Rot-Weiße völlig "umgekrempelt"

Nicht weniger als 14 neue Spieler wurden bei der Saisoneröffnung am Hünsborner 'Löffelberg' vorgestellt. Sie sollen den strukturellen Umbruch vorantreiben. Foto: Martin Stahl

"Das verflixte zweite Jahr" - mit dieser Formulierung wurde Rot-Weiß Hünsborn vor und während seiner zweiten Landesliga-Saison immer wieder konfrontiert. Nach einer grandiosen Hinrunde schien dieses Klischee bereits gründlich widerlegt und aus dem Hünsborner Wortschatz verbannt. Doch in der Rückrunde hatte der RWH mit sportlichem Gegenwind zu kämpfen.

Seit Juli 2009 trainiert Andreas Wieczorek den heutigen Landesligisten Rot-Weiß Hünsborn. Unter ihm wurde sowohl der Aufstieg als auch ein hervorragendes erstes Jahr in der Landesliga-Gruppe 2 hingelegt.

Die zweite und vergangene Saison verlief in der Hinrunde ebenso grandios. RW Hünsborn überwinterte auf dem dritten Tabellenplatz mit Tuchfühlung auf die Tabellenspitze. 28 Punkte und gerade einmal 9 Gegentore in 15 Spielen, eine beeindruckende Bilanz. Die Rückrunde spiegelte dann das wider, was viele Beobachter der Landesliga bereits vor der Saison orakelten. Neun Niederlagen, nur halb so viele Punkte wie in der Hinrunde - ein ungewohntes Bild im Hinblick auf die vergangenen Jahre.

Doch das Punktepolster aus der Hinrunde reichte aus, um nicht noch in direkte Abstiegsnöte zu geraten und die Saison mit dem neunten Tabellenplatz einstellig zu beenden. Mit dieser Platzierung zeigte sich Trainer Wieczorek als Gesamtfazit zufrieden.

Mit der neuen Saison erfolgt der große Umbruch. Die Bezirksliga- und Aufstiegshelden verschwinden unter anderem altersbedingt aus dem Kader der 1. Mannschaft. Die insgesamt 12 Spieler, die RWH nicht mehr zur Verfügung stehen sind: Carsten Afflerbach, Patrick Siebert, Mike Brado, Thorsten Arns, Raphael Mpessa, Tim Röcher, Steffen Becker, Daniel Feuring, Bastian Schwaak, Illiad Siddiq, Florian Liebig und Raphael Schymitzek.

In seiner Umbruchphase setzt RW Hünsborn in den kommenden Jahren sowohl auf junge Spieler aus der Umgebung als auch auf gestandene Spieler mit entsprechender Liga-Erfahrung. Der Verein hat 14 Neuzugänge zu vermelden: Gregor Cendecki vom VfL Klafeld-Geisweid, Michel Schöler von SuS Niederschelden, Thomas Alfes von den Sportfreunden Möllmicke, Hendrik Blecker und Jens Schlemper vom 1. FC Kaan-Marienborn, Philipp Althaus vom FC Hilchenbach, Timo Schlabach kehrt zurück vom VfB Wissen, Stefan Stahl von Lokalrivale SV Rothemühle sowie Philipp Scholz, Kebir Yildiz, Steffen Hatzfeld, David Rasche, Daniel Jung und Tobias Wurm aus der eigenen Jugend.

Das neue Kapitel von RW Hünsborn soll trotz der vielen neuen Gesichter strukturiert angegangen werden. Der 24 Mann starke Kader wird daher nicht nur durch Trainer Andreas Wiezcorek, sondern auch durch ein Team mit Co-Trainer, zwei Torwart-Trainern, drei Betreuern (darunter mit dem 76-jährigen Siegfried Halbe und dem 12-jährigen Josua Klur der jeweils älteste und jüngste Betreuer der Landesliga) und Masseur Dieter Schrage durch die Saison geführt.

Die Zielsetzung ist mit einem "einstelligen Tabellenplatz" (Wieczorek) an das Ergebnis der vergangenen Saison angelehnt, auch wenn sich der ehrgeizige Trainer über die gesamte Saison hinweg einen stabileren Verlauf wünscht. Das Rennen um die vorderen Plätze machen nach Einschätzung des RWH-Übungsleiters die Westfalenliga-Absteiger SpVg Olpe und FSV Werdohl sowie FC Iserlohn, RW Horn und die 2. Mannschaft der Sportfreunde Siegen unter sich aus.

Die bisherigen Ergebnisse in der Vorbereitung zeigen sowohl die noch bestehenden Baustellen als auch das Potenzial, das im Hünsborner Team steckt. Während RWH im Gemeindepokal ungewohnterweise bereits in der Vorrunde ausgeschieden war, wurde die 1. Runde im Kreispokal mit 4:0 beim TuS Rhode souverän gemeistert.

In der neuen Saison, die wie in den Vorjahren gegen den SV Rothemühle mit einem Lokalderby startet, wird sich erst nach mehreren Spieltagen feststellen lassen, ob die Aussichten für ein positives drittes Jahr in der Landesliga berechtigt sind.

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