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Stadt, Land, SUV: Aufstand der Geländezwerge

Fit für Wege abseits der Straße: Der neue Hyundai Kona soll ab Herbst auch mit Allradantrieb zu bekommen sein. Foto: Hyundai/dpa-tmn
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Fit für Wege abseits der Straße: Der neue Hyundai Kona soll ab Herbst auch mit Allradantrieb zu bekommen sein. Foto: Hyundai/dpa-tmn
Soll zunächst ohne Allradantrieb auskommen: der Kia Stonic, der auf der gleichen Plattform steht wie das Modell Kona der Schwestermarke Hyundai. Foto: Kia/dpa-tmn
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Soll zunächst ohne Allradantrieb auskommen: der Kia Stonic, der auf der gleichen Plattform steht wie das Modell Kona der Schwestermarke Hyundai. Foto: Kia/dpa-tmn
Bekannter französischer Beitrag zum Thema kleine Geländewagen: Der Peugeot 2008 fährt in einer Klasse wie etwa der Opel Mokka. Foto: Peugeot/dpa-tmn
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Bekannter französischer Beitrag zum Thema kleine Geländewagen: Der Peugeot 2008 fährt in einer Klasse wie etwa der Opel Mokka. Foto: Peugeot/dpa-tmn
Komfort im Vordergrund: Der neue Citroën C3 Aircross mit rustikaler Optik kommt ohne Allradantrieb und will auf betont weiches und freundliches Design setzen. Foto: William Crozes/Citroën/dpa-tmn
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Komfort im Vordergrund: Der neue Citroën C3 Aircross mit rustikaler Optik kommt ohne Allradantrieb und will auf betont weiches und freundliches Design setzen. Foto: William Crozes/Citroën/dpa-tmn
Früher Vogel: Opel hat den Mokka vergleichsweise früh ins beliebte Segment der kleinen SUV gefahren. Seit seinem Facelift letzten Herbst heißt er Mokka X. Foto: GM Media/dpa-tmn
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Früher Vogel: Opel hat den Mokka vergleichsweise früh ins beliebte Segment der kleinen SUV gefahren. Seit seinem Facelift letzten Herbst heißt er Mokka X. Foto: GM Media/dpa-tmn
Crossover: Der Crossland X von Opel will den praktischen Nutzen eines Vans mit dem angesagten Design eines SUVs verbinden. Foto: Leif Rohwedder/GM Media/dpa-tmn
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Crossover: Der Crossland X von Opel will den praktischen Nutzen eines Vans mit dem angesagten Design eines SUVs verbinden. Foto: Leif Rohwedder/GM Media/dpa-tmn
Kleiner Spanier mit deutscher Mutter: Das kleine SUV Seat Arona ist 4,14 lang und ist damit acht Zentimeter länger als der Kleinwagen Ibiza, von dem es abgeleitet wurde. Foto: GM Media/dpa-tmn
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Kleiner Spanier mit deutscher Mutter: Das kleine SUV Seat Arona ist 4,14 lang und ist damit acht Zentimeter länger als der Kleinwagen Ibiza, von dem es abgeleitet wurde. Foto: GM Media/dpa-tmn
Vorbereitung für die IAA im September: VW hat für Frankfurt ein kleines SUV unterhalb des Tiguans angekündigt, das auch in Allrad-Varianten auf den Markt kommen soll. Foto: Martin Meiners/Volkswagen AG/dpa-tmn
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Vorbereitung für die IAA im September: VW hat für Frankfurt ein kleines SUV unterhalb des Tiguans angekündigt, das auch in Allrad-Varianten auf den Markt kommen soll. Foto: Martin Meiners/Volkswagen AG/dpa-tmn

Die SUV-Welle erfasst das nächste Segment. Nach den Kompakten rüsten sich jetzt die Kleinwagen fürs Gelände. Jede Menge neuer Modelle beleben  das Geschäft.

Kleine SUV sind offenbar das nächste große Ding der Autobranche: "Wir gehen davon aus, dass die SUV im B-Segment die sogenannten C-SUV bis zum Ende der Dekade überholen werden", sagt zum Beispiel Kia-Europachef Michael Cole.

Michael Cole rechnet mit nahezu einer Verdopplung der Zulassungszahlen kleiner Geländewagen. Weil von diesem Anstieg jeder profitieren will, gehen allein in dieser Saison ein halbes Dutzend neuer Modelle in den Großstadtdschungel.

