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Selbstjustiz per Bremse: Wer hat Schuld, wenn’s kracht?

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Von: Marcus Efler

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Bei einem Auffahrunfall trägt normalerweise derjenige die Schuld, der in das Heck des Vordermannes kracht. Wer das allerdings bewusst provoziert, erlebt eine böse Überraschung.

Koblenz – Wer sich ärgert, büßt für die Fehler anderer Leute. Ganz speziell: anderer Autofahrer. Diese Weisheit sollte jeder berücksichtigen, der sich von einem anderen Verkehrsteilnehmer ungerecht behandelt fühlt. Zum Beispiel, weil der ihm die Vorfahrt genommen hat. Faustregel: Immer cool und locker bleiben, den Fehler nach Möglichkeit durch eigene Umsicht entschärfen. Und auf keinen Fall zur Selbstjustiz greifen (wie es auch dieser Audi-Fahrer aus geringem Anlass getan hat). Denn das kann nach hinten losgehen.

Mit Blaulicht und rotem „Unfall“-Hinweis warnt die Polizei
An einem Auffahrunfall kann auch der Vordermann Schuld haben. (Symbolbild) © Stefan Puchner/dpa

Selbstjustiz per Bremse: Wer hat Schuld, wenn es kracht?

Dies zeigt einmal der Fall, den das Oberlandesgericht Koblenz verhandelte. In dem ging es um eine Pkw-Fahrerin, der ein Lkw die Vorfahrt genommen hatte. Um ihren Ärger deutlich zu machen, überholte die Frau den Lastwagen und bremste ihn aus.

Keine gute Idee, denn der Lkw krachte in das Heck des Autos. Bei dem Auffahrunfall wurde zwar niemand verletzt, es entstand aber erheblicher Sachschaden. Den wollte die Autofahrerin vom Trucker ersetzt haben. Dafür zog sie vor Gericht – und verlor.

Selbstjustiz per Bremse: Pkw-Fahrerin verliert gegen Trucker

Denn das Gericht wertete das Fahrmanöver der Frau als im groben Maße verkehrswidrig. Der Unfall sei allein aufgrund ihres Verhaltens passiert, so fasst das Portal RA-Online die Entscheidung zusammen. Der sogenannte „Anscheinsbeweis“, nachdem bei Auffahrunfällen die Schuld beim Hintermann vermutet wird, greife hier nicht. 

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Selbstjustiz per Bremse: Nicht immer hat der Auffahrende Schuld

Im Klartext: Normalerweise geht man bei Auffahrunfällen davon aus, dass der Hintermann Schuld ist. Weil er geschlafen oder zu wenig Abstand hatte. Schließlich muss man immer so fahren, dass man jederzeit vor einem Hindernis stoppen kann. Wer sich mit einem unerwarteten Bremsmanöver andere Verkehrsteilnehmer erziehen will, oder sich sogar rächen, setzt sich selbst (und später vor Gericht) ins Unrecht.

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