Ein alternativer Standort

Geplante Moschee in Wenden: Politik äußert Bedenken zum Bau

Am Standort der alten Bäckerei Viedenz in der Wendebachstraße plant der Verein Ditib Mevlana Camii den Bau einer Moschee.
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Am Standort der alten Bäckerei Viedenz in der Wendebachstraße plant der Verein Ditib Mevlana Camii den Bau einer Moschee.

Wenden – Das zur Zeit wohl am brisantesten diskutierte Thema in der Wendener Politik ist der geplante Bau einer Moschee durch den Verein Ditib Mevlana Camii in der Wendebachstraße. Neben der Kritik der UWG, die Gemeinde sei, als es um den Erwerb des Gebäudes ging, untätig gewesen, äußert nun die CDU ihre Bedenken, eine Moschee am Standort, Wendebachstraße 2, entstehen zu lassen.

Grund für die Bedenken der CDU sei die verkehrliche Situation an der Wendebachstraße. „Die Lage stellt sich insbesondere in den Zeiten des Bringens und Abholens der Kinder des benachbarten Kindergartens und des Fußwegs zur Grundschule als sehr unübersichtlich und bisweilen gefährlich dar“, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU-Ratsmitglieder aus Wenden und Möllmicke. Eine weitere Verschärfung durch eine gewünschte stärkere Frequentierung des Radwegs sei offensichtlich. 

Durch das Vorhaben des Vereins Ditib Mevlana, an dem Standort eine Moschee in einem dreigeschossigen Bau errichten zu wollen, seien die Bedenken nicht kleiner geworden. „Die circa 650 Quadratmeter große Parzelle wird nicht reichen, um hinreichend Parkplätze zur Verfügung stellen zu können. Der ruhende und fließende Verkehr in dem Bereich wird stark zunehmen, zumal ein Großteil der Gläubigen nicht fußläufig entfernt wohnen wird“, heißt es im Schreiben. Selbst der Appell und der Hinweis, die Parkplätze am Rathaus zu nutzen, werde aus CDU-Sicht in der Realität kaum nutzen. 

Unübersichtliche und gefährliche Ecke

Auf Nachfrage des SauerlandKurier erklärt Paul Rademacher, Vorsitzender der CDU-Ortsunion Wenden: „Wenn man jetzt morgens früh gegen 8 Uhr (Stoßzeit am Kindergarten und hohe Frequentierung des Bereichs durch Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Grundschule) an diesem Bereich entlang fährt, sieht man, wie unübersichtlich und teils auch gefährlich die Ecke sein kann. Falsch parkende Autos lassen keinen Einblick auf die Bereiche neben der Straße zu, sodass plötzlich auftauchende Kinder nicht rechtzeitig gesehen werden können.“ Er führt fort: „Wenn nun eine Moschee, die laut Angaben des Portals www.moscheesuche.de im Schnitt 232 Betende erwartet, dort ihren Platz finden soll, wird diese verkehrliche Situation nicht entschärft – im Gegenteil.“ 

Deshalb fordert die CDU Bürgermeister Clemens auf, Gespräche mit dem Verein zu führen, um einen alternativen Standort zu finden und dort auf ein entsprechendes Außengelände für beispielsweise Sommerfeste zu achten. Des Weiteren beantragt die Union, eine städtebauliche Planung in dem Bereich Wendebachstraße, „insbesondere zur Entschärfung der verkehrlichen Situation“, vorzunehmen. 

SPD-Vorsitzende Jutta Hecken-Defeld sieht sowohl Vor- als auch Nachteile im Bauvorhaben: „Natürlich würde es Wenden gut tun, wenn dort etwas Neues entstehen würde.“ Ein Platzproblem jedoch sei nicht von der Hand zu weisen, da eine Moschee einen größeren Zufluss von Gläubigen bedeuten würde als im bisherigen Gebetsraum. So könnten Gläubige aus dem Siegerland ebenfalls nach Wenden reisen, um hier zu beten. 

Argumente der CDU nicht stichhaltig

Elmar Holterhof vom Bündnis 90/Die Grünen sieht bei dem Bauprojekt kaum Probleme. „Ich finde die Argumente der CDU nicht ganz stichhaltig. Die Gottesdienste der Gläubigen finden entweder ganz früh, ganz spät oder sogar am Wochenende statt, dementsprechend sollten sich Schüler und Gläubige in der Regel nicht in die Quere kommen.“ Außerdem habe die Gemeinde, laut Holterhof, die Chance gehabt, das Gebäude zu erwerben und gemeinsam mit dem Verein Ditib Mevlana andere Standorte für einen Moscheebau als weniger lukrativ eingeschätzt. 

Thorsten Scheen, Vorsitzender der UWG, kritisiert, dass die Gemeinde sowohl bei der Versteigerung des Objektes geschlafen als auch bei der zunehmenden Verwahrlosung zugeschaut habe. Der Wert und die Wichtigkeit des Gebäudes im Zentrum Wendens seien aus städtebaulicher Sicht riesig und nicht mit einer simplen Plus-Minus-Rechnung zu ermitteln, so der Vorsitzende. Im Hinblick auf das Vorhaben des Vereins erklärte er: „Es ist sicherlich kein Optimum, unter einer Dönerbude zu beten. Daher sind die Bestrebungen des Vereins durchaus nachvollziehbar.“ Dennoch hege auch Scheen seine Zweifel, dass der Standort in der Wendebachstraße die Optimallösung sei. Gerade während der Kirmes sähe er aus polizeilicher Sicht einige Probleme wie beispielsweise Wildpinkler oder Vandalismus. Diese Probleme könnten nur durch eine Platzsperrung gelöst werden. Hinzu käme abseits der Kirmes auch noch das bereits thematisierte Parkplatzproblem. Generell wünsche sich Scheen eine Versachlichung der Diskussion. So werde in der Bevölkerung aktuell viel gemunkelt – was mit einer absoluten Transparenz seitens Ditib Mevlana, welche Dimensionen das Gebäude beispielsweise annehmen soll, zu vermeiden wäre. 

Auf Nachfrage des SauerlandKurier wollte sich der Verein Ditib Mevlana erst einmal nicht zu dem Antrag der CDU äußern. Cengiz Aydin, Kassierer des Vereins: „Wir wollen uns Sonntag erst einmal zusammensetzen und uns abstimmen.“ 

Gemeindeverwaltung nimmt sich des CDU-Antrags an

Gleiches gilt für die Gemeinde. In einem Schreiben merkt Bürgermeister Bernd Clemens an: „Bisher liegt für das Bauvorhaben der muslimischen Gemeinde noch kein Bauantrag vor. Wenn dieser gestellt wird, werden der Kreis Olpe und die Gemeinde Wenden diesen auf der Basis des gültigen Baurechts bearbeiten. Bei der baurechtlichen Stellungnahme der Gemeinde wird auch die verkehrliche Erschließung eine Rolle spielen. Daher nimmt die Gemeindeverwaltung gerne den Vorschlag der CDU-Ortsunion Wenden auf, um die Verkehrssicherheit mit der muslimischen Gemeinde im Vorfeld zu erörtern und über mögliche Alternativen zu sprechen.“ 

Nach der Rückkehr des Bürgermeisters soll das Gespräch mit der muslimischen Gemeinde aufgenommen werden, um im Anschluss die Politik und die Öffentlichkeit über den aktuellen Sachstand zu informieren. 

Demnach heißt es wohl Fortsetzung folgt...

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