20-Millionen-Euro-Projekt beginnt

Nach zehn Jahren Planung: Symbolischer Spatenstich für neues Caritas-Zentrum Wenden vollzogen

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Große Freude beim Spatenstich: Der Neubau des Caritas-Zentrums Wenden hat endlich begonnen.

Wenden - Es ist das bislang größte Bauprojekt des Caritasverbandes Olpe, eine der größten Investitionen in der Gemeinde Wenden, ein echter Meilenstein, ein klares Bekenntnis für den Standort - und alle Beteiligten mussten sehr lange auf den „Startschuss“ warten. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat der Neubau des Caritas-Centrums in Wenden am Donnerstagmittag begonnen.

„Ich weiß, dass manche hier in der Region schon nicht mehr geglaubt haben, dass es jemals dazu kommt, wenn von ersten Überlegungen bis zum tatsächlichen Start fast zehn Jahre vergehen“, sagte Christoph Heuel, Aufsichtsratsvorsitzender der Alten- und Krankenhilfe der Caritas beim Spatenstich. Er stellte die besondere Ausrichtung des Caritas-Zentrums in Wenden heraus: „Das, was es nur einmal in der Gemeinde Wenden gibt, ist das Caritas-Zentrum mit dem vollen Sortiment der Leistungen, die ältere und pflegebedürftige Menschen bedürfen, ohne zwischen allen möglichen Anbietern ,hin- und herswitchen‘ zu müssen.“ Das Angebot - von ambulanter Pflege inklusive palliativer Versorgung über den Hospizdienst Camino bis hin zu Tages- und stationärer Pflege und sozialer Arbeit - sei „einzigartig und wird von keinem anderen Anbieter vorgehalten.“ 

Laut Heuel kann das alles aber noch verbessert werden - und da setzt der Neubau an: „Damit werden wir das Angebot noch ausbauen mit altengerechten Wohnangeboten und Gemeinschaftswohnen.“ Laut Bürgermeister Bernd Clemens setzt der Caritasverband mit dem Neubau „ein Zeichen, um eine Versorgungslücke in vielen Bereichen zu schließen“: „Sie schaffen hier eine Wohnsituation von ganz besonderer Güte.“ 

Im Jahr 2010 hatte der Caritasverband das Gebäude am Altenhofer Weg übernommen und bis 2011 ein Konzept für das Caritas-Zentrum entwickelt. Daran schloss sich im 2012 eine Machbarkeitsstudie an. Nach zähem Ringen genehmigte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe den Neubau im Jahr 2016. Im September 2017 stellte Caritasverbands-Geschäftsführer Christoph Becker dem Wendener Gemeinderat die finalen Pläne vor. Nachdem einige offene Punkte - unter anderem die Sanierung der maroden Zufahrt zum Caritas-Zentrum - geklärt waren, geht es jetzt also los.

So wie in diesem Modell soll das neue Gebäude später aussehen.


Die gesamte Baumaßnahme soll vier Jahre dauern: „Zur Halbzeit in zwei Jahren wollen wir den Neubau in Betrieb nehmen. Dann werden nach dem Umzug die Bestandsgebäude reduziert und der weiter benötigte Teil saniert“, sagte Christoph Heuel. Neu gebaut werden der komplette Kernbereich der vollstationären Pflege, Gemeinschaftsräume, Foyer, öffentliche Cafeteria, Räume für die Tagespflege, außerdem die Kapelle, Verwaltungsräume und eine Großküche. Diese Verbundsküche des Caritasverbandes soll, laut Christoph Becker, „im Grunde genommen Einrichtungen im ganzen Kreis Olpe versorgen, mit einigen Schwerpunkten.“

80 Bewohner sollen im neuen Caritas-Zentrum Platz finden. Außerdem wird ein speziell auf die Bedürfnisse von Demenzkranken ausgerichteter Bereich umgesetzt. Im bereits bestehenden Gebäude werden weitere Angebote, wie Caritas-Station und Caritas-AufWind Platz untergebracht. Insgesamt investiert der Caritasverband 20 Millionen Euro in das Projekt.

Fakten zum Gebäude

Architekt Thomas Schönauer stellte einige Fakten zum neuen Gebäude vor. Aufgrund der „massiven Hanglage“ ist der Neubau an der Vorderseite fünfgeschossig, im hinteren Teil gibt es nur zwei Etagen. Das Zentrum hat 5800 Quadratmeter Nutzfläche: „Für die Statistiker unter Ihnen: Das sind 25.800 Kubikmeter umbauter Raum.“ 9000 Kubikmeter Erde werden bewegt, 5000 davon werden wieder auf dem Gelände genutzt. Zudem wird 2000 Kubikmeter zum Einbau geeigneter Boden geliefert. Alle Zimmer sind barrierefrei, einige zusätzlich rollstuhlgerecht: „Rollstühle brauchen nunmal mehr Platz.“ Das Gebädue entsteht in konventioneller Bauweise: „Wir werden viel, viel Beton haben“, so Schönauer.

Das Bauprojekt bleibt in regionalen Händen: Generalunternehmer sind die Firmen Arns Bau aus Hünsborn und Sabisch & Co. aus Oberveischede. Für den Tiefbau ist die Firma Straßen- und Tiefbau aus Kirchhundem zuständig. Im Januar/Februar 2020 sollen die Hochbauarbeiten beginnen, für 2021 ist die Fertigstellung des Neubaus geplant. „Ein ehrgeiziges Ziel“, sagte Bürgermeister Clemens und sicherte die Hilfe der Gemeinde zu: „Wir helfen, wo wir können. Wenden Sie sich einfach an uns.“ 

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