Rollen statt Rechnen

„skate-aid“ begeistert Schüler der Janusz-Korczak-Schule

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Klassenlehrerin Martina Krawitz, Sascha Stahl (skate-aid), Sebastian Heupel (zweifacher Freestyle Weltmeister) und Benien Hoborik (skate-aid, v.l.) mit den Kindern der Klasse A der Janusz-Korczak-Schule.

Schönau/Wenden. Eine Unterrichtsstunde der etwas anderen Art stand für einige Kinder und Jugendliche der Janusz-Korczak-Schule Schönau auf dem Lehrplan: Am vergangenen Donnerstagmorgen besuchten Sascha Stahl und Benien Hoborik von der Hilfsorganisation „skate-aid“ aus Münster die Schüler in Wenden für einen Skate-Workshop.

„Bei ,skate-aid‘ benutzen wir die Selbstwirksamkeit der bewegungsorientierten Jugendkultur Skateboarding, zur Stärkung und Persönlichkeitsbildung von Jugendlichen“, so beschreibt Sascha Stahl, Event-Manager der Hilfsorganisation, das Ziel des Vereins. Durch die Erfahrungen der Kinder auf dem „Rollbrett“ sollen insbesondere das Selbstvertrauen, Gemeinschaftsbewusstsein, die Eigenständigkeit und Zielstrebigkeit gefördert werden.

Der Skate-Workshop war der erste seiner Art, den die Mitarbeiter der Hilfsorganisation im Sauerland veranstalteten. „Da ich seit ein paar Jahren in Münster wohne und für ,skate-aid‘ arbeite, musste ich natürlich nicht lange überlegen, als die Anfrage für einen Skate-Workshop in der Heimat kam“, erklärt der gebürtige Wendener.

Um 9 Uhr startete die erste Gruppe der Klasse B (13 bis 16 Jahre) mit ihren Klassenlehrerinnen Eva Braach und Sandra Göbel sowie Lehramtsanwärter Jan Leistikow mit dem „Unterricht auf vier Rädern“, gefolgt von Klasse A (10 bis 14 Jahre). Begleitet wurden die Kinder der zweiten Gruppe von ihren Klassenlehrerinnen Martina Krawitz und Simone Brüser. Nach einer kurzen Einweisung und Ausrüstung mit Helm, Knie-, Hand-, und Ellenbogenschonern lernten die Kids die Grundlagen des Skateboarding kennen.

Besuch vom Weltmeister

Die Skatelehrer Benien Hoborik und Sascha Stahl standen ihnen bei den praktischen Übungen für Rat und Tat zur Seite. Zusätzlich gab es einen Besuch aus der obersten Liga: Sebastian Heupel, zweifacher Freestyle Skateboarding Weltmeister (2012 und 2013), gab den Skate-Schülern ebenfalls Tipps und Tricks. Der 27-jährige Hünsborner zeigte, was mit dem Board alles möglich ist. Die Kids eiferten mit Begeisterung und Durchhaltevermögen den Profis nach, was auch Martina Krawitz und Simone Brüser erfreute: „Dass die Kinder nach dem Hinfallen mit einem Lächeln wieder aufstehen und weitermachen – das spricht für die Sache an sich. Sie lassen sich von kleinen Niederlagen nicht beeindrucken. Das ist wirklich toll.“

Neben dem Spaßfaktor zeigte sich eine weitere Stärke des Skateboarding: So hat sich nach Meinung der Klassenlehrerinnen innerhalb kürzester Zeit das Körpergefühl, die Ausdauer und die Motorik ihrer Schüler verbessert. „Es ist erstaunlich zu sehen, welche Konzentration die Kinder beweisen“, erklärte Simone Brüser.

2009 gründete Titus Dittmann die Hilfsorganisation „skate-aid“. Mit dem Bau von multifunktionalen Skateparks und der Weiterentwicklung von Projekten rund um den Globus, möchte der Verein Kinder, die in Armut, Elend und Krieg aufwachsen oder in ihrer individuellen Lebenssituation beeinträchtigt sind, unterstützen. Benien Hoborik besuchte im Februar eine Förderschule in Namibia und gab dort Skate-Workshops. Im April nahm er an der Eröffnung eines Skateparks in Ruanda teil. „Egal ob Kenia, Palästina, Afghanistan oder Wenden – es ist immer wieder toll die Begeisterung und den Ansporn der Kinder und Jugendlichen zu sehen, wenn sie ihre ersten Runden auf dem Skateboard drehen“, fasst Sascha Stahl zusammen.

Spendenkonto

skate-aid e.V. München

IBAN: DE57 400 501 50 0000 55 17 39

SWIFT-BIC: WELADED1MST

Verwendungszweck: Spende skate-aid

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