Nächste „baseLINE“-Andacht

Indien-Initiative „Leonidis“ geht Hintergründen des Blasius-Segens nach

Die Bauarbeiten in Khunti gehen weiter voran: Gefördert von „Leonidis“ entsteht hier ein Internat für Mädchen, damit diese nicht länger den gefährlichen Schulwegen ausgesetzt sind.

Schönau. In den katholischen Kirchen wird am Wochenende der Blasius-Segen gespendet. Was es mit diesem Segen auf sich hat, wo er herkommt und warum er mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet wird – das ist Thema der nächsten „baseLINE“-Andacht am kommenden Sonntag, die um 18 Uhr in der St. Elisabeth-Kirche in Schönau stattfindet. Im Anschluss an die Andacht wird der Blasius-Segen gespendet.

„Vieles in unserem Glauben ist ja mittlerweile zu einem hohlen Ritual verkommen: Wir nehmen teil, ohne wirklich zu wissen, warum und weshalb etwas getan wird“, sagt Irmgard Grebe-Quast, Sprecherin der Schönauer Indien-Initiative „Leonidis“, die die „baseLINE“-Andacht vorbereitet hat. „Wir wollen deshalb den Hintergründen dieses Segens-Rituals einmal nachgehen. Konkret: Warum der Blasius-Segen beispielsweise mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet wird – und warum diese Kerzen vor den Hals gehalten werden“, so Grebe-Quast.

Mit kurzen, erklärenden und zugleich zum Nachdenken anregenden Erzählungen und Geschichten aus dem Leben des Heiligen Bischofs Blasius soll dieses im Sauerland immer noch beliebte Segens-Ritual damit wieder stärker in die Lebenswirklichkeit geholt werden.

Grebe-Quast weiß dabei: „Eigentlich geht es ja in unserem Christ-sein immer genau darum: Dass wir das, was wir tun, anbinden können an unseren Glauben. Dass es ein Fundament hat. Und dass wir umgekehrt auch unseren Glauben in Beziehung zu unserem Leben setzen – ihn nicht als etwas verstehen, was mit dem Alltag nichts zu tun hat.“ Interessanterweise war das zugleich einer der Grundgedanken von Sr. Leonidis – jener im Jahr 2009 verstorbenen Schönauer Ordenschwester, die dann später der Indien-Hilfe des Ortes ihren Namen geben sollte: Handeln und Helfen aus christlicher Verantwortung – und umgekehrt das eigenen Handeln auch immer wieder mit dem Glauben abzugleichen. „Für Sr. Leonidis war damit dann nämlich auch klar: Christlich zu handeln hängt nicht davon ab, wer von unserem Tun betroffen ist. Einfacher ausgedrückt: Zu helfen - losgelöst von der Frage, wem geholfen wird“, so Grebe-Quast, die zugleich einräumt: „Wir wissen selbstverständlich, dass wir als Kirche häufig und hart in der Kritik stehen. Aber: Diese Leit-Idee überzeugt weiterhin.“

Initiative hat 2018 über 75.000 Euro gespendet

Die Bilanz der kleinen Indien-Initiative gibt ihr dabei Recht. Denn in den vergangenen Jahren hat sich Leonidis zu dem kirchlichen Hilfsprojekt im Wendschen mit dem größten Spendenaufkommen entwickelt. Über 75.000 Euro konnten allein im vergangenen Jahr eingenommen und an Projekte wie den Aufbau eines Internats, den Betrieb von Schulen und Krankenstationen oder zur Hilfe bei den wenige Wochen zurückliegenden Überschwemmungen in Indien weitergeleitet werden. „Mit dieser Summe haben wir ein weiteres Mal einen Rekordwert erzielt und erneut die Vorjahres-Einnahmen übertroffen“, zeigt sich Grebe-Quast glücklich – und dankbar. Denn: „Der Rückhalt in Schönau-Altenwenden und im gesamten Wendschen ist nach wie vor ungebrochen. Das ist nicht selbstverständlich und macht Mut für die Zukunft.“

Die Brücke zum Heiligen Blasius zu schlagen, fällt ihr dabei nicht schwer: „Als Arzt machte er sich unter anderem dadurch einen Namen, dass er allen Menschen geholfen hat – nicht nur seinen Glaubensbrüdern und -schwestern. Und genau so wollen wir auch Leonidis fortführen: Als eine Initiative, die medizinische und schulische Projekte aufbaut und finanziert – und zwar für alle Menschen in Indien, die Hilfe brauchen – unabhängig davon, wo sie herkommen oder was sie glauben.“ Aus diesem Grund soll die Türkollekte an diesem Sonntagabend auch der Indien-Initiative zugutekommen.

Mitgestaltet wird die Andacht von der Schola „Credo“. Die Gruppe wurde vor vier Jahren gegründet und begleitet Gottesdienste mit modernen Arrangements mit. Dabei geht es „Credo“ nicht um „nette Gesangsvorträge“, sondern die Lieder werden so präsentiert, dass sie zum Mitsingen einladen.

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