„Einen Termin bei Oma buchen“

Minister Karl-Josef Laumann lobt Kommunikationsprojekt im Haus Elisabeth

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (M.) besuchte das Haus Elisabeth in Rothemühle, um sich von dem Kommunikationsprojekt von Reinhard Schönauer (2.v.l.) und Stefan Spieren (9.v.r.) überzeugen zu lassen.
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Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (M.) besuchte das Haus Elisabeth in Rothemühle, um sich von dem Kommunikationsprojekt von Reinhard Schönauer (2.v.l.) und Stefan Spieren (9.v.r.) überzeugen zu lassen.

Rothemühle – Die Coronakrise hat in vielen Arbeitsbereichen zu einem Umdenken bei den Menschen geführt. Videokonferenzen, Homeoffice und viele weitere digitale Lösungen erfreuten sich im Laufe der Krise immer größere Beliebtheit. Und auch im Bereich des öffentlichen Lebens scheint die Digitalisierung voranzuschreiten. So entwickelten Reinhard Schönauer, Geschäftsführer der Firma Schönauer Personalservice in Wenden, und Stefan Spieren, Hausarzt in Hünsborn, im Zuge der zunehmenden Virus-Ausbreitung und der damit einhergehenden Verschärfung der Besuchsregeln in Senioren- und Pflegeheimen die Idee für ein Kommunikationsprojekt für Seniorenheimbewohner und ihre Familien. Dies ersetze bei einem erneuten Besuchsverbot oder bei Familienmitgliedern, die weiter entfernt wohnen, zwar nicht einen richtigen Besuch, trotzdem könne so der Kontakt der Bewohner „nach außen“ aufrecht erhalten werden.

Bei seinem ersten Besuch eines Seniorenheims nach dem Corona-Lockdown ließ sich auch Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, von dem Projekt überzeugen: „Wir alle hatten große Angst, dass das Virus in die Altenheime kommt. Leider ist es trotz der vielen Schutzmaßnahmen zum Teil so gekommen. Es hat sich gezeigt, wie gefährlich das Virus ist, gerade für Leute ,im besten Alter‘.“ Und so habe für die Politik als Exekutive keine andere Möglichkeit mehr bestanden, als Besuchsverbote für Senioren- und Pflegeheime zu erlassen. Er bedauerte: „Die Sache, die uns am schwersten gefallen ist, ist, dass wir in Bezug auf Alten- und Pflegeheime entschieden haben, wie wir es getan haben.“ 

Er freue sich, dass die Infektionslage sich insofern verändert habe, dass Lockerungen nun möglich seien. Trotzdem mahnte er, an der Maskenpflicht und Abstandsregelung weiterhin festzuhalten, um erneute Ausbrüche des Virus’ zu verhindern. 

Ordnung muss sein: Auch Minister Laumann musste seine Daten hinterlegen.

Im Gespräch mit den Bewohnern des Hauses Elisabeth in Rothemühle - Grete Bender, Magdalena Meurer und Werner Drüke - hob er hervor, dass diese zwar auf die Besuche ihrer Kinder und Enkelkinder verzichten mussten, es aber im Hinblick auf das Pflegepersonal viele Leute gab, die sich um das Wohlbefinden der Bewohner kümmerten. Dieser Aussage pflichteten die Bewohner einhellig bei. 

Entlastung des Pflegepersonals

Stefan Spieren und Reinhard Schönauer erklärten das Kommunikationsprojekt, ebenso wie den Vorteil gegenüber herkömmlicher Videotelefonie per Whatsapp oder anderen Formaten: „Der technische Partner ,samedi‘ aus Berlin stellt eine zertifizierte, verschlüsselte Videolösung mit Buchungsfunktion zur Verfügung. Die Konfiguration erfolgt durch die Arztpraxis Spieren & Kollegen, die die gleiche Technik bereits für Videosprechstunden einsetzt. Um Unabhängigkeit von der Infrastruktur der Senioreneinrichtung zu gewährleisten, stellt die Arztpraxis die notwendige LTE-Verbindung und die Firma Schönauer Personalservice ein Tablet zur Verfügung, das die Bewohner nutzen können.“ 

Und weiter: „Der ganze Ablauf erfolgt komplett digital und entlastet damit auch das Pflegepersonal im Haus Elisabeth, da die Buchungen zu vorgegebenen Zeiten durch die Angehörigen selbst erfolgen können. Die Angehörigen gehen einfach auf die Seite der Hospitalgesellschaft, folgen dem Link des Hauses Elisabeth, klicken auf den Reiter ,Terminvereinbarung Videotelefonie‘ und schon können sie einen Termin bei Oma oder Opa buchen.“ 

Schönauer und Spieren freuten sich über die Möglichkeit, das Projekt im Haus Elisabeth umzusetzen. „Die pragmatische und innovative Lösung konnte aufgrund der jahrelangen und guten Zusammenarbeit mit dem gesamten Pflegepersonal um Melanie Beckmann, Pflegedienstleitung im Haus Elisabeth, umgesetzt werden. Vorbehalte der Seniorinnen und Senioren sind in der Einrichtung selten, die Seniorenheimbewohner sind offen für neue Möglichkeiten der Kommunikation.“ 

Innovatives Projekt weiter vermitteln

Landrat Frank Beckehoff fand nicht nur lobende Worte für das Projekt, sondern bot zudem seine Hilfe an. Er wollte sich an diesem Tag zum einen über das Projekt informieren und von diesem überzeugen lassen. Zum anderen bot er den Initiatoren des Projektes an, dieses an das „Zentrum Digitale Pflege“ weiter zu vermitteln. Das „Zentrum Digitale Pflege“ ist ein Teil des Strukutrföderprogrammes „Regionale 2025“ und dient dazu, unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels in der Pflegebranche eine Antwort auf Versorgungslücken im Gesundheitswesen auf dem Land zu geben. 

Bürgermeister Bernd Clemens (l.) begrüßte Minister Karl-Josef Laumann.

Zu Gast waren neben den Initiatoren des Projektes, dem Minister selbst, Landrat Beckehoff, dem Pflegepersonal und den Bewohnern des Hauses auch Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft, Thomas Hamacher, Kassenzahnärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, und Dr. Volker Schrage, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe sowie Wendens Bürgermeister Bernd Clemens und der heimische Landtagsabgeordnete Jochen Ritter.

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