Ein Mann, der die Not hört

Ein echter „warmer Geldsegen“: Willi Buchen spendet 50.000 Euro an „Ärzte ohne Grenzen“

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Mareike Vitt nahm den symbolischen Scheck von Willi Buchen entgegen.

Girkhausen. „Die Menschen sind in Not und schreien, aber niemand hört sie“, sagt Willi Buchen. Er jedoch hört genau hin. Und deshalb spendet er. Und zwar an „Ärzte ohne Grenzen“. Zum zweiten Mal nach 2017 hat Buchen einen symbolischen Scheck über stolze 50.000 Euro an Mareike Vitt, Referentin für private Großspenden bei der Organisation übergeben. Das Geld geht an Hilfsprojekte im Jemen.

Während viele Menschen etwas mit Konfliktherden wie in Myanmar und Bangladesch – Stichwort „Rohingya“ – oder in Syrien anfangen können, so ist der Jemen nicht allzu häufig in den Schlagzeilen zu finden. Doch dort tobt seit mehr als drei Jahren ein Bürgerkrieg, in den viele verschiedene Parteien verwickelt sind. Mareike Vitt erläuterte bei der symbolischen Scheckübergabe in Girkhausen das Projekt von „Ärzte ohne Grenzen“ im Staat in Vorderasien: „Der Konflikt im Jemen hat in der Wahrnehmung immer ein wenig hinter Syrien-Konflikt zurückgestanden. Im Jemen dreht sich viel um Binnenflüchtlinge, die in ihrem eigenen Land gefangen sind.“ War der Jemen früher ein relativ wohlhabendes Land, sei mittlerweile das komplette Gesundheitssystem zusammengebrochen, die Währung wurde abgewertet und die Importe wurden stark begrenzt.

„Eines unserer Ziele ist, medizinische Mittel in das Land zu bringen“, so Vitt. Im vergangenen Jahr hat „Ärzte ohne Grenzen“ so rund 848 Tonnen an medizinischem Material in das Land gebracht.Das Geld von Willi Buchen geht konkret an ein Mutter-Kind-Krankenhaus in der umkämpften Stadt Tais im Südwesten des Landes. Dort werden vor allem Hochrisikogeburten betreut – teils mit einfachsten Mitteln: „Die Inkubatoren für Frühgeburten bestehen aus einem Styroporkasten und einer Wärmelampe. Wir haben dort nur wenige hochspezialisierte Geräte.“

Mareike Vitt: „Viel Geld für uns“

 „Tais ist quasi eine Enklave, die Frontlinie verläuft komplett um die Stadt herum“, beschrieb Vitt die Situation vor Ort. In einem zweiten Krankenhaus in der Stadt kümmern sich Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ vor allem um Kriegsverletzte und Unfallopfer. Zudem werden zwei staatliche Krankenhäuser in der Stadt mit Medikamenten, Material und Beratung unterstützt. 

„50.000 Euro sind für uns viel Geld“, sagte Mareike Vitt. Und sie führte zwei Beispiele zum Vergleich an: Elektrolytlösungen, wie sie zum Beispiel bei Cholera-Patienten gebraucht werden, kosten „wenige Cents“: „Mit 50.000 Euro können wir tausende Patienten behandeln“. Ein mobiles Chirurgiezelt hingegen kostet 10.000 Euro – ohne medizinische Geräte. 

Neben den 50.000 Euro, mit denen Willi Buchen „Ärzte ohne Grenzen“ überrascht hat, gab es noch eine andere Spende: Zum Geburtstag seiner Frau Helga wurde Geld gesammelt, 4000 Euro sind dabei zusammengekommen, ebenfalls zur freien Verfügung der Nicht-Regierungs-Organisation. „Wir haben in Deutschland zwar viele Nöte, im Gegensatz zu Konfliktgebieten leben wir aber wie im Schlaraffenland“, sagte Willi Buchen. Für ihn und seine Familie gelte der Grundsatz, andere Menschen zu unterstützen: „Für mich ist ein Mensch ein Mensch, egal welche Hautfarbe er hat. Alle Menschen haben alle dieselben Gefühle.“

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