Schulfest markiert das Ende

Grundschule Ottfingen schließt nach 240 Jahren

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Die Ottfinger Grundschüler haben beim Schulfest ein Abschiedslied für ihre Schule gesungen. 

Ottfingen. „In Memoriam“ – die lateinische Phrase wird eigentlich zur Erinnerung an verstorbene Personen benutzt. Am Freitag stand der Ausdruck passenderweise auf einem Schild beim Schulfest der Grundschule Ottfingen. „In Memoriam“ bedeutet „im Gedenken“. Und das Fest am letzten Schultag vor den Sommerferien markierte das Ende der Grundschule nach 240 Jahren.

Zum Schluss überwog die Wehmut bei allen, die – am Ende vergeblich – für den Erhalt des Grundschulstandortes Ottfingen gekämpft haben. Der Zorn habe sich gelegt, sagte Volker Halbe vom Ottfinger Elternverein. Aber er machte auch noch einmal seine Meinung deutlich, die viele Ottfinger teilen: „Die Schulschließung ist eine absolute Fehlentscheidung und nicht nachvollziehbar.“ Aber das Schulfest sei nicht dazu da „alte Geschichten aufzuwärmen“: „Wir feiern heute ein Fest, um zusammenzukommen und uns von der Schule zu verabschieden“, sagte Halbe weiter. Daher gab es auch Kaffee und Kuchen, Gegrilltes und Getränke und jede Menge Unterhaltung für die Kinder wie eine Mohrenkopf-Wurfmaschine oder Dosenwerfen.

Schulstandort seit dem Jahr 1176

„Heute ist der Tag, an dem wir die Schule beerdigen“, erklärte Volker Halbe in seiner kurzen Ansprache. Das Schulfest markiert das Ende der 240-jährigen Schulgeschichte in Ottfingen. Wie Halbe ausführte, gab es dort bereits 1776 eine Schule. Nachdem das erste Gebäude abgebrannt war, entstand 1927 der heutige Altbau. Daneben gibt es seit 1967 den neuen Gebäudeteil und seit 1988 die Turnhalle. 2011 hat die Ottfinger Dorfgemeinschaft die Schule noch einmal ausgebaut.

Ein Abschiedsgruß der Ottfinger an ihre Grundschule, die nach 240 Jahren geschlossen wurde.

Im Oktober 2014 begann dann der Schulstreit im Grundschulverband Wendener Land (wir berichteten), an dessen Ende die Schließung des Grundschulstandortes Ottfingen steht. Dabei gründeten die Ottfinger auch die „Dorf Initiative Grundschule Ottfingen“ (DIGO), ein überparteiliches Netzwerk, das sich für den Erhalt der Schule einsetzte. Volker Halbe dankte der DIGO für ihre Arbeit, allen voran Peter Solbach und Volker Arns: „Das Engagement dieser zwei Menschen hat uns angetrieben, auch wenn wir mal den Kopf in den Sand stecken wollten“, so Halbe. So ganz endet die Geschichte der Schule aber mit Beginn der Sommerferien noch nicht. Volker Halbe machte klar, dass es dort noch drei Wochen Ferienbetreuung gibt. Und dann schließen sich die Türen der Grundschule. Für immer. Oder, wie die Grundschulkinder sangen: „Alte Schule, altes Haus - du siehst heute anders aus. Und ich geh zum letzten Mal durch deine Tür.“

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