Wendsche in der Wüste

Ehepaar Selbach besucht Wenden in Arizona

Wenden ist ein Durchfahrtsort in Arizona – das „Tor“ zum Lake Alamo.

Wenden. Wenden hat laut einer statistischen Erhebung aus dem Jahr 2010 728 Einwohner und eine Größe von 39 Quadratkilometern – alles Land. Das Klima wird als sonnig, mit hohem Luftdruck und als „mildes Wüstenklima“ beschrieben. Stopp – das kann ja nicht im Sauerland sein. Stimmt: Wenden liegt in diesem Fall mitten in der Wüste Arizonas im County „La Paz“.

Flirrende Hitze: Die über 40 Grad Celsius konnten Paul und Marcella Selbach bei ihrem Besuch in Wenden nicht die Laune verderben.

Paul und Marcella Selbach aus Wenden – das im südlichen Sauerland – planten vor einiger Zeit ihren Sommerurlaub im Westen der USA. Eines der Ziele: das legendäre Monument Valley in Arizona. „Seit einigen Jahren sehen wir Jahr für Jahr auf der ,Wendschen Kärmetze‘ beim Auto-Scooter einen Truck, auf dem eine handgemalte Karte der USA zu sehen ist“, erzählt Marcella Selbach. „Da sind nicht nur LA oder New York eingezeichnet, sondern eben auch Wenden in Arizona.“ 

Bislang hielten die beiden das natürlich für einen Scherz und lachten Jahr für Jahr über das amerikanische Wenden – bis kurz vor dem Urlaub ihren Mann Paul doch die Neugier packte. Er googelte Wenden, Arizona – und wurde völlig überraschend fündig. 

Einwohner leben in „Mobile Homes“ 

Wenden hat nur einen Supermarkt – in dem man aber auch wirklich alles bekommt. Von frischem Obst bis hin zur Schubkarre.

„Der Ort wurde für eine statistische Auswertung des United States Census Bureau ausgewählt, sonst hätten wir das kleine Örtchen wahrscheinlich nie gefunden“, erzählt die Wendenerin weiter. Kurzerhand planten sie, auf ihrer Rundreise einen „kleinen“ 180-Kilometer-Umweg durch die brütende Hitze zu fahren – und den Wendschen in der Wüste einen Besuch abzustatten. Schließlich standen sie bei über 40 Grad in der staubtrockenen Landschaft am Ortsschild des kleinen Durchfahrtsortes zur Ferienregion am Lake Alamo. 

Woher der Name „Wenden“ stammt, ließ sich bisher allerdings nicht herausfinden. „Neben den paar Häusern entlang der Straße leben die Menschen hier in Mobile Homes – eine Art Wohnwagen“, beschreibt Marcella ihre Eindrücke. Auf stark bewässerten Feldern werden Kürbisse und Melonen angebaut, sonst gibt‘s nur ein kleines Café, das über den Sommer geschlossen war, sowie einen Supermarkt. „Als wir da rein sind, dachten wir wirklich: Das gibt‘s doch nicht.“ Denn hier konnte man wirklich alles erstehen, was man zum Leben braucht – von der Mikrowelle über Schubkarren und Tablettenboxen bis hin zu frischem Obst. „Wir haben uns kurz mit der jungen Verkäuferin unterhalten – ich glaube, sie dachte: ,Die spinnen, die Deutschen‘“, schmunzelt sie. 

Natürlich ließ es sich das Ehepaar nicht nehmen, einen typisch Wendschen Abschiedsgruß auf dem schwarzen Brett des Supermarktes in Wenden, Arizona, zu hinterlassen – einen Sticker der „Wendschen Kärmetze“.

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