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Infoabend: "Vererben und Verschenken"

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Gerd Willeke, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Wenden, begrüßt Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Reither (li.).
Gerd Willeke, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Wenden, begrüßt Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Reither (li.).

Wenden. Dass der VdK Ortsverband Wenden mit dem Thema seines Informationsabends eine gute Wahl getroffen hatte, zeigte der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal des Restaurants Zeppenfeld am Martinstag. Weit über 100 Teilnehmer saßen dicht gedrängt und wollten etwas über das Thema „Vererben und Verschenken“ erfahren.

Gerd Willeke, der Vorsitzende des VdK-Ortsverbands Wenden, begrüßte als Referenten Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Reither aus Olpe. Reither, der auch Fachanwalt für Erbrecht ist, gestaltete die folgenden fast zwei Stunden trotz des juristischen Themas sehr lebendig und beantwortete auch die Fragen der Teilnehmer.

Direkt zu Beginn seines Vortrags hatte er den guten Ratschlag, dass man rechtzeitig ein Testament machen solle. Wenn kein Testament vorhanden ist, gilt die gesetzliche Erbfolge des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), nach der die Verwandten in bestimmter Reihenfolge berücksichtigt werden.

Wolfgang Reither verdeutlichte zu Beginn seines Vortrages auch, dass er in seinen allgemeinen Ausführungen immer nur den „Normalfall“ unterstellen müsse. Besonderheiten, wie Eheverträge, könnten im Rahmen eines solchen Vortrages nicht berücksichtigt werden.

Ein Notar berät seine Mandanten über die Folgen bestimmter Formulierungen. Letztlich wird das Testament nach den Wünschen der Mandanten errichtet und beurkundet und im Zentralen Testamentsregister hinterlegt. Eigenhändig errichtete Testamente sind oftmals wegen Formfehler unwirksam und können wegen unklarer Formulierungen zum kostspieligen Streit führen. Das eigenerstellte Testament muss vom Erblasser selbst handschriftlich erstellt werden. Reither, der selbst ein „Olper Junge“ ist, sagte schmunzelnd: „Viele Sauerländer sind sparsam und haben eine gewisse Notariatskostenallergie und machen es lieber selbst, obwohl es letztlich teurer wird.“

Im weiteren Verlauf erläuterte Reither die Probleme einer Erbengemeinschaft und dass man auch darauf achten solle, Ersatzerben einzutragen, für den Fall, dass einer der Begünstigten vor dem Erblasser stirbt. Auch die Themen Testamentsvollstrecker, Pflichtteil, Vorabschenkungen und die Besonderheiten, wenn minderjährige Kinder ein Erbe erhalten, wurden von Wolfgang Reither mit Beispielen verständlich dargestellt. Gegen Ende der Veranstaltung machte Reither noch einige Ausführungen zum Thema Schenken. Viele der Zuhörer schauten erstaunt, als er Beispiele ausführte im Zusammenhang mit der Übertragung des Eigenheimes an ein Kind, Eintragung von Wohnrecht und Erbverzicht anderer Kinder.

Nach etwa zwei Stunden endete der Vortrag und Gerd Willeke bedankte sich bei seinem Schulkameraden Wolfgang Reither und überreichte ihm zum Dank ein kleines Präsent. Doch auch danach stand Reither noch einigen Teilnehmern für Fragen zur Verfügung.

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