 Uhr – ist das immer mit besonderen Schwierigkeiten verbunden.

Dank der tatkräftigen Arbeiter konnte das stabile Fundament des mehrstöckigen Verbrennungsofens an der Krankenstation schließlich fertiggestellt werden.

Zahlreiche Frauen warten mit ihren Kindern geduldig auf die Untersuchung.

Wegen der wachsenden Patientenzahl wird es bald nicht mehr möglich sein, die Abfälle – wie bisher – zu vergraben. Eine organisierte Müllentsorgung wie bei uns gibt es dort natürlich nicht. Weitere Gruben zu buddeln, ohne alten Müll wieder freizulegen, ist in den vergangenen Monaten immer schwieriger geworden. In dem jetzt von Fachleuten gebauten Ofen sollen alle anfallenden Reste der Krankenstation von harmlosen Papieren über mehr oder weniger restentleerte Desinfektionsmittelbehälter, Glasfläschchen, gebrauchte Spritzen, Kanülen und Medikamentenreste bis hin zu Nachgeburten verbrannt werden.

Übrig bleiben schließlich nur noch wenige nicht brennbare Gegenstände, die herausgeharkt und vergraben werden müssen. Bisher wurde die Bettwäsche in dem entstehenden Gesundheitszentrum in Plastikschüsseln gewaschen und zwischen den Bäumen hinter den Häusern zum Trocknen aufgehängt.

Eine bessere Lösung wird wegen der zahlreichen Patienten dringend benötigt. Wenn es das Spendenaufkommen zulässt, könnte noch in diesem Jahr der Bau eines Waschhauses beginnen. Auch in dem Waschhaus wird die Wäsche mit den Händen gewaschen, aber dann in Standhöhe und in Waschtrögen aus Beton. Das Wasser wird mit Hilfe einer eingebauten Feuerstelle unter dem Trog erhitzt – mit Brennmaterialien aus der Umgebung (dürre Äste, Kuhdung, Papierreste u.a.). Wenn es später zu finanzieren ist, soll eine Waschmaschine – kombiniert mit einer Filteranlage – die Arbeit übernehmen. Jürgen Spieker fördert auch gemeinsam mit seiner Frau Bianka Feldmann die Secondary School am gleichen Ort. Parallel zum Bau des Verbrennungsofens wird unter der Leitung von Emmanuel ein Hostel für 24 Schülerinnen gebaut, die täglich einen stundenlangen Weg durch die Savanne zurücklegen müssen.

Eine Berufsausbildung für Mädchen

Schulleiter Daniel Panga: ,Gerade die Mädchen auf dem Land wissen nur zu genau, wie ihre Zukunft ohne den Besuch einer weiterführenden Schule aussehen würde: früh verheiratet werden, ständige Schwangerschaften und verantwortlich für 80 Prozent der anfallenden Arbeiten in dem ärmlichen Bauernkotten.‘

Nach der Graduation (Mittlere Reife) können die Schülerinnen einen Beruf lernen (Polizistin, Grundschullehrerin, Krankenschwester) und selbständig Geld verdienen. Mit der Hilfe aus Deutschland wird die Lebensqualität der Einwohner von Qaru und der umliegenden Dörfer nach und nach besser, was die Menschen dankbar zur Kenntnis nehmen.“

Spendenkonto: DRK Wenden Volksbank Wenden-Drolshagen eG IBAN: DE98 4626 1822 0005 6143 11 BIC: GENODEM1WDD Verwendungszweck „Tansania“

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