Genossenschaft übernimmt Arbeit der Projektgruppe

Ottfinger Dorfladen: Corona-Krise erschwert Umsetzung der Pläne

Das bisherige Ladenlokal des Lebensmittelladens „Arns“ und zukünftige Ladenlokal „Dorfladen Ottfingen“.

Ottfingen - Die Einkaufs- und Versorgungsgenossenschaft Ottfingen eG wurde Anfang März gegründet. Gerade noch rechtzeitig vor der Corona-Krise. „Hätten wir die Gründungsversammlung auch nur eine Woche später angesetzt, hätte uns der Corona-Virus einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht“, äußert sich der Vorsitzende der neuen Genossenschaft, Robert Kirchner-Quehl.

Seit der Gründungsversammlung ist bereits wieder einiges geschehen. Neben der finalen Planung des Ladens in Bezug auf die Inneneinrichtung, der Anmeldung und Eintragung der Genossenschaft ins Genossenschaftsregister sowie der Akquise des benötigten Personals, steht die Sicherstellung der Finanzierung im Fokus der Arbeiten.

So wurden alle Personen persönlich angeschrieben und aufgefordert, ihre im Vorfeld der Gründung verbindliche gemachte Zusage zur Zeichnung von Anteilen durch ihren Beitritt zur Genossenschaft umzusetzen. „Die meisten Personen haben ihre Beitrittserklärung mittlerweile abgegeben. Aber uns fehlen derzeit noch knapp 65 Anteile“, so Stefan Klör, im Vorstand der Genossenschaft zuständig für die Mitgliederverwaltung.

„Ich gehe davon aus, dass einige die Abgabe schlicht vergessen haben und hoffe, dass der ein oder andere jetzt noch seinen Beitritt erklärt, sonst müssen wir diese Personen noch einmal ansprechen, was wieder mit entsprechendem Zeitaufwand verbunden ist“. Mit dem Anschreiben der bisherigen Absichtserklärer wurden auch noch einmal alle Ottfinger Haushalte über die Gründung und den aktuellen Stand per Hauswurfsendung informiert. 

„Unser Dorf – Der Laden für Alle“

Es gab immer wieder das Gerücht, dass zukünftig nur Mitglieder der Genossenschaft im Laden einkaufen können. „Dies ist natürlich nicht so“, so die stellvertretende Vorsitzende Janina Stock. „Wir sind zukünftig froh über jeden, der uns durch seinen Einkauf unterstützt. Unser Motto lautet ja auch „Unser Dorf – Der Laden für Alle“. Aber jeder Beitritt zur Genossenschaft stärkt natürlich unser Eigenkapital und vereinfacht uns den Start dieses umfangreichen Projektes.“

Ein wichtiger Pfeiler im neuen Dorfladen werden die Mitarbeiter im Laden sein. „Wir haben jetzt die Suche nach den hauptamtlichen Beschäftigten gestartet und dazu eine erste Stellenanzeige auch der Homepage der Genossenschaft veröffentlicht. Hier suchen wir im ersten Schritt vor allem die zukünftige Marktleitung, um diese Person frühestmöglich an den Planungen beteiligen zu können“, informiert Janina Stock, die sich vorrangig um die Personalthemen kümmert. So sind bereits erste Initiativbewerbungen eingegangen.

Genossenschaftsverband prüft Zulassung

Bereits vor der Gründung bestand ein reger Austausch mit dem Genossenschaftsverband in Düsseldorf. Eine solche Prüfungsstelle muss sowohl bei der Gründung wie auch beim späteren Betrieb der Genossenschaft einbezogen werden. So stellt der Genossenschaftsverband als unabhängiger Wirtschaftsprüfer fest, ob ein Konzept nachhaltig wirtschaftlich tragbar ist und sorgt dafür, dass die verschiedenen Gesetzte, insbesondere das Genossenschaftsgesetz bei allen Schritten der Gründung sowie im späteren Betrieb eingehalten werden. 

Allein für die Formalien inkl. des Geschäftsplans und der darin enthaltenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurden mittlerweile gut 500 Stunden investiert. „Heute gab es die telefonische Rückmeldung Information, dass die Prüfung erfolgreich abgeschlossen wurde“, so Vorstandsmitglied Olaf Arns, der die Kommunikation mit dem Verband verantwortet. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur Eintragung der Genossenschaft ins Genossenschaftsregister“.

Die größten Schwierigkeiten bereitet die Corona-Krise derzeit bei der Finalisierung des Ladenkonzeptes. „Wir tun uns derzeit schwer, die entsprechenden Fachkräfte an einen Tisch zu bekommen“, schildert Vorstand Jochen Bruch die ungeplanten Herausforderungen. Als Instrument stehen lediglich Telefonkonferenzen zur Verfügung. Aber auch die verschiedenen Lieferanten sind aufgrund der aktuellen Krise nicht immer zu 100 Prozent verfügbar. 

Eröffnung für Ende August geplant 

Aktuell hält der sechsköpfige Vorstand am Zeitplan mit der geplanten Eröffnung Ende August fest. Dazu sind aber noch viele weitere Themen abzuarbeiten. „Wir müssen noch alle Themen im Bereich der Finanzen, wie Steuerberatung, Hausbank und Kreditlinie, Buchhaltungssoftware oder Kassensysteme klären“, listet Schriftführerin Christina Spelz-Euteneuer nur einige der noch zu erledigenden Arbeiten. Auch wurden die Gespräche mit potentiellen Lieferanten fortgesetzt.

„Aber auch hier müssten wir eigentlich mehr Tempo aufnehmen, was aber durch die Corona-Krise ebenfalls schwierig ist. Aber wir können auch hier schon auf die sehr gute Vorarbeit der Projektgruppe „Dorfladen“ der Zukunfts-Werkstatt-Ottfingen e.V. aufbauen“, so der Vorsitzende der Genossenschaft.

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