Das Denkmal bröckelt

Trockenheit sorgt für Schäden an der Wendener Hütte - Rat muss Dringlichkeitsentscheidung treffen

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Die Schäden im Bereich von Hammerwerk und Schlackenpoche müssen repariert werden.

[Update] Wendenerhütte - Die beiden vergangenen trockenen Sommer haben nicht nur der Natur zu schaffen gemacht. Auch das technische Kulturdenkmal Wendener Hütte wurde in Mitleidenschaft gezogen. Das teilte Wendens Bürgermeister Bernd Clemens bei der Ratssitzung am Mittwochabend mit. Der Rat musste daher eine Dringlichkeitsentscheidung treffen, um die Schäden zu beheben und weitere zu verhindern.

„Die Erde ist bis in zwei Metern Tiefe trocken“, sagte Monika Löcken, verantwortlich für den Museumsverein Wendener Hütte auf Nachfrage des SauerlandKuriers. „Die Mauern des Denkmals, die ja teilweise in den Hang gebaut sind, sind feuchte und klebrige Erde gewöhnt. Durch die anhaltende Trockenheit hat sich die Bauphysik verändert, es sind Hohlräume entstanden.“ Daher hat sich die Poche auf dem Hüttenplatz zu Seite geneigt und eine Mauer am Hammerwerk ist ebenfalls um 50 Zentimeter verrutscht. 

„Der Vorstand des Museumsvereins hat mich in der vergangenen Woche mündlich informiert, dass es wegen der Trockenheit zu Trockenschäden an den Bruchsteinmauern der Wendener Hütte gekommen ist. Steine brechen heraus, Teile drohen, einzustürzen“, so Clemens. Die Schäden müssten dringend repariert werden: „Das duldet keinen Aufschub.“ Der Rat musste daher eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 50.000 Euro genehmigen – die eine Hälfte davon bezahlt die Gemeinde Wenden, die andere Hälfte der Kreis Olpe. „Der Museumsverein vergibt den Auftrag für die Reparatur, wir müssen aber die Finanzierung sicherstellen“, so Clemens. 

SPD-Ratsherr Robert Dornseifer forderte in diesem Zusammenhang, zu überprüfen, an welchen Stellen des Bauwerks noch Schäden auftreten könnten: „Sonst kaschieren wir nur die aktuell bekannten Schäden. Und es könnten weitere Kosten auf uns zukommen.“ Dieser Schritt ging für Clemens aber zu weit: „Jetzt erst eine Gesamtüberprüfung der Wendener Hütte vorzunehmen, halte ich für überzogen. Wir müssen die aktuellen Schäden jetzt beheben.“ 

„Das Wasserrad muss raus gehoben werden“

Ein Kompromissvorschlag kam von Ludger Wurm (CDU): „Wir stimmen den 50.000 Euro für die aktuellen Maßnahmen zu. Und wir machen dann eine Bestandsaufnahme, um weitere Schäden zu ermitteln.“ Diesem Vorschlag folgte der Gemeinderat einstimmig. Grünen-Fraktionschef Elmar Holterhof warnte aber eindringlich: „Der Klimawandel ist also auch in Wenden angekommen. Es werden noch weitere Schäden an anderer Stelle auf uns zukommen. Davon müssen wir ausgehen.“ 

Monika Löcken hat vom zuständigen Sachreferenten des Amtes für Denkmalpflege bereits grünes Licht für die Sanierung der Mauer am Hammerwerk: „Es betrifft keine historische Mauer sondern Mauerwerk, das im Rahmen der Sanierung Ende der 70er Jahre erneuert wurde“, so die Kuratorin. „Hier müssen die Hammerwelle nach innen gezogen, das Gerinne abgebaut und das Wasserrad raus gehoben werden, damit wir die Mauer mit Stahlbeton verstärken und erneut verkleiden können.“ 

Auch das Amt für Bodendenkmalpflege sei bereits informiert, um über das Vorgehen an der Poche am Hüttenplatz zu entscheiden. Außerdem wolle man mit verschiedenen Sondierungen weitere mögliche Mängel am Mauerwerk aufdecken. Denn: „Zusätzlich zur außergewöhnlichen Trockenheit liegt die letzte große Sanierung der Gebäude 40 Jahre zurück – es war nur eine Frage der Zeit, dass Schäden auftreten. Wie an jedem Gebäude, das 40 Jahre alt ist“. Außerdem sei sie sehr froh, dass sowohl Gemeinde, Kreis als auch die zuständigen Denkmalbehörden so schnell reagierten, so Löcken weiter. „Wir planen natürlich, die Wendener Hütte als technisches Kulturdenkmal zukunftsfähig zu machen, Natur, Technik und Kunst zu verbinden.“ Das letzte Beispiel sei der Skulpturenpfad, der im Mai eröffnet wurde. 

Das Herbstferienprogramm sowie das Apfelfest am morgigen Sonntag sind nicht beeinträchtigt.

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