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Trauer um ein Wendsches Original: Wilhelm „Willi“ Buchen ist tot

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Von: Sebastian Schulz

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Wilhelm, genannt Willi, Buchen ist am 9. November im Alter von 81 Jahren verstorben.
Wilhelm, genannt Willi, Buchen aus Girkhausen (Wenden) ist am 9. November im Alter von 81 Jahren verstorben. © Privat

Es gibt diese Menschen, die sich aufgrund herausragender Leistungen in ihrem Beruf hervorgetan haben und die dann mit großen Nachrufen in Zeitungen bedacht werden. Und dann gibt es die Menschen, die so vielen in Erinnerung bleiben, weil sie Zeit ihres Lebens sie selbst waren und dadurch so besonders, so einzigartig auf ihre ganz eigene Weise. So ein Mensch war Wilhelm Buchen.

Wenden/Girkhausen/Altenhof - Der Mann mit dem verschmitzten Lächeln und den flotten Sprüchen auf den Lippen, den alle nur Willi nannten, und der zuletzt nach einem Jagdunfall an den Rollstuhl gebunden war, ist in der vergangenen Woche im Alter von 81 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Ein Jahr zuvor hatte er in seinem Haus im Wendener Ortsteil Girkhausen noch eine große Geburtstagsparty gefeiert, bei der er einen Satz sagte, der für das steht, was Willi Buchen immer wichtig war. Er sagte: „Ich sehe es als Bürgerpflicht an, Menschen zu helfen, die selbst nicht die Möglichkeit dazu haben.“

Also half er. Das Leben, so sagte er, hatte es über viele Jahrzehnte gut mit ihm gemeint. Deshalb spendete er immer wieder hohe Beträge an Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder die Christoffel Blindenmission. Außerdem unterstützte er das Ortsgeschehen im benachbarten Altenhof, die Fußballer des FC, den Musikverein und den Kindergarten. Ihnen allen wollte er etwas zurückgeben.

Aber es ist längst nicht nur dieses Engagement, das in Erinnerung bleibt. So gut wie jeder im Raum Wenden und darüber hinaus kannte „den Willi“. Er war immer unter Menschen, liebte die Geselligkeit. Sei es bei Frühschoppen im Gasthaus, beim Feierabend-Bier in der Nachbarschaft oder in der Urlaubskneipe am Bodensee – er ging auf die Menschen zu, er unterhielt sich mit ihnen, ohne jegliche Berührungsängste. Und sein Bier? Das trank er am liebsten frisch gezapft.

Es ist nicht despektierlich gemeint, wenn man sagt: Willi Buchen war ein Junge vom Dorf. Dort wo sein Leben nun endete, begann es auch: in Altenhof, als Sohn eines Landwirts. Als ausgebildeter Schmied, der von Berufs wegen viel mit landwirtschaftlichen Betrieben zu tun hatte, entschloss sich Willi Buchen im Jahr 1963 gemeinsam mit seiner Frau Helga, die er im selben Jahr geheiratet hat, ein eigenes Unternehmen zu gründen: Landtechnik Buchen. Er ging ganz unkonventionell an die Geschäfte, kaufte und verkaufte deutlich mehr Landmaschinen als ihm alle – sogar sein Vater – empfahlen oder prophezeit hatten und wickelte Geschäfte auch schon mal auf Bierdeckeln ab. So war er.

Diese unkonventionelle Art zahlte sich über die Jahrzehnte aus und ließ sein Unternehmen auf die heutige Größe von 31 Mitarbeitern anwachsen und ihn selbst zum sprichwörtlich „bunten Hund“ der Branche werden; in ganz Deutschland wussten Kollegen, wer Willi Buchen war. Hinzu kommt die Firma Buchen am Autobahnkreuz Olpe-Süd, die Willi Buchen im Jahr 1995 als Zweirad Erlebniswelt gegründet hat und in der heute Gartenmaschinen, Motorräder und Co. verkauft werden.

Willi Buchen hinterlässt seine Frau Helga, seine vier Kinder Edith, Diana, Bernd und Armin (Sohn Wilm ist viel zu früh im Jahr 1995 tödlich verunglückt) sowie neun Enkel und zwei Urenkel. Die Unternehmen werden inzwischen von den Söhnen geleitet, aber die große Lücke im Gemeindeleben wird nicht zu füllen sein. Entsprechend groß dürfte die Zahl derer sein, die ihn am heutigen Samstag in der Marienkirche und auf dem Friedhof Altenhof auf seinem letzten Weg begleiten werden. Die Nachricht von seinem Tod hatte sich ohnehin verbreitet wie ein Lauffeuer, sodass selbst Ehefrau Helga schon nachfragte, woher es alle wissen. Die Antwort einer Weggefährtin war dann so einfach wie passend: „Es war eben der Willi.“

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