Nächste baseLINE-Andacht in Schönau

Wenn Regeln den Glauben ersetzen

Die Schönauer Initiative wide@heart hat in der Vergangenheit immer wieder mit innovativen und Aufsehen erregenden Ideen frischen Wind in die Gestaltung von Gottesdiensten gebracht.

Schönau – Für den Theologen Martin Luther gab es zwei untrügliche Zeichen dafür, dass der Glaube vergiftet ist: Wenn an die Stelle eines verzeihenden Gottes der Glaube an die eigene Kraft tritt – und wenn Menschen meinen, sie könnten den Himmel erreichen, indem sie sich an Regeln halten. Für die Schönauer Initiative wide@heart, die am Sonntag, 27. Oktober, um 18 Uhr zur nächsten „baseLINE“-Andacht lädt, kommt noch ein Drittes hinzu.

Denn: „Je mehr wir meinen, wir kämen dem Himmel durch das Befolgen irgendwelcher Glaubensregeln näher, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns über andere Menschen erheben“, sagt wide@heart-Mitglied Elisa Quast. „Wir fangen dann an zu glauben, dass wir die besseren Christen sind, weil wir mehr spenden, häufiger in die Kirche gehen, schöner beten.“ 

Die Bibel sei aber voll von einer ganz anderen Botschaft, sind die Frauen und Männer des mit Mitteln aus dem Innovationsfonds des Erzbistums Paderborn geförderten wide@heart-Projektes überzeugt. „Jedes Mal nämlich, wenn die Freunde von Jesus versuchen, irgendjemanden zurechtzuweisen oder gar Regeln aufzustellen, kommt Jesus und macht ihnen klar, wie wenig sie von ihm begriffen haben: Dass er nicht gekommen ist, um die einen religiösen Regeln durch andere zu ersetzen. Sondern durch sich“, ist Conny Koch überzeugt und verrät damit zugleich, um was es bei der nächsten baseLINE-Andacht gehen wird, die das wide@heart-Team gestalten wird: Nämlich um Wahrheit und Ehrlichkeit, Überheblichkeit und falsche Regeltreue. 

„Anhand des Evangelium-Textes vom Pharisäer, der sich über den sündigen Zöllner erhebt, werden wir also der Frage nachgehen, was genau uns eigentlich zu guten Christen macht oder was uns Gott näher bringt“, erklärt Elisa Quast. Dazu werde es selbstverständlich die bei den Andachten typischen Meditationen geben. 

Mit elfköpfiger Gesangsformation

Und sie verrät: „Wir werden aber auch mit verschiedenen originellen Videoeinspielungen zum Nachdenken anregen.“ Und schließlich wird auch die im Rahmen des wide@heart-Projektes gegründete Schola „CREDO“ den Gottesdienst mitgestalten. 

Die elfköpfige Gesangsformation probt bereits seit einigen Wochen und hat gemeinsam mit Pianist Matthias Ries, der Querflöten-Spielerin Ramona Wurm und dem Percussionist Markus Koch wieder Lieder einstudiert, die einem bewährten Muster folgen. Will heißen: „CREDO wird ein weiteres Mal einige neue Lieder mitbringen - mit Melodien, die wir alle aus dem Radio kennen, aber denen ein neuer Text verpasst wurde“, weiß Conny Koch. 

Die Andacht wird dadurch insgesamt ein klein wenig länger als üblich dauern. Elisa Quast kommentiert das aber mit einem Augenzwinkern: „Normalerweise ist baseLINE auf 30 Minuten angelegt. Dieses Mal könnten es 45 Minuten werden. Wir versichern allerdings: Es wird alles sehr kurzweilig werden.“

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