Elf Windräder auf dem Höhenrücken

Unternehmen plant Windpark entlang der Autobahn zwischen Hillmicke und Reichshof-Hahn

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Blick nordwestlich von Hillmicke auf die A 4 – wenn die Planungen erfolgreich sind, könnten hier ab 2020 Windenergieanlagen stehen.

Hillmicke. Das Versorgungsunternehmen „Gelsenwasser“ und der Projektentwickler VSB „Neue Energien Deutschland“ planen einen Windpark mit elf Windenergieanlagen auf dem Höhenrücken der A4 zwischen Hillmicke und Reichshof-Hahn. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor.

Ein Blick auf die Karte bringt Klarheit: Etwa viereinhalb Kilometer lang ist die Strecke auf der A 4 zwischen Hillmicke und Hahn – die Luftlinie ist noch kürzer. Eine Waldfläche von rund 480 Hektar haben zuvor der Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Waldgenossenschaften Hillmicke, Huppen und Saßmicke an die Bietergemeinschaft, bestehend aus „Gelsenwasser“ und VSP, übergeben. Zum Vergleich: Die bislang einzige Konzentrationszone für Windkraft in der Gemeinde hat eine Fläche von etwa 10 Hektar und befindet sich südlich von Wenden. Dort stehen zwei Windkraftanlagen.

Jetzt hat die Bietergemeinschaft den Zuschlag für die Planung, den Bau und den Betrieb eines Windparks entlang der A 4 erhalten. „Die Bieter haben in ihrem Angebot wirtschaftlich und fachlich gezeigt, dass mit umsichtiger Planung Windenergie und Wald sehr gut zusammenpassen“, so Björn Hohenstein von Wald und Holz NRW laut Pressemitteilung. Die Bietergemeinschaft beabsichtigt den „intensiven Austausch mit Rat und Verwaltung der jeweiligen Kommunen zum geplanten Bauvorhaben“. Betroffen sind neben der Gemeinde Wenden auch die Städte Drolshagen, Olpe und die Gemeinde Reichshof.

Baubeginn frühestens 2020

Was aber verwundert: Die Reihenfolge sollte eigentlich so sein, dass die Verwaltung zunächst Vorrang- oder Tabuzonen für Windenergieanlagen ausweist, bevor die Unternehmen schließlich mit den Planungen beginnen. In diesem Fall ist es anders, denn der fragliche Bereich ist bislang nicht als Vorrangzone ausgewiesen, wie Wendens Bürgermeister Bernd Clemens auf SauerlandKurier-Nachfrage erklärt. Er sagt aber auch: „Das ist ein Gebiet, das unserer Meinung nach durchaus in Zukunft für Windkraftanlagen in Frage kommt.“

Die Verwaltung sei durch den bestehenden Ratsbeschluss beauftragt worden, einen sachlichen Teilflächennutzungsplan „Windenergie“ aufzustellen. Clemens bestätigt auch, dass es bereits ein erstes Gespräch zwischen Versorgungsunternehmen und der „Fachabteilung im Hause“ gegeben habe. Kurzfristig werde es jetzt auch ein Abstimmungsgespräch mit den anderen betroffenen Kommunen geben: „Anschließend werden wird uns mit dem planenden Unternehmen zusammensetzen.“ Eine erste Bürgerinformationsveranstaltung ist im Sommer geplant.

Wenn alles für das Unternehmen positiv verläuft, stehen danach „umfangreiche Windmessungen und zahlreiche Gutachten, beispielsweise im Bereich des Natur- und Artenschutzes“ sowie ein Genehmigungsantrag für den Windpark an. Wird die Genehmigung erteilt, durchläuft das Projekt das Ausschreibungsverfahren, um Geld für den erzeugten Strom zu erhalten. Sind die Bieter mit ihrem Preisgebot erfolgreich, kann der Windpark gebaut werden – frühestens 2020.

In diesem Prozess haben die betroffenen Kommunen – insbesondere die Politik – aber ein Wörtchen mitzureden. Bernd Clemens: „Die Planung des Unternehmens ist die eine Sache, was die Gemeinde ermöglicht, aber eine andere.“

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