25 Jahre Rathaus Wenden – ein Blick in die Vergangenheit

Aus Raumnot zum Neubau

Eine Erinnerung aus den 1920er Jahren: Zum Zeitpunkt des Fotos lebte vermutlich Amtsbürgermeister Adalbert Vonnegut in der Wohnung im oberen Geschoss des Amtshauses.

„Dieses neue Rathaus setzt einen bedeutenden städtebaulichen Akzent in unserer Gemeinde und in seiner außergewöhnlichen Architektur symbolisiert sich ihr in die Zukunft weisender Lebenswille und der ihrer Bürgerschaft“, schrieben Bürgermeister Kunibert Kinkel und Gemeindedirektor Winfried Metzenmacher in ihrem gemeinsamen Grußwort zur Einweihung des Wendener Rathauses am 5. Juni 1990. In diesem Jahr wird das prägende Gebäude Wendens – natürlich neben der Severinus-Kirche – 25 Jahre alt.

Seit einem Vierteljahrhundert ist der Bau nicht mehr aus Wenden, aus der Gemeinde, wegzudenken. Der Weg zu einem eigenen, repräsentativen Rathaus war allerdings lang und steinig. Er beginnt bereits zur Jahrhundertwende: 1900 errichtete man das Amtshaus mit einer Wohnung an der Wendener Hauptstraße. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Amtsgeschäfte in der Wohnung des jeweiligen Bürgermeisters geführt – heute nicht mehr vorstellbar. Bis 1956 wuchsen die Verwaltungsaufgaben stetig an – ein Anbau wurde notwendig. Aber die Raumnot wuchs stetig. 1973 entstanden Büropavillons unterhalb des Anbaus, die aber bereits wenige Jahre später schon wieder zu klein wurden. Das Bauamt verlegte man in die Grundschule Wenden.

Die Arbeit der Verwaltung wurde durch die Aufteilung auf drei Gebäude erheblich behindert – ein unzumutbarer Zustand sowohl für Mitarbeiter als auch für Besucher. Bis Ende der 70er Jahre war allerdings kein Geld da – der Bau der Zentralentwässerung und des Schulzentrums gingen vor.

Baubeginn im Mai 1988

1984 – endlich – setzte der Gemeinderat den Arbeitskreis „Rathaus“ – der aus Mitgliedern des Rates, der Gemeindeverwaltung sowie Architekten bestand – ein, ein Architektenwettbewerb wurde ausgeschrieben und nach Voruntersuchungen wurde die Standortfrage geklärt. Das Preisgericht, das von der Gemeinde eingesetzt wurde, verlieh am 20. März 1986 den 1. Preis an den Wettbewerbsbeitrag der Projektgruppe Architektur + Städtebau, Jochem Jourdan + Bernhard Müller aus Frankfurt. Der Entwurf wurde am 18. April 1987 beschlossen und bereits im Mai des folgenden Jahres begannen die Bauarbeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Arbeitskreis „Rathaus“ stolze 47-mal getagt.

Am Dienstag, 5. Juni 1990, wurde das brandneue Rathaus endlich eingeweiht. ‘ Fortsetzung auf S. 6 (Von MIriam Hubmayer, m.hubmayer@sauerlandkurier.de)

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