„Auch heute noch überwältigt“

Walburga Kiel aus Rothemühle hilft in Ghana - jetzt war sie zum erstem Mal dort

Neue Schuluniformen für die Grundschüler - gespendet in 2019.

Rothemühle – Das Glück stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. „Ich bin so dankbar, dass ich nach all den Jahren meiner persönlichen finanziellen Unterstützung nun endlich auch einmal selbst nach Ghana reisen konnte, um meinen Jungen und die Menschen vor Ort persönlich kennenzulernen“, war Walburga Kiel aus Rothemühle außer sich vor Freude, die letzten zwei Wochen des vergangenen Jahres in Ghana verbracht zu haben.

Seit 2012 unterstützt sie dort ehrenamtlich die Methodist Basic School, deren Schüler sie mit Schuluniformen, Büchern und anderem ausstattete. In diesem Zuge lernte sie im Jahr 2015 den kleinen Blessing kennen. An den damals fünfjährigen Jungen hatte sie auf den ersten Blick ihr Herz verloren. „Mir war direkt klar, dass dieser Bursche etwas Besonderes ist. Damals wusste ich noch nicht, dass er ein elternloser Junge war und schon mehrfach die Familien gewechselt hatte. Ihm werde ich eine gute Zukunft bieten“, so Walburga Kiel. 

Um den Kontakt zu vereinfachen, schenkte sie dem Jungen ein Handy. Die beiden sind seit dieser Zeit in wöchentlichem Kontakt per Whatsapp und haben eine intensive Beziehung aufbauen können. Im vergangenen Jahr ermöglichte die „German Mum“ Blessing dann den Wechsel auf die älteste und erfahrenste Privatschule in Berekum, damit er später sein Heimatland mit Know-how unterstützen kann.

Besuch beim kleinen Lewis, der seine erste Schuluniform bekommen hat. Ohne diese hätten die Eltern ihn nicht zur Schule geschickt. (Für Vollbild oben recht klicken)

„Es war wirklich das Größte für mich, erstmalig nach Ghana zu reisen und mit den Menschen in deren Familie vor Ort zu wohnen, und auch mit wenig glücklich zu sein“, so Kiel, die immer noch nicht glauben kann, das alles erlebt zu haben. „Ohne meine ghanaischen Freunde hier in Deutschland wäre mein Traum, meinen ,Sohn’ dort besuchen zu können noch nicht in Erfüllung gegangen. Für diese Hilfen bin ich unendlich dankbar.“

In Berekum nahm sie dann am Heiligabend Termine mit den beiden Schulen und der Feuerwehr, die sie auch seit 2018 unterstützt an, um die Folgeprojekte für das neue Jahr zu besprechen. Denn hier hat sie noch viel vor.

Computerraum 

Die Methodist Basic School soll noch in diesem Jahr mit einem Computerraum ausgestattet werden. Dr. Thomas Giesen aus Wenden, hatte davon gehört und stellte seinen Altbestand an PCs für Ghana zur Verfügung. „Die Kinder kennen einen Computer lediglich von Fotos. Aber auch hier in diesem sehr armen, aber aufstrebenden Staat darf die Digitalisierung nicht vorbeigehen“, so Walburga Kiel.

Know How 

Die Feuerwehr „Ghana national Firefighters“ ist nicht nur an Spenden interessiert, sondern insbesondere an Informationen unserer Feuerwehren in Bezug auf German „Know How“ , wie Logistik. Walburga Kiel hat hier die ersten Kontakte zu den hiesigen Feuerwehren aufgenommen.

Finanzielle Hilfe 

In der Privatschule „Ahab Complexe“ wird Walburga Kiel nach Absprache mit dem Direktor jährlich nach Dringlichkeit finanzielle Unterstützung leisten.

Das alles ist nur möglich, weil das Netzwerk der Rothemühlerin so gut funktioniert: Mit den in Deutschland lebenden Ghanaern, mit „ihrer Familie in Ghana“, ihrer Familie im Wendener Land, Freunden, Nachbarn und Kollegen. Gemeinsam kann man viel erreichen – da ist sich Walburga Kiel sicher. „Ich werde , so Gott will, jetzt jedes Jahr mindestens einmal zu meinem ,Sohn’ fliegen, um die drei großen Projekte auch zeitnah zu begleiten und zu schauen, wo weitere Hilfe dringend benötigt wird“, hat sie sich fest vorgenommen. „Ich hoffe, dass ich mit dieser Veröffentlichung viele Menschen erreiche, die Interesse haben, mich und meine hiesigen und ghanaischen Freunde mit Fachwissen und Erfahrungen, Spenden und Sachspenden für die vielen armen Menschen dort, bei meinen Projekten zu unterstützen.“

Firefighters - sehr interessiert an dem Know-how der deutschen Feuerwehr. 

Walburga Kiel ist „auch heute noch so überwältigt von der Herzlichkeit, der Zuneigung und Dankbarkeit der Menschen in Ghana, dass ich in naher Zukunft ein Tagebuch meiner Reise im Internet veröffentlichen werde. Auch die Fortschritte meiner drei Projekte in Berekum werde ich zeitnah im Internet kommentieren“.

Bei Hilfestellungen, Unterstützungen, oder Interesse an den Projekten steht Walburga Kiel unter archimedes2012@t-online.de oder nach 18 Uhr unter ☎ 02762/690783 zur Verfügung.

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