Ein Stück Industriegeschichte

Ausstellung „Vom Wasserrad zur EMG 7.0“ in der Wendener Hütte eröffnet

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Landrat Frank Beckehoff, Museumsleiterin Monika Löcken und EMG-Geschäftsführer Siegfried Koepp (v.l.) eröffneten die Ausstellung in der Wendener Hütte.

Wendenerhütte. 70 Jahre alt wird die Firma EMG in diesen Tagen. Grund genug für die Verantwortlichen, einen Blick in die Vergangenheit zu wagen. Und was eignet sich da besser als eine Ausstellung im nahegelegenen Museum Wendenener Hütte? Unter dem Motto „Vom Wasserrad zur EMG 7.0“ können Besucher dort seit dem heutigen Freitag die Geschichte der Technik in Wendenerhütte sehen.

„Die Idee, den 70. Geburtstag der EMG mit einer Ausstellung zu verknüpfen, hatte deren Geschäftsführer Siegfried Koepp“, sagte Museumsleiterin Monika Löcken anlässlich der Vernissage. Wobei Koepp erwiderte, dass er zwar „die Idee geäußert“ habe, aber selbst nicht sicher war, was dann daraus wird. „Sie werden erstaunt sein, was hier alles zusammengetragen wurde“, sagte Koepp. Die technische Entwicklung sei immer eng mit der Region verbunden gewesen. Und auch wenn die aufkommende Wasserenergie wichtig für die Region gewesen sei, haben „die Menschen die Region stark gemacht“, so Koepp weiter.

Landrat Frank Beckehoff ging in seiner Rede auf die Geschichte des Ortes Wendenerhütte ein, der untrennbar mit der Geschichte der EMG verbunden ist. „Die Wendener Hütte steht für die jahrzehntelange Industrietradition der Region“, sagte er. 1888 hatte sich eine Strumpfstrickerei in der Hütte angesiedelt. Sie war so erfolgreich, dass Anfang der 1920er Jahre neue Gebäude hinter dem Bahndamm gebaut wurden.

Gründung „wichtiger Schritt für Standort“

Allerdings war das nicht von Erfolg gekrönt, die Strickerei wurde schließlich – auch als Folge der Weltwirtschaftskrise ab 1929 – stillgelegt. Im Zweiten Weltkrieg wurden im Gebäude, das heute die EMG beherbergt, Granatzünder hergestellt. „Die Gründung der EMG am 22. Juni 1946 markiert schließlich einen wichtigen Schritt für den Standort Wendenerhütte“, sagte Beckehoff. Der Blick in die Zukunft mit dem Begriff „EMG 7.0“ sei daher auch „ein ausgesprochen positives Signal für die Region.“

Siegfried Koepp erinnerte auch daran, dass die Firmengebäude nach dem Kriegsende kurz als Altenheim genutzt wurden: „Mein Büro war früher eine Kapelle. Also war das schon früher ein Ort, an dem man Abbitte leisten konnte“, sagte er mit einem Schmunzeln. „Die EMG hat damals mit zwölf Mitarbeitern angefangen und Bremslüftsysteme gebaut“, sagte Koepp. Über die Jahre hinweg haben davon „mehr als zwei Millionen“ die Firma verlassen. „Die landen heute noch bei uns, wenn sie repariert werden müssen“, erklärte er weiter. Im Laufe der Jahre hat sich die Produktpalette dann erweitert. Eines ist aber laut Koepp immer gleich geblieben: „Wir hatten seit der Firmengründung nicht ein einziges Verlustjahr. Das sieht man nicht so häufig. Deshalb werden wir den ‘Brexit‘ auch überstehen“.

Die Ausstellung „Vom Wasserrad zur EMG 7.0“ ist vom 24. Juni bis zum 27. November zu sehen. Die Öffnungszeiten des Museums: dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Info: Infos: www.museum-wendener-huette.de

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