Eine verzauberte Welt

Sommerprojekt in Heid: Wohnungen für Zwerge im Künstlerdorf

21 Zwergenwohnungen gibt´s im Künstlerdorf Heid ab dem Wochenende zu entdecken.

Heid - Wenn man all das heute meist Beschmunzeln kann, so darf man doch nicht vergessen, dass vor der Christianisierung im jungen Mittelalter unsere germanischen und keltische Vorfahren an Zwergen, Feen und Co. geglaubt haben. Fremd sind uns diese Geschichten und Erzählungen alle nicht – und genau das zeigt sich am Ergebnis des Heider Sommerprojektes.

Eine kleine Reise in eine verwunschene Welt gelingt einem jetzt in Heid, wo 21 Zwerge Wohnungen gefunden haben. Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Juli, bietet das wendsche Künstlerdorf einen Spaziergang an. 21 Zwergentürchen werden an diesem Wochenende besucht und ihre Bewohner vorgestellt. An beiden Tagen jeweils ist der Treffpunkt am Dorfplatz im Herzen des Dorfes um 14.30 Uhr. 

Das kreative Projekt wurde mit viel Überzeugung Hand in Hand, generationsübergreifend in die Realität umsetzt. Die Idee zu den Zwergentürchen mag schon lange in den Köpfen von den Ideengeberinnen Mona Kaufmann und Ilona Weber gewesen sein, aber ausgesprochen wurde sie deshalb nicht. Es ist kein Plan gewesen, der jahrelange Vorlaufzeit brauchte – sondern recht spontan aus dem Nichts entstanden. 

Aber mit einem Einfall allein war es nicht getan, denn ohne die Schreiner an der Hand, gäbe es heute keine Zwergentüren in Heid, und ohne die Kinder hätte nicht jeder Zwerg eine Geschichte. Der erste, der die Organisatorinnen nicht verständnislos ansah, sondern direkt verstand, was wir wollten, war der Schreiner Stefan Halbe. Schnell war der erste Versuch „in Holz gefasst“ – … und dabei merkten sie nach und nach, dass es noch mehr Schreiner gibt, die einmal an Zwerge geglaubt haben – oder es immer noch tun. Am Ende waren sechs Türchen-Bauer mit im (Zwergen-) Boot. 

Zwergentürchen mit Leben gefüllt

Dann war aber die Überlegung, dass es aber ja in erster Linie auch ein Projekt sein sollte, an dem Kinder beteiligt sind. Somit wurden die Zwergentürchen mit Leben gefüllt, und jede Wohnung wurde mit Phantasie eingerichtet. Jeder Zwerg bekam einen Namen – und eine eigene Geschichte. Beim Schreiben unterstützt haben dabei zehn ortsansässige Lehrer aus unterschiedlichsten Schuleinrichtungen. Mit der Floristin Mona Kaufmann gelang es den jungen Künstlern niedlichste Eingänge zu bepflanzen und zu bestücken. Ganz begeistert knieten die jungen Heider mit ihrer Hilfe vor den Zwergenbauten und schmückten die Wohnstätte ihrer Zwerge. 

Last but not least sind am Ende über 20 Kinder beteiligt gewesen: Mädchen und Jungen zwischen 5 und 12 Jahren, die geschrieben, gemalt und dekoriert haben. Vorab können die Zwergengeschichten online verschickt (kunstclub.oberesbiggetal@googlemail.com) oder downgeloaded werden (Die Webadresse wird zur Kunsttour am Sonntag, 4. August bekannt gegeben). „Unser Wunsch wäre es, noch ein Bilderbüchlein daraus zu machen, denn die Kinder haben begeistert gepinselt und gebastelt – aber das ist noch nicht spruchreif,“ sagen die Organisatorinnen. 

Der Ortsvorsteher Stefan Weber freut sich über das Engagement im Dorf und begrüßt die Aktion, die anlässlich der 8. Heider Kunsttour am 4. August ins Leben gerufen wurde.

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