Fahrbericht

Auf dieses Auto steht Popstar Ava Max - wir haben es getestet

Diese zwei machen wirklich eine gute Figur: US-Shooting-Star Ava Max ("Sweet But Psycho") bei der Trussardi-Präsentation.
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Diese zwei machen wirklich eine gute Figur: US-Shooting-Star Ava Max ("Sweet But Psycho") bei der Trussardi-Präsentation.

Que bello! Wie schön! Fiat lässt die Modemacher an seinen Panda ran. Wir haben das gute Stück ausgeführt unter dem Motto "Modischer fahren im Alltag!"

  • Mit einem Fiat Panda Trussardi fällt man selbst in München auf.
  • Modisch ist der kleine Italiener jedenfalls.
  • Aber in der Technik, vor allem digital, hinkt das schicke Auto hinterher.

Schönheit ist natürlich nicht alles und außerdem kommt es auch immer drauf an, wie es unter dem Make-Up aussieht. Nimmt man die Schminke mal weg, dann ist der kaffeebraune Italo-Bomber nichts anderes als ein gewöhnlicher Fiat Panda City Cross, also ein mit Beplankung ausgestatteter Mini-SUV, um die nicht vorhandenen Knüppeldämme in den modernen Großstädten bewältigen zu können.

Der Fiat Panda Trussardi: ein optisches Schmankerl

Aber zuerst einmal zum Aussehen. Eine "bella figura" macht er ja schon, unser kleiner Trussardi. Damit fällt man auf. Sogar in München. Zwar nicht unbedingt auf der Maximilianstraße, aber andernorts recken sich die Hälse der Passanten, wenn sie dieses Auto sehen. Die Farbe unseres Testwagens heißt "Caffè Braun". Sie erinnert an die Crema eines frisch gebrühten italienischen Espressos. Zwar gibt es den Panda Trussardi auch noch in "Gelato Weiß", "Cinema Schwarz" und "Colosseo Grau" - aber die Kaffee-Farbe steht ihm wirklich gut. Sie verschafft diesem Auto das gewisse Etwas und einen eleganten Auftritt auf dem täglichen Laufsteg, den wir Arbeitsweg nennen.

Eine Farbe wie Espresso: Goldbraun wie die Crema eines guten Kaffees sieht der Panda Trussardi am besten aus.

Aber das ist schließlich kein Wunder, denn von Farben verstehen die Modemacher von Trussardi etwas. Und am bestehenden Blechkleid eines Autos kann man sogar als erfolgreicher Klamotten-Designer kaum etwas verändern. Neben den Lackierungen sind es die zahlreichen kleinen, aber feinen Applikationen, die aus dem gewöhnlichen Panda ein Schmuckstück machen sollen.

Der stilisierte Kopf eines Windhundes ist das Zeichen von Trussardi. Zu sehen auf Radnaben und den Seitenscheiben.

Das fängt beim Logo der Mailänder Edelschneider an, dem stilisierten Kopf eines Windhundes. Der findet sich auf den Nabenkappen der Räder auf den Seitenscheiben hinten und auf dem Lenkrad. Und das setzt sich mit dem Schriftzug fort, der auf den Rammschutzleisen, auf den Sicherheitsgurten und auf den Fußmatten zu lesen ist. Dazu Stoff-Leder-Sitze mit Webstruktur und die jeweilige Außenfarbe als schickes Zitat auf der Armaturentafel. Und schon ist der Trussardi prêt-à-porter, also bereit zu tragen, wie das die Modewelt nennt. Im Vergleich zur Haute Couture, die auf teure Einzelstücke setzt.

Der Panda Trussardi steht ihr wirklich gut: Die US-Sängerin Ava Max bei der Sitzprobe im kleinen Italiener.

Mit Kleidung von der Stange und entsprechenden Modeschauen hat die Familie Trussardi auch den Grundstein zum Erfolg ihres Unternehmens gelegt. Feine Konfektionsware für den gehobenen Mittelstand - das gefiel dem Fiat-Marketing. Ganz im Gegensatz zum 500er, den es auch in edelster Riva-Boot-Ausstattung gibt, sollte der Panda* das bleiben, was er ist: Ein Massenprodukt, das es insgesamt auf eine Stückzahl von weit mehr als 7,5 Millionen gebracht hat. Nur ein bisschen eleganter eben.

Der Schriftzug der Mailänder Modemacher prangt auf der Seitenbeplankung des kompakten City-Flitzers.

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Technisch lässt der Fiat Panda Trussardi zu wünschen übrig

Das alles ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass dieser Fiat* echnisch gesehen halt ein Fiat ist. Da kann man nichts Besonderes erwarten - und man kriegt auch nichts Besonderes. In der vornehmen Ausstattungsvariante Trussardi gibt es den Viersitzer im Augenblick nur als MILD-Hybrid mit dem 1,0-Liter-Benziner und 70 PS (ab 15.990 Euro). Ein gutmütiges Aggregat mit Mini-Muskeln und einem Verbrauch von um die sechs Liter. Damit zuckelt man gut über Land und in der Stadt. Auf der Autobahn hat man allerdings unter all den anderen größeren Autos das Gefühl hilflos ausgesetzt zu sein, in einer sehr kleinen, dafür aber modischen Kiste.

Keckes Heck. In den Kofferraum hinter der frechen Klappe passen 225 Liter, umgeklappt sogar 870 Liter.

Trotzdem: Man sitzt gut und leicht erhöht in dem frontgetriebenen Italiener. Was die Bedienbarkeit angeht, gibt es eine ganze Reihe von traditionellen Schaltknöpfen, die über dem Ganghebel auf der mittleren Instrumententafel sitzen. Leider auch die elektrischen Fensterheber. Wie oft haben wir mit der linken Hand verzweifelt an der Türkleidung gefummelt, bis sich langsam die Erkenntnis durchsetzte, dass der Kipphebel ja ganz woanders ist.

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Das digitale Innenleben des Fiat Trussardi

Madonna mia! Auch beim digitalen Innenleben ist man nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Das Radio erinnert mit seinen grobschlächtigen roten Ziffern an die Anfänge der Digitaltechnik. Ein zentrales Display, auf dem man sein Handy spiegelt - Fehlanzeige. Dafür thront auf der Armaturentafel eine praktische Handyhalterung mit USB-Anschluss. Warum auch nicht, man bringt ja auch sein eigenes Fleisch mit, wenn man bei Freunden zum Grillen eingeladen ist.

Eine Farbe wie Espresso: Goldbraun wie die Crema eines guten Kaffees sieht der Panda Trussardi am besten aus.

Unser Fazit zum Fiat Panda Trussardi

Ob der Fiat Trussardi je in Mode kommt? Ein Poser jedenfalls ist er. Zwar kein Bellissimo (Schönster) aber zumindest ein Bello (Schöner). Jedenfalls ein echter Italiener, bei dem der Schein manchmal das Sein überstrahlt. Aber das äußerst charmant.

Datenblatt Fiat Panda Trussardi

Hubraum:

999 ccm

Leistung:

70 PS

Drehmoment:

92 Nm bei 3500 u/min

Getriebe:

6-Gang-Handschalter

Antrieb:

Front

Wendekreis:

9,7 m

Länge/B/H:

3,71/1,66/1,64

Leergewicht (zul.):

1055kg / 380 kg

Kofferraum:

225 - 870 l

0 auf 100:

14,7 Sekunden

Top-Tempo:

155 km/h

Normverbrauch:

4 Liter

Co2:

89 g/km

Abgasnorm:

Euro 6d

Preis (ab):

15.990 Euro

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Rudolf Bögel

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