„Reichtum von Mundarten“

Neues Heft „Op Platt“ mit Interview von Karl-Heinz Kaufmann 

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Im Museum Wendenerhütte stellte der Trägerverein Mundartarchiv Sauerland ihr neustes Heft mit CD vor: Siegfried Koepp, Geschäftsführer der EMG, Dr. Werner Beckmann, Karl Heinz Kaufmann, Klaus Droste sowie Landrat Frank Beckehoff (v.l.). 

Wendenerhütte. Das Museum Wendenerhütte ist bekannt für beeindruckende Ausstellungen und historische Werke – diesen Ort der Zeitreise nutze am Freitagmorgen das Mundartarchiv Sauerland (Cobbenrode) um das neue Heft „Op Platt“ vorzustellen. In dieser 27. Ausgabe hat Dr. Werner Beckmann ein Interview mit dem Hillmicker Karl Heinz Kaufmann geführt – die Ausgabe besteht aus der Verschriftlichung sowie einer CD zum Zuhören.

„So wird auch die Aussprache dem Plattdeutschen verdeutlicht,“ so Klaus Droste, Geschäftsführer des Trägervereins Mundartarchivs, „ schließlich ist diese nicht immer eindeutig.“

Die Verschriftlichung dieser gesprochenen Sprache stellt einen enormen Zeitaufwand dar, den Dr. Beckmann für den Erhalt des Platt aufbringt. Dabei hatte sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, mindestens aus jeder Gemeinde des Hochsauerlandkreises und des Kreises Olpe ein Heft herauszubringen. Das nächste Heft vollendet dieses Ziel – aber der Trägerverein hat noch viel Material für weitere Hefte. Das nun erschienene Interview mit Karl Heinz Kaufmann ist bereits im Jahr 2000 aufgezeichnet worden. Insgesamt 240 Gespräche hat Dr. Beckmann insgesamt geführt hat. Karl Heinz Kaufmann setzt sich selbst sich für den Erhalt des Platt und der Geschichte ein, so hat er die Chronik der Wendenerhütte aufgearbeitet, für die Volkshochschule der Gemeinde Wenden gearbeitet und im Arbeitskreis „Platt“ begonnen den „Reichtum von Mundarten“ kennenzulernen. „Diese sind von Ort zu Ort unterschiedlich. So reden die Hillmicker anders als die Hünsborner und diese wiederum anders als die Gerlinger. Eben diese Vielfalt macht die Reihe ,Mundarten im Sauerland‘ so interessant,“ so Kaufmann.

Landrat Frank Beckehoff freute sich, dass ein neues Heft erschienen ist, schließlich ist der Erhalt der Sprache „so wertvoll“. Das aktuelle Heft wird unterstützt von der EMG. Geschäftsführer Siegfried Koepp machte deutlich: „Dieses Heft hat uns gut gefallen, die Kombination aus Text und Tonaufnahmen passen perfekt. Die Sprache gehört zu unserer Geschichte dazu, genauso wie Ausstellungsstücke hier im Museum, daher wollten wir das Mundartarchiv unterstützen.“ Neben dem Sponsoring für den Druck des Heftes wird die EMG bei ihrem Pensionärstreffen die Ausgabe verteilen, eine Idee, die Koepp auch anderen Unternehmern ans Herz legen möchte.

Das bestätigte auch Klaus Droste, schließlich können immer weniger Menschen „plattdeutsch schwätzen“: je städtischer eine Region sei, desto hochdeutscher würde sie, erklärt er. Mit einigen Aktionen seit der Gründung des Trägervereins 2001 hat man versucht, das Plattdeutsch mit Angeboten in Schulen oder Wettbewerben aufleben zu lassen: „Platt kann man lernen“, lautet hier die Devise, die auch Werner Beckmann bestätigte und von der Begeisterung junger Schüler erzählt, die die plattdeutsche Sprache erlernen.

Das Heft und die CD ist aber nicht nur für jene, die der plattdeutschen Sprache mächtig sind, ein Vokabelverzeichnis und Hinweise zur Grammatik am Ende der Ausgabe integriert auch den Hochdeutschen in die Welt des Mundarts. Erhältlich ist das Heft in der Kreis-VHS, im Kreisarchiv des Kreishauses und im HSK-Fachdienst Kultur in Meschede. Bestellungen gerne per E-Mail an: mundart@gmx.net

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