Umdenken bei den Herstellern: Klein muss nicht billig sein

Getragen wird dieser Trend von einem Wertewandel bei den Kleinwagen, sagt Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer: In den 1980er und 1990ern seien VW Polo oder Ford Fiesta in diesem Segment noch das Maß der Dinge gewesen, sagt der Professor an der Universität Duisburg-Essen. "Doch dann kam die Industrie auf den Trichter, dass klein nicht auch einfach und billig sein muss uns hat Nobelzwerge wie den Audi A1 oder kunterbunte Lifestyle-Flitzer wie den Fiat 500 und den Mini gebracht." Und jetzt gebe es mit dem SUV plötzlich die Kombination von Praktikabilität und Emotion.

Ganz vorne dabei: die Koreaner. Nahezu gleichzeitig bringen die Schwestermarken Hyundai und Kia im Herbst zwei kleine Geländewagen an den Start. Beide um die 4,20 Meter lang, teilen sie sich nicht nur die Plattform, sondern auch die Philosophie: Beide sind sie für koreanische Modelle ungewöhnlich expressiv gezeichnet.

Und beide setzen auf sehr viele, sehr bunte Farbkombinationen und poppige Individualisierungen im Innenraum. Während es allerdings Hyundai bei seinem Kona nach Angaben von Chairman Wonhee Lee ernst meint mit den Geländegenen und deshalb auch Varianten mit Allradantrieb anbietet, kommt der Kia Stonic laut Hersteller zunächst nur als Fronttriebler.

SUV oder nicht?

Peugeot und Renault haben mit 2008 und Captur bereits entsprechende Modelle im Rennen und diese mit Blick auf die neuen Konkurrenten gerade gründlich überarbeitet. Als dritter im Bunde kommt jetzt Citroën dazu. Dort wird der kleine Van C3 Picasso in diesem Herbst vom neuen C3 Aircross ersetzt, der ebenfalls mit erhöhter Bodenfreiheit und robuster Plastik-Beplankung antritt.

Allerdings legt Citroën-Chefin Linda Jackson Wert darauf, dass der Aircross ansonsten kein typisches SUV ist. Erstens, weil ihm der Allrad fehlt. Und zweitens, weil er weder Trutzburg noch Aggressor sein will. Sondern sein Design ist betont weich und freundlich.

Viele deutsche Hersteller haben den Trend verschlafen

Die deutschen Hersteller haben diesen Trend dagegen lange Zeit verschlafen. Der Ford Ecosport ist fast schon wieder eine Nummer zu klein, Audi Q2 und Mini Countryman zu groß und zu teuer für die breite Masse.

Nur Opel hat sich mit dem Mokka X so früh so gut aufgestellt, dass sich die Hessen nun sogar eine Doppelspitze leisten können. Wem der Mokka X zu groß, zu teuer und zu nah am echten Geländewagen ist, dem bieten sie ab 16.850 Euro nun auch den etwas kleineren und abseits der Straße weniger ambitionierten Crossland X an.

Auch der VW-Konzern bläst zur Offensive: Tochter Seat stellt dem erfolgreich gestarteten Ateca zum Jahreswechsel den Arona zur Seite. Mit einer Länge von 4,14 Metern überragt er den neuen Ibiza um acht Zentimeter, ist aber vor allem zehn Zentimeter höher als der konventionelle Kleinwagen.

SUV-Zwerge sind das nächste große Ding

Auf der gleichen Plattform will auch die Muttermarke mitmischen. Deshalb hat VW für die IAA im September in Frankfurt bereits die Publikumspremiere eines kleinen Tiguan-Bruders angekündigt, der sich an der Studie T-Roc orientieren soll. Und während bei Seat aktuell von Allradantrieb noch keine Rede ist, stellt VW-Entwicklungschef Frank Welsch ihn für den VW in Aussicht.

Marktbeobachter Dudenhöffer wundert sich nicht über die Schwemme der SUV-Zwerge: "So wie alle Welt vom Erfolg der kleinen Premium-Modelle á la Mini überrascht wurde, machen nun ein Tick Ironman und das Gelände-Feeling die kleinen SUV zum next big thing".

Webseite der IAA

dpa/tmn

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