„Ein Schub“ für die Orte

„Unser Dorf hat Zukunft“: Bebbingen und Heid gewinnen Wendener Gemeindewettbewerb

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Im Dorfgemeinschaftshaus Möllmicke nahmen die Vertreter der Orte Urkunden und Preise entgegen.

Möllmicke/Wenden. Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in der Gemeinde Wenden gibt es zwei Wettbewerbsgruppen: Orte bis zu 500 Einwohner und Orte von 500 bis 3000 Einwohner. Viel kleiner hätte der Sieger in der Gruppe“ bis 500 Einwohner“ dann auch nicht sein können: Gerade einmal 19 Einwohner wohnen in den sechs Häusern der Ortschaft Bebbingen.

Besonders die „landwirtschaftliche Direktvermarktung“ hat laut Bürgermeister Bernd Clemens die Bewertungskommission beeindruckt. Zudem wohnten auf den Höfen „mindestens drei Generationen unter einem Dach und beteiligen sich auch gemeinsam an den Dorfaktivitäten in der sogenannten ,Stadthalle‘.“ In Bebbingen gebe es ein „einzigartiges Zusammenspiel“, das die Kommission vor allem im Bereich „Kultur und Soziales“ überzeugt hat. Der zweite Platz in dieser Gruppe geht an Brün, Dörnscheid erreicht Rang drei.

Rund 30 mal mehr Menschen als in Bebbingen leben im Siegerort der Gruppe „von 500 bis 3000 Einwohner“: 575 Männer, Frauen und Kinder wohnen derzeit „om Heid“. Bürgermeister Clemens erklärte, dass das Leitbild des Ortes „besonders zukunftsorientiert“ sei. Schließlich ist die Grundlage dafür eine Befragung aller Kinder und Jugendlichen im Alter von 7 bis 18 Jahren. In Heid werde weiterhin „viel Wert auf die Gestaltung des Orts- und Straßenbildes gelegt.“ Die Dorfgemeinschaft kümmert sich selbst um die bauliche Gestaltung und Grünflächenentwicklung. Dafür hat der Heimat- und Förderverein sogar eigens einen Leitfaden für Grundstückeigentümer herausgegeben. Auch die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen und der Bau der Aussichtsplattform auf dem „Knippchen“ überzeugten die Kommission. In der Gruppe „von 500 bis 3000 Einwohner“ belegt Elben den zweiten Platz, Schönau ist Dritter. Beide Siegerorte haben sich für den Kreiswettbewerb im kommenden Jahr qualifiziert.

Clemens ging bei der Preisverleihung im Dorfgemeinschaftshaus Möllmicke auch auf die Neuerungen beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ein. So wurde die Bewertungskommission völlig neu besetzt. Florian Schönauer war für den Bereich Baugestaltung zuständig, Daniel Kersting für Grüngestaltung und Landschaftsbild. Verantwortlich für den Bereich Kultur und Soziales war Roswitha Kirsch-Stracke. Auch die Grenze der Größenklassen wurde in Anlehnung an Kreis-, Landes- und Bundeswettbewerb von 900 Einwohnern auf 500 reduziert. Da der Schwerpunkt des Wettbewerbs laut Clemens „auf dem bürgerschaftlichen Engagement“ lag, waren im Rathaus nicht mehr die Mitarbeiter des Bauamts, sondern Rupert Wurm und Andreas Schrage vom Fachdienst Zentrale Dienste verantwortlich. Und zu guter Letzt wurden die Bewertungkriterien komplett überarbeitet.

„Wir wollen keine 08/15 Dörfer, wir wollen unverwechselbare Ortschaften“, sagte Clemens. Die Dorfgemeinschaften hätten durch den Wettbewerb „einen Schub nach vorne bekommen.“ Und damit sei „bereits die Teilnahme“ ein Erfolg.

Die Sonderpreise gehen an:

  • Möllmicke für die kontinuierliche Weiterführung des Dorcharchivs
  • Hillmicke für die eigenständige Wasserversorgung und das Nahwärmekonzept
  • Ottfingen für die Betreuung der Flüchtlinge
    Alle Sonderpreise sind mit 200 Euro dotiert

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