Zukunftsvisionen der deutschen Hersteller

Diese Auto-Trends leiten wir aus der Detroit Motor Show ab

Detroit Auto Show 2017 - Mercedes-Benz Präsentation
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Dieter Zetsche präsentiert den neuen Mercedes-Benz GLA.
Detroit Auto Show 2017
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Der neue Mercedes-AMG GT S.
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Hier wird der VW I.D. Buzz präsentiert.
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Der neue BMW 5er.
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Der Audi Q8 Concept.

Detroit - Trotz aller wirtschaftlichen Unsicherheiten nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten bleiben die USA ein wichtiger Absatzmarkt, gerade für deutsche Autohersteller. Reporter Dominik Laska nennt die Trends auf der wichtigen Detroit Motor Show. 

Mercedes: Zetsches Erfolgssträhne hält an

Mercedes-Chef Dieter Zetschewarzufrieden. Mehr als das, denn er schwang sogar das Tanzbein. Am Vorabend zum Start der North American Auto Show in Detroit legte der Daimler-Boss eine kurze, aber flotte Sohle auf das Parkett. Warum? Der Grund war nicht nur der dritte Weltmeistertitel in der Formel 1 in Folge („Wir haben den Groove“), sondern auch die hervorragenden Absatzzahlen des Jahres 2016. Denn im vergangenen Jahr kletterte Mercedes an die Spitze der Premiummarken – mit über zwei Millionen verkauften Autos. Damit dürfte Daimler die Konkurrenz im Rennen um die Spitzenposition im Premiumsegment hinter sich gelassen haben. 2,084 Millionen Autos wurde Mercedes insgesamt los – das macht ein stolzes Plus von 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Smart verbuchte das erfolgreichste Jahr überhaupt, mit 21 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahr. Und auch die AMG-Versionen der Stuttgarter finden immer mehr Anklang beim Kunden. Satte 44 Prozent Steigerung im vergangenen Jahr konnten verbucht werden. Aber wie geht es jetzt weiter?

Der neue Mercedes-AMG GT S.

Mercedes will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, und natürlich soll auch im Jahr 2017 das Vorjahresergebnis übertroffen werden. Unter dem Motto „Grow up“ (deutsch: „Werde erwachsen“) liegt der Fokus vor allem auf der Kompaktklasse unter anderem mit den Modellen CLA und GLA. Letzteres stellte Mercedes am Sonntag, einen Tag vor Start der Automesse in Detroit vor. Neben einem Facelift (ab 28.941 Euro) auch die Premiumvariante mit dem 381 PS-starken AMG GLA 45 4Matic. Aber vor allem war es ein Statement. Die Kompaktklasse liegt im Trend, und darauf will man aufbauen. Die Modelle von CLA und GLA sollen als Einstieg in die Marke Mercedes dienen und den Kunden an die Marke binden. Die neue Kampagne für die Kompaktklasse startet im März 2017. Zudem wurde in Detroit noch das E-Klasse-Coupé vorgestellt – bereits das fünfte Kind der E-Reihe. Nach der Limousine, dem T-Modell, der AMG-Ausführung und dem kürzlich vorgestellten All-Terrain bringt das Coupé nun endgültig Sportlichkeit in die Modellreihe. Die E-Klasse wird vorerst in vier Ausführungen mit einer Motorisierung von bis zu 333 PS auf den Markt kommen. Die günstigste Variante mit 184 PS gibt es ab 49 051 Euro. Apropos sportlich: Zum 50. Geburtstag von AMG wurden mit dem AMG GT C Edition 50 und dem AMG GT S in Detroit zwei echte PS-Monster mit bis zu 557 Pferdestärken vorgestellt.

VW: Der nächste Bulli soll elektrisch rollen

Volkswagen kommt auch im neuen Jahr nicht zur Ruhe. Jetzt soll die US-Bundespolizei FBI – pünktlich zum Start der Automesse in Detroit – einen Manager des Autokonzerns in den USA festgenommen haben. Die New York Times berichtet, der Mann sei bereits am Samstag in Florida festgenommen worden. In den Klagen der Bundesstaaten New York und Massachusetts heißt es demnach, der Manager habe eine „Schlüsselrolle“ bei den Bemühungen gespielt, die Softwaremanipulationen in Dieselautos vor den Behörden zu verbergen. Der festgenommene Manager war laut New York Times von 2014 bis März 2015 für die Umsetzung staatlicher Vorschriften in den USA zuständig. Er werde am Montag dem Haftrichter in Detroit vorgeführt. 

Dabei konnte VW trotz des Dieselskandals im vergangenen Jahr mehr Autos verkaufen. Das lag vor allem an kauffreudigen Chinesen – in den USA ging der Absatz um acht Prozent zurück. Weg vom Diesel, hin zum E-Auto: In Detroit zeigt VW die Studie I.D. Buzz. Der Transporter zitiert stilistisch den legendären Bulli aus den 1950ern. Der wird angetrieben von zwei E-Motoren mit zusammen 275 kW/374 PS. Der Lithium- Ionen-Akku soll über 600 Kilometer Reichweite sichern. Mitte des nächsten Jahrzehnts soll der Buzz auf die Straße kommen.

BMW stellt neues Modell seiner 5er-Reihe vor

Die Münchner stellen in Detroit das neueste Modell ihrer 5er-Reihe vor – und läuten damit einen Generationenwechsel in der oberen Mittelklasse ein. Das Fahrzeug soll ein komplett neues Cockpit im Stil des 7ers haben. In der oberen Mittelklasse will BMW sein Angebot ohnehin noch einmal erweitern. Denn mit dem BMW 530e i-Performance wird die Reihe um eine Plug-in-Hybrid- Alternative erweitert, die ab März 2017 auf den Markt kommen wird. Mit dem BMW M550i xDrive erhält der 5er sogar noch eine Sportvariante. Allradantrieb, ein Twinturbo, ein auf M-Performance abgestimmtes Fahrsystem machen den M550i xDrive zu einem sportlichen Kraftpaket.

Audi jagt von Rekord zu Rekord

Eitel Sonnenschein bei Audi: Die VW-Tochter Audi hat 2016 trotz des Abgasskandals mehr Autos verkauft. Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter: „Trotzdem haben wir 1,87 Millionen Autos verkauft, das waren 3,8 Prozent mehr als 2015 und so viele wie nie zuvor.“ Audi stellt seinem großen Geländewagen Q7 im Jahr 2018 den luxuriösen Q8 zur Seite. Die Ingolstädter folgen damit dem allgemeinen Trend und gehen stark ins Crossover-Segment. Womöglich könnte das Modell schon 2017 auf den Markt kommen.

